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260, Openstreetmap – Opensource-Technologie ein Gewinn für Alle! (Teil 2)

Herzlich Willkommen zum 260. Blog!

Was hat uns die Weltraumforschung außer Pulsuhren und Akkuschraubern noch gebracht?
Richtig, Satellitenbilder und bessere Landkarten, Openstreetmap ist eine davon und die schauen wir uns heute an.

Neben dem Grazer Barcamp dass diese Woche stattfindet, sind es Veranstaltungen wie die Gründermesse der Wirtschaftskammer, die Linuxtage, das Button Festival und die Lange Nacht der Forschung, die Wirtschaft, Forschung und Otto-Normal-Verbraucher einander näher bringen.

Firmen, Vereine, Interessengemeinschaften und viele Andere nutzen diese Treffen um sich vorzustellen, zu vernetzen und Geschäftskontakte zu schließen.
Kleinere Ereignisse und Stammtische sorgen wiederum dafür, dass sich diese Communities (Gemeinschaft), nicht wieder aus den Augen verlieren.

Deswegen sahen wir uns im März die Openstreetmap-Party „MAP YOUR HOOD“ in Graz Griss an, um zu erfahren wie Community und Unternehmen sich gegenseitig ergänzen und Datenerfassung zum Erlebnis wird.

Map your Hood with Openstreetmap:

Openstreetmap, ist ein frei verfügbares Kartenprogramm, es stellt eine Opensource Variante zu Google-Maps und Microsoft Bing-Maps dar und wird auch von Unternehmen für ihre Geschäfte genutzt.

Zum Unterschied zu kommerziellen Konkurrenten, wurde Openstreetmap als freizugängliches Projekt erstellt, sprich auch der sogenannte Sourcecode (Programmierung) liegt offen und kann von jedermann nach belieben verändert, oder adaptiert werden.

Video 1: Stefan Kasberger erklärt was Openstreetmap ist.

August Peter Zurk und ich (Claudio Schiesl / Sivic) trafen bei einer Katier- / Crowdsourcing-Veranstaltung auf Stefan Kasberger, Herausgeber des Open Data Graz Blogs, der uns erklärte um was es bei Map your Hood geht und wie Openstreetmap funktioniert.

Ca. ein Dutzend Freiwilliger traf sich hierfür am 25. März im Büro der Nachbarschaften und kartierte Restaurants, Lokale sowie Bars in Graz-Griss.

In zweier Gruppen machte sich Frauen und Männer auf die Reise und erhoben so trivial klingende Dinge wie, Informationen über Öffnungszeiten, Parkmöglichkeiten, Gastgärten, Namensänderungen oder ob die Lokale überhaupt noch dort sind, wo sie eingetragen waren. All diese Informationen findet man als Meta-Daten im Programm wieder und kann sie abrufen.

Bild 1: Beispiel Einkaufszentrum – Wo sind Parkplätze, welche Geschäfte und Restaurants finde ich dort?

Diese Daten können von Geschäfts-Betreibern, wie auch Nutzern eingetragen werden. Auf diese Art lernen Menschen Openstreetmap kennen und wird auch eine gewisse Mundpropaganda gemacht.

Für die Teilnehmer der Mapping Party gab es übrigens bei diesem Event noch ein Ostergeschenk von der Firma Bike Citizen die jeden Kartographen einen Finn Smartphone-Halter fürs Fahrrad schenkte.

BikeCitizen, der lokale Globalplayer von Nebenan:

Unternehmen wie Bike-Citizen nutzen die Daten die von der Community erhoben wurden als Ergänzung für ihre Projekte / Produkte und machen somit mehr aus OpenStreetmap als eine simple Landkarte mit Routenprogramm.
Die Grazer Firma bietet eigene Karten via App für Städte und Großräume an, die Routen basieren auf Informationen die durch Radkuriere zusammengetragen wurden.

Im Programm findet man Wien genauso, wie Paris, London, Amsterdam, Alicante oder New-York, so ist ein lokales Unternehmen, global aktiv.
Die Detailverliebtheit der App geht sogar soweit, dass man den Fahrradtyp einstellen kann mit dem man unterwegs ist, da gewisse Straßen unterschiedliche Bodenbeläge haben.

Neben der App bietet Bike-Citizen den oben erwähnten Finn an, eine Halterung für Smartphones die am Fahrradlenker fixiert wird.
Ein durchaus praktisches Teil für Leute, die ihr Telefon als Rad-/Navi-Computer nutzen wollen.

Bild 2: Bike Citizen App und Fin-Halterung in Aktion!

Wer sich einen Finn für 14,99 Euro kauft, bekommt auch einen Gutschein im Wert von 4,99 Euro dazu, der für eine Stadt seiner oder ihrer Wahl genutzt werden kann.

Der Stadtplan von Graz ist übrigens gratis, da die Stadt Graz eine Lizenz gekauft hat und somit jeder App-Besitzer kostenlosen Zugang zu den Daten bekommt.

Fazit:

Großräume wie Städte sind ständigen Änderungen unterworfen, sei es weil eine Firma den Standort wechselt, Parkverbote oder neue Radwege entstehen.  Kartenmaterial kann gar nicht aktuell genug sein.

Unternehmen die auf Kunden als Informationsbringer setzen, sorgen nicht nur für Datenaktualität, sondern auch für eine Form der Ortskenntnis, die dann dem gesamten Kundenkreis zur Verfügung steht.
Von solchen Informationen wagten klassische Landkartenhersteller früher nicht einmal zu träumen.
Giganten wie Google oder Microsoft profitieren von diesen veröffentlichten Erkenntnissen der Nutzer auch monetär.

Auch Geschäftsleute kommen nicht mehr darum herum, ihre Geschäfte auf Online-Landkarten einzutragen, denn vor allem „jüngere“ Gäste nutzen Bewertungstools oder Rezensionen anderer Nutzer im Netz in Verbindung mit Map-Diensten, um sich zu orientieren, ehe sie einen Fuß in ein unbekanntes Lokal in einer fremden Stadt setzen.

Auch Google hat ein laufendes Event unter dem Titel „LOCAL GUIDES“ dazu im Programm und schenkt Leuten die 200 Punkte gesammelt haben, 1 Terabyte Speicher in der Google-Cloud.
Auf dem Weg dahin gibt es unterschiedliche Levels die einen befähigen bei Gewinnspielen teilzunehmen oder früher Zugang zu neuen Google-Diensten zu bekommen.

Openstreetmap ist jedoch einmal mehr ein Beispiel wie ein „David“ den „Goliats“ der Internetindustrie, die Stirn bieten kann und eine kleine Gruppe von engagierten Enthusiasten und Freiwilligen, für die große Gemeinschaft etwas Nützliches erstellt.

Vielen Dank, euer Sivic!  

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Written by Sivic

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