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259, Wirtschaft trifft Forschung – Von der Austromir zum Startup (Teil 1)

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Entrepreneur, Start-Ups, Crowdfunding, inkrementelles Wachstum, Wirtschaftsstandort stärken, das Unternehmen konkurrenzfähig machen usw., diese Begriffe kennt und hört man oft, doch wie viel steckt hinter den Schlagworten?

Diese Woche findet wieder das Grazer Barcamp statt, da trifft es sich gut dass wir uns dieser Tage einmal mehr mit Kreativität und Start-Ups beschäftigen.
Denn in den letzten Folgen von ON THE GRID waren Wirtschaft und Forschung, für uns der Hauptfokus.

Nun wollen wir „Bilanz ziehen“ und zeigen, was der Wirtschaftsstandort Steiermark so zu bieten hat und was das insbesondere für Startups und die sogenannte Creative-Industry bedeutet.

 
Von der MIR zum Pulsgürtel:
Austromir, sagt das euch was?

Gut ich bin ja bekanntlich ein Kind der 80er Jahre und als solches „Oldschool„, als ich gerade Schreiben und Rechnen lernte, das war so im Oktober 1991, flog Österreichs erster Austronaut DI. Franz Viehböck in den Weltraum. 

Die Mission Austromir steht wie viele andere Weltraumflüge, im Zeichen der Forschung und Weiterentwicklung für das Wohle der gesamten Menschheit.
 Bild 2: Landesrat Buchmann, Austronaut Viehböck und Geschäftsführer Hassler präsentieren den Chronocord, links die Austromir-Messjacke.

Nun 25 Jahre später, wurde auf Basis der Vita-Jacke des Raumfahrers Franz Viehböck, mit der man Herzrythmus, Puls und viele andere Bio-Werte maß, ein Gerät mit dem Namen „ChronoCord“ vom steirischen Start-Up JOYSYS vorgestellt.

Mag. Thomas Hassler, der selbst 1991 noch zur Schule ging, präsentierte die mittlerweile die 8. Generation von Messgerät, welche auf Basis der Forschungsergebnisse von Austromir und der Messdaten Tausender Probanden entwickelt wurde.

Das Messgerät ist vor allem für Sportler gedacht und soll in Zukunft auch in Verbindung mit einer Pulsuhr zum Einsatz kommen.
Und weil wir ja  in modernen Zeiten leben, setzt die Firma auf Crowdinvesting, hier werden Firmenbeteiligung via der Plattform Green Rocket an die Frau und den Mann gebracht.

Video 2: Die ganze Pressekonferenz über den Joysys ChronoCord.

Natürlich durfte bei dieser Präsentation die erste Testperson nicht fehlen, Franz Viehböck (CTO von Berndorfer) sprach über seinen Einsatz auf der mittlerweile am Grunde des Pazifiks liegenden russischen Raumstation Mir und die Geschichte, die hinter der Entwicklung von Herzrythmusgeräten liegt, persönliche Anekdoten inklusive.

Video 4: Dr. Johann Harer, erklärt was der Humantechnology Cluster ist.

Hinter Joysys steckt aber eine Institution, namentlich der Humantechnology Cluster Styria unter der Leitung von Dr. Johann Harer, eine Institution die Forschern und bestehenden wie auch entstehenden Firmen hilft, sich zu vernetzen, zu etablieren und Projekte zum laufen bringt.

Daher war auch Wirtschafts-Landesrat Dr. Christian Buchmann bei der Präsentation von Gerät und Firma dabei, um die Wichtigkeit von Start-Ups, Forschung und Clustern als Bindeglied zwischen Forschung und Wirtschaft zu unterstreichen.

Buchmann passierte da übrigens ein kleiner Fehler, er unterstrich dass der Chronocord eine Zusammenarbeit der Firmen Berndorfer und Joysys wäre, was Viehböck später richtig stellte.
Denn seine Anwesenheit hat rein mit dem Umstand zu tun, dass er eben als Austronaut der Austromir-Mission stellvertretend für die Grundlagenforschung stand.

Bild 3: Franz Viehböck im Raumanzug (Quelle: BMBWK, Wien).

Vielmehr basiert das Projekt, wenn man die Batches von Viehböcks Raumanzug betrachtet, auf einer Zusammenarbeit von Bundesländerversicherung (BV rechter Arm) und Zentral-Sparkasse (Z unter der Brust rechts), die als Sponsoren der Austromir Mission fungierten.

>>Kleiner großkoalitionärer Schmäh am Rande ;)!<<

Video 4: Interview mit Franz Viehböck in On The Grid.

Ebenfalls anwesend Prof. Dr. Maximilian Moser, Leiter des Human Research Institut in Weiz (powered by Joanneum Research), aus dem schließlich die Firma Joysys entstanden ist.

Man sieht schon, in Österreich sind die Strukturen vielschichtig, das Beispiel Joysys steht aber auch für den Umstand, dass man nicht glauben muss, dass sich die Dinge nicht weiterentwickeln.
Wer die Weltreise der österreichischen Fregatte Novarra von 1857-1859 kennt, der weiß dass die Forschung sich heute noch mit der Mission, ihren Exponaten und neuen Aspekten beschäftigt.
Während Biologen und Anthropologen ihre Studien schon vor Jahrzehnten abgeschlossen haben, so sind Historiker noch heute damit beschäftigt, die Novara-Expedition zu ergründen und zu verstehen.

Wie heißt es so schön in der Forschung:

„Die einen mögen glauben fertig zu sein, die anderen stellen erst Jahre später fest, dass man erst am Anfang ist ;)!“

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Written by Sivic

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