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258, Islamisierung tötet, Identitäre am Dach des Grünen Hauses

Hallo zum 258. Blogeintrag!

Unter dem Motto „Islamisierung tötet“, hat die Identitäre Bewegung letzte Woche am Dach des Grünen Hauses in Graz, ein mit Kunstblut verschmiertes Transparent mit eben diesem Spruch  demonstrativ ausgerollt. Wir haben uns die „Hintergründe“ angesehen.

Von der Moschee zum „Grünen Haus“!

Ursprünglich plante die Identitäre Bewegung letzten Mittwoch eine Aktion in der Nähe des im Bau befindlichen Islamischen Kultur Zentrums in Graz-Puntigam.

Diese wurde aber gegen 15:45h abgesagt und in die Innenstadt verschoben, da die Polizei im Vorfeld bereits Stellung am Gelände der Moschee bezogen hatte.

Doch die Identitären waren bestens organisiert und während die Polizei in Puntigam wartete, stand man gegen 16:30 am Hausdach der grünen Parteizentrale am Kaiser-Franz-Josef-Kai, welches mit dem Rücken zum Schloßberg steht.

 Video 1: „Islamisierung tötet“, Making-Off-Video der Identitären Bewegung Steiermark, dass die Aktionen von Donnerstag abbildet.

In einem Video dass die Identitären am Freitag veröffentlichten, präsentierten sie auch professionell anmutende Drohnenaufnahmen, von der Moschee in Graz Puntigam.
Dieses Making-Off-Videos zeigt auf sehr professionelle Art und Weise auf, wie die Gruppe vorging und dass das Dach der grünen Akademie am Kaiser Franz-Josef-Kai vom Schlossberg aus erklommen wurde.
Das Video hat übrigens schon 14.000 (Stand Sonntag Nachmittag) Zugriffe auf Youtube verzeichnet.

Rechtliches Nachspiel?

So stopp, Dachbesetzung und Neuformierung innerhalb kürzester Zeit, ganz ehrlich, das ist „neu„. Da hat jemand von einem anderen gelernt.
Ich komme ja schon fast in den Verdacht zu sagen, dass die Geschichte bei der Moschee, vielleicht sogar nur ein „Ablenkungsmanöver“ war.
Für die Grünen, ist die Geschichte schockierend, für die Jungen Grünen ein persönliches „Nine Eleven“ und Landeschef Lambert Schönleitner will nun gegen die Identitären klagen.
Ein FPÖ Funktionär der an der Aktion beteiligt war, musste ja bereits von seiner Funktion zurücktreten.

Einziger Schönheitsfehler, die Grünen sind nicht der Besitzer des Hauses, sondern nur Mieter, da hat der Bäcker der im selben Haus sein Geschäft hat, mit einer Klage wegen Sachbeschädigung „vielleicht“ mehr Glück.
Durch bengalische Feuer die von identitären Aktivisten vor dem Gebäude entzündet wurden, entstand eine Rauchentwicklung, welche die frisch gemachten Rohlinge verunreinigte, die dann entsorgt wurden.

 
Bild 1: Kommt jetzt ein Zaun um die Parteizentrale der Grünen?

Interessant und vielleicht etwas zu diplomatisch formuliert, ist auch die Aussendung der Grünen Steiermark zu der Veranstaltung am Dach ihrer Parteizentrale, sie sprechen von einem „unerfreulichen Übergriff„, wusste gar nicht dass es erfreuliche Übergriffe gibt.

Es wird jedenfalls von Seiten der Grünen Konsequenzen haben, nun will man eine Sicherheitskonzept gemeinsam mit der Sicherheitsdirektion ausarbeiten.

Gut die Grünen stehen unter „Schock„, eine verständliche Reaktion. Parteizentralen sind jedoch nicht zum ersten Mal Ziel von Demonstrationen oder Protestaktionen, siehe dazu die zugemauerte Eingangstür der Salzburger SPÖ Zentrale 2007 oder verschiedene Demos vor SPÖ, ÖVP und FPÖ Parteibüros in den letzten Jahren in Wien.

Der Aktionismus ist kein linkes Diktum mehr.

Seit Herbst hat die Identitäre Bewegung eine Agenda verfolgt, in der sie mit inszenierten Schein-Attentaten aufwartet um damit die Bevölkerung aus ihrer Sicht zu sensibilisieren. Aktionen vor Parteizentralen der SPÖ und der Grünen gab es bereits Ende März in Wien.

Bild 2: Identitäre am Dach der Grünen Akademie in Graz. 
(Quelle: Facebook, Identitäre Bewegung Steiermark)

Die Methodik haben sich die Identitären, deren Banner in schwarz-gelb aufleuchten, übrigens von „Antifaschisten“ und „Umweltaktivisten“ abgekupfert, aufweckende und mahnende Protestmaßnahmen stehen ja bei Greenpeace, Attac, VGT usw., seit Jahrzehnten am Programm und sind ein prägendes Element von deren Szene und Eigenverständnis.
Die oft drastischen Protestaktionen die PETA, Greenpeace, Sea Shepard usw., in Städten, bei Kraftwerken oder auf hoher See durchführen, sind ja ein Hauptträger mit denen diese Gruppen ihre Botschaften vermitteln.

Video 2: Aleviten-Demo  gegen Islamisierung in Wien 
(Quelle: Youtube, Esterreicher) 


Auch interessant, bei der Recherche zu diesem Artikel stieß ich einmal mehr auf die Aleviten (eine vom Islam beeinflusste Religionsgemeinschaft), auch diese demonstrieren offen gegen eine Islamisierung Europas.
Bei einem Protestzug Ende Februar in Wien hörte man wiederholt Sprechchöre die man eigentlich eher von Demonstrationen der Grünen, Kommunisten und der sozialistischer Jugend gewohnt ist.
So waren Parolen wie  „Hoch die internationale Solidarität“, „Solidarisieren, mitmarschieren“ oder das berühmte „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Rechte klaut“ zu hören, gepaart waren diese mit türkischsprachiger Musik, selten ein solches Arrangement gesehen.
Wobei, wer den 1. Mai Aufmarsch türkischer/kurdischer Gewerkschafter und Freundschaftsverbände in Wien kennt, weiß was ich meine…

Zu den Aleviten sei noch gesagt, dass diese ähnlich den Kurden in der Türkei diskriminiert werden und sich nicht an die Verbote des Koran halten, sie sind ein religiöser Nebenstrom des Islam, der sich aus ihm heraus entwickelt hat (ähnlich dem Christen- und Judentum).

Kein Frieden in unserer Zeit!

Kühlte sich die Lage im Jänner nach den Akademikerballdemos merklich ab und waren in letzter Zeit parentätische Maßnahmen die Regel, um z.B. auf das ausrollen eines Transparentes der Identitären an Asylinfoabenden durch demonstratives davor stellen zu reagieren, wird sich der antifaschistische Kampf wohl in nächster Zeit wieder verstärken.

Die Aktion auf dem Dach des Grünen Hauses in Graz, zeigt eine neue Qualität auf.
Sie könnte zu einer Radikalisierung der Randgruppen die sich an den Ecken der politischen Agenden von Grünen, SPÖ und FPÖ gebildet haben, führen und ich warne einmal mehr davor sich damit zu spielen.

Bild 3: Polizei am Mittwoch am Areal des 
„Islamischen Kulturzentrums Graz“.
(Quelle: Facebook, Islamisches Kulturzentrum Graz)

Beide Gruppen eint, dass sie jeweils die Gesellschaft verändern / aufwecken wollen und ihre Agenda durchbringen möchten, wie weit sie dabei gehen, ist wiederum eine andere Geschichte.

Um es aber drastisch zu formulieren, die Aktion letzte Woche bedeutet für einige radikale Elemente in beiden Denkrichtungen nun „Krieg“ und das kann Folgen haben, deren Ausmaß wir im politischen Diskurs schon lange nicht mehr erlebt haben.
Denn während die Einen sich durch ihre Taten bestärkt fühlen, könnten sich die Anderen bedroht fühlen oder sich gar nach Rache sehnen.

Es bleibt also wieder einmal alles offen und ungelöst…

Euer Sivic!

Written by Sivic

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