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105, Wissens was, ich weiß es besser!

Also der war aufgelegt, da gibst bei Google 105 ein und Saab 105 kommt raus, da merkt man wie sehr man sein eigenes Hirn auf Google schaltet anstatt selbst drauf zu kommen.

Österreichs „Jagdbomber“ fliegt noch heute und sorgte immer wieder für Schlagzeilen, waren Sie eigentlich einmal als Ausbildungsflieger für die bald zu beschaffenden Abfangjäger Ende der 60er Jahre gedacht, naja und weil das Provisorium bei uns die langlebigste aller Institutionen ist waren Sie bis zur Einführung der Draken die Krone der Luftstreitkräfte und überlebten diese. Auch heute fliegen die Ersatz-Eurofighter noch sogenannte Low-Speed Missions um langsam fliegende Objekte zu identifizieren und abzufangen.

Ein Cockpit-Upgrade (da verdient mal wieder ein Lobbyist) sorgt für die Verlängerung der Einsatzfähigkeit der Maschinen bis 2020, diese Maßnahme war notwendig da das unter der Regierung Schüssel forcierte Nachfolgemuster die M-346-Master von Alenia Aeromacchi nicht beschafft wird.

Und wenn wir schon beim angeknacksten Bundesheer sind, über die Klugheit wie die Regierung mit dem Heer umgeht lässt sich streiten. Der Minister wird noch einmal mehr zum reagieren, denn zum agieren verdammt und zeigt neuerdings eine nicht ganze neue Pro-Europa Fratze die mit einer echt coolen Kritik an der europäischen Verteidigungspolitik versehen ist, da trifft es gut dass der situations elastische Minister von Georg Hochmuth fotografiert wurde, denn Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.
Der Rest lauft unter dem Kredo „eh scho wissen!“.

Also ganz ehrlich, ich verstehe die Kritik im Allgemeinen schon, die Mitgliedsstaaten haben entsprechende Ausgaben bei den Streitkräften, dass der Output gering ist, liegt eben an den separaten Strukturen die jeder Staat aufgebaut hat, dies hat den Vorteil dass im Falle des Ausfalles einer Komponente ein anderer Staat Einheiten zur Verfügung stellen kann. Sollte z.B. aufgrund eines Absturzes die Niederlande einen ihrer 4 Hercules Transporter verlieren und schnell Truppen irgendwo hin verlegen müssen, kann durch die NATO-Partnerschaft Belgien helfen, die haben 11 Maschinen, dass liegt auch daran dass die Belgier eine spezielle Aufgabe innerhalb des Bündnisses haben, welche in der Logistik liegt.
Eine separat aufgebaute autarke Struktur hat auch Vorteile, denn gebe es nur gemeinsame Einheiten, dann wären diese Erfahrungsgemäß nicht unbedingt viel größer wenn nicht kleiner als selbst aufgebauten Truppenteile.
Außer man spricht vom österreichischen Bundesheer dass immer viel haben wollte, aber nach der Devise „Aus jedem Dorf an Hund“ eine politisch getriebene Anschaffungspolitik in den 70er Jahren betrieb dass es einer Sau graußte.

„Das Volk hat ein Recht auf aktive Landesverteidigung!“

Dass die Kritik an der EU-Verteidigungspolitik ausgerechnet von einem Minister kommt, der Parteiinteressen und Regierungsaufträge mit dem zusammenschlagen der Hacken seiner Schuhe quittiert ist doch wieder einmal nur ein Fressen für die Presse und die Bevölkerung. Zwar warnt er wie eine Gebetsmühle davor noch mehr einzusparen, den mutigen Schritt zu gehen und zu sagen dass man die Parteiförderung kürzen soll und das Geld dem Heer zu geben, geht er nicht.

Aber ja die SPÖ weiß es ja wieder einmal besser, denn die anderen sind Schuld dass Europa mehr als 190 Milliarden Euro für seine Armeen ausgibt und zu wenig auf die Strasse bringt. Wie war das nochmal mit den Benzinrechnungen die man ab September nicht mehr bezahlen kann, Herr Minister?

Jeder schimpft über das geringe Budget des Heeres, aber keiner spricht wirklich die Strukturreformen die man an der Personalstruktur machen müsste an. Am Gerät wird gespart, an einer Ausrüstung die also in großen Teilen in den 60er und 70er Jahren gekauft wurde und auch nur teils als Basis für einen geplanten Ausbau diente, der dann nicht stattfand. Dass in den letzten 10-15 Jahren einige Komponenten erneuert und erweitert wurden ist ja gut, siehe hierzu Blackhawk, Ulan, Hercules und Eurofighter, Dingo etc., das ändert aber nichts daran dass die Mittel die das Heer eines souveränen Staates benötigt um zu überleben nicht zur Verfügung gestellt werden.

Österreichs Parteien hatten nie ein Interesse an einem wehrhaften Heer und verließen sich auf den Schutzschild Neutralität. Das Ergebnis ist eine Armee aus Offizieren die sich selbst-verwalten und eine Einsparung der wesentlichen Komponenten einer „modernen“ Armee. Außerdem muss das Heer nach Richtlinien arbeiten, die ein Staat verordnete um die Firmen und Staatsbetriebe in die Pflicht zu nehmen um gesellschaftliche Veränderungen zu berücksichtigen, die aber beim Heer in vielen Belangen fehl am Platz sind. Siehe hierzu; Übermäßig reglementierte Arbeitsmodelle, -Richtlinien und Ruhezeiten für Fahrbereitschaft und andere Einheiten, die Berücksichtigung von Stellen für behindertes Personal, zusätzliche Kontrollinstanzen welche die Einhaltungen der Maßstäbe überprüfen, sowie die positive Diskriminierung von Frauen bei Stellenausschreibungen etc.

Ergo muss das Heer jetzt generalstabsmäßig darüber tagen, wie man noch mehr an der Truppe einspart.
Hat sich über die Kosten die ein ständiges Herumschrauben am Heer kostet, schon einmal jemand am Dr.-Karl-Renner-Ring 3, der Lichtenfels-, oder der Löwelstrasse Gedanken gemacht?

Ich glaube weniger, dafür schüttelt Bundeskanzler Faymann aber fleißig österreichischen Soldaten am „Westbalkan“ die Hände, Bosnien-Herzigovina sagte man früher dazu, schön wenn man noch soviel Hirnschmalz hat dass man die Staaten da unten mit einem neuen Allgemeinbegriff zusammenfassen kann, um sich als Österreicher von ihnen etwas mehr zu distanzieren.

Wir merken uns also: „Zuerst kehrst bei Dir szam, dann bei den Anderen, Dankeschön!“

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Written by Sivic

2 Comments

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  1. Österreichs Parteien hatten nie ein Interesse an einem wehrhaften Heer und verließen sich auf den Schutzschild Neutralität. Das Ergebnis ist eine Armee aus Offizieren die sich selbst-verwalten und eine Einsparung der wesentlichen Komponenten einer "modernen" Armee, nach Richtlinien die ein Staat verordnete um die Firmen und Staatsbetriebe in die Pflicht zu nehmen und gesellschaftliche Veränderungen zu berücksichtigen, die aber beim Heer in vielen Belangen fehl am Platz sind (Siehe hierzu; Übermäßig reglementierte Arbeitsmodelle, -Richtlinien und Ruhezeiten, Berücksichtigung von Stellen für behindertes Personal, zusätzliche Kontrollinstanzen, positive Diskriminierung von Frauen bei Stellenausschreibungen etc.).

    Ich verstehe nicht was du damit sagen willst. Vorallem der letzte Satz, sollte das jetzt Berücksichtigung finden, oder nicht?

  2. Ich habe den Satz nochmal überarbeitet, gemeint war aber das Übermaß an Bürokratie und Vorgaben welche beim Heer nicht zuletzt aufgrund der Richtlinien die alle Ministerien erfüllen müssen genauso umgesetzt wird, ob dies nun Sinn macht, oder nicht.

    Zu der Berücksichtigung von Planstellen für behindertes Personal und der Bevorzugung von Frauen bei Stellenausschreibungen, natürlich ist es wichtig diese Personen einzubeziehen, die Frage ist nur ob beim Verteidigungsministerium mit dem selben Maßband gemäßen werden sollte, wie es bei anderen Institutionen der Fall ist.

    LG Sivic

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