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192, Alles nur Propaganda!

Willkommen zur 192. Ausgabe.


War der Jänner schon sehr abwechslungsreich, hat der Februar mich bislang auch ziemlich auf Trab gehalten.

Aber damit ihr nicht nur von meinen politischen Projekten hört, zur Abwechslung mal ein bisserl was zu den Themen die die Welt bedeuten, oder auch nicht mehr. 

Und bitte verzeiht mir, wenn ich bedingt durch den Wahlkampf nur 1-2 mal pro Woche dazu komme zu schreiben.

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Was ist wirklich mit dieser Welt los?


Heute Früh las ich auf ORF.at  über die Gründe warum Russland sich 2024 mit seinen Modulen von der ISS verabschieden will und wieder eine „eigene“ Station im Orbit betreiben will. Der Physiker und Mathematiker Vladimir Surdin von der Universität Moskau soll folgendes gesagt haben:  
„Russland kann von dort aus noch nicht einmal richtig spionieren, weil uns die Amerikaner ständig über die Schulter schauen“ 

Dieser Satz wäre natürlich ein tolles Beispiel für „West-Propaganda“, aber mittlerweile traue ich es den Russen zu sehr offen darüber zu sprechen, immerhin, was haben wir in Zeiten der NSA Überwachung heute noch zu verbergen?
Ihr könnt euch vorstellen, dass ich bei soviel Ehrlichkeit mich um ein Haar am Kaffee verschluckt hätte und herzlichst gelacht habe.

Die Spaltung im Bereich der Raumfahrt und die Überlegung in manchen Staaten  regulären Waffengattungen, doch nicht auf eine reine Interventionsstreitkraft zu reduzieren lassen uns in eine Zeit zurückgehen, die Sci-Fi Autoren in den 90er Jahren schon vorausgesehen hatten.
Leider muss man sagen, aber der neuerliche Kalte Krieg gibt Fragen auf, Fragen im Bereich der Propaganda, der Motivforschung und der allerwichtigsten der Frage des Kosten-Nutzen-Faktors.
Daniele Ganser auf dem ich später noch zu sprechen kommen, sieht hier eine Folge von Resourcen- und Interessenkonflikten die unter dem Deckmantel des „Krieges gegen den Terror“ in den letzten 15 Jahren zusehends das sich auf Tauwetter gedrehte Klima zwischen den Großmächten vergifteten und sich in erster Linie ums Öl drehen.
Waren in den 90er Jahren mit Ausnahme des 2. Golfkrieges und der jugoslawischen Kriege, kaum Kriege mit medial verbreiteter westlicher. oder östlicher Beteiligung vorhanden.

Der afrikanische Weltkrieg (2. Kongokrieg), ist zum Beispiel einer dieser Konflikte der in unserem Breitengraden aus dem kollektiven Gedächtnis fast zur Gänze verschwunden ist.  Dabei darf man nicht vergessen, dass beim größten Waffenraub der Geschichte (die Auflösung der Roten Armee), aus der sich auflösenden Sovjetunion Waffensysteme gestohlen (illegal entwendet) und in einem Volumen von mehreren Zig-Milliarden Dollar an den Warlord des jeweiligen Misstrauens verkauft wurden.

USA rüstet ab und gleichzeitig wieder auf.


Glaubt es oder auch nicht, die Amerikaner verschrotten einen Flugzeugträger, die USS ENTERPRISE (Ohne Warpgondeln), wird demontiert. Praktisch dass in der selben Dockanlage am Kai neben an, ihr Nachfolger die USS GERALD R. FORD im selben Aufwasch fertig gebaut wird :P.

Bild 1: Friedliche Stimmung in Newport News , links wird aufgerüstet rechts rüstet man ab. (Quelle: US Coast Guard Facebook Group, 4. Februar 2015)



Ja ein Schelm wer böses denkt dabei, die ENTERPRISE war eine Ikone ihrer Zeit und mit unter auch einer der Gründe von Gene Roddenberry sein Raumschiff nach ihr zu benenne. Eines darf man übrigens nicht vergessen, das Ding war mehr als 50 (!) Jahre im Dienst und wurde in der Regierungszeit von John F. Kennedy zu Wasser gebracht, Gewaltig wenn man bedenkt dass wir jetzt bei Barack Obama stehen und die Enterprise gerade einmal 13 Jahre auf dem Buckel hatte als Nixon zurücktrat und damit schon 3 Präsidenten überlebte.

Ja diese Dinger sind für die Ewigkeit gebaut, es sei denn man führt einen Krieg gegen einen Gegner der in der Lage ist solche Giganten in die Tiefe zu schicken, aber dafür sind die Amerikaner bekanntlich zu feige.

Aber wie sagte die Präsidentin in Iron(ic) Sky:
„Damned real Nazi’s. The only enemy we beat in a fair fight.“

So, damit wohl genug davon, die USA rüsten ja bekanntlich auch in anderen Bereichen extrem auf, denn bekanntlich kann man ja mit „vollen Hosen gut stinken“, daher wundert es nicht dass die Ausweitung der amerikanischen Doktrin in Sachen „Internet Dominance“ (NSA)  quasi kommentarlos akzeptiert wird.
Wobei die US-Regelungsbehörde für Netzfragen (FCC) ja Gestern der von Providern gewünschten Bevorzugung von Inhalten (höhere Bandbreitengeschwindigkeit zu höheren Preisen) einen Riegel vorschob und sich für die Netzneutralität aussprach. Netflix wird es freuen, denn die 3. Staffel des Polit-Thrillers House of Cards darf so nun zum normalen Tarif konsumiert werden.

Achtung Feindfunk!!!

Man darf aber nicht vergessen, der neue Kalte Krieg in dem wir aktuell involviert sind, ist ein viel größerer Informationskrieg als es alle Aktionen – und das kann man bei der Bandbreite dieses Konfliktes ruhig sagen – der Vergangenheit waren.

Wobei man muss hier hinzufügen dass die früheren Konflikte auch nicht diese medialen Fähigkeiten hatten, die wir kennen. Das ist aber logischerweise auch so eine eigene Sache. Wenn ich die Propagandamethoden des Heute mit denen von Früher vergleiche, dann muss man aber eben auch die Situationen miteinander vergleichen.

Warnte man im Dritten Reich mit Parolen wie „Achtung, Feind hört mit“ und  „Feindsender“, vor Spionen im eigenen Land und der Möglichkeit durch das Hören von BBC, Radio Vatikan, der Propaganda des Gegners zu Opfer zu fallen und dadurch auch ins Gefängnis zu kommen oder gar zum Tode verurteilt zu werden.
Gibt es Heute Blogs, Websites, Youtube Channels und jede Menge staatlich, oder staatlich-kofinanzierte Medien die für eine bestimmte Form der Berichterstattung oder Themenbearbeitung sorgen sollen. Respektive in eine bestimmte Richtung lenken.


Video 1: Radio Freies Tirol, ein Sender des Süd-Tiroler Widerstands der 60er Jahre.

In den 60er Jahren waren „Piratensender„, oder eben die Ost-West Programme  Radio Free Europe und Radio Moskau elementare Bestandteile der jeweiligen Medienoffensiven. Zu den Piratensendern gehörten unter anderem freie Sender die auf verlassenen „Flakstationen“ vor der britischen Küste lagen, oder in Österreich „Radio Freies Tirol“, ein Programm dass in ca. 10-15 Minuten Länge Informationen für und über die Süd-Tiroler-Freiheitskämpfer bekannt gab und in einem Abstand von 1-4 Wochen Sendungen über mehrere Jahre ausstrahlte.

Dieser Sender war mobil und natürlich „illegal“, aber nicht unbedingt nur deswegen weil er für die Aktivisten in Süd-Tirol von hoher Bedeutung war, sondern wegen der fehlenden Sendelizenzen, denn bis Mitte der 90er Jahre war das Privatradio / -Fernsehen, in Österreich nicht zugelassen.

So kam es dazu dass die Sender Betreiber regelrecht Katz und Maus mit der Polizei spielten und zum Beispiel die Sendeanlage an einer Tür herausgetragen wurde, während die Polizisten beim unteren Eingang des Hauses hinein gingen.
Ein Hoch auf die Baumeister die das Haus in einen Hügel bauten, so dass man auf zwei unterschiedlichen Niveaus rein und raus gehen konnte.

Übrigens das Rundfunkmonopol wollte man bei uns nicht aus der staatlichen Hand geben. Aber keine Sorge, durch die umfassenden öffentlichen Förderungen welche private Sendeanstalten zukommen, braucht man sich in diesem Land nicht vor der ungezügelten Gefahr der „freien“ Berichterstattung fürchten.


Deutsche Medien vs. Österreichische, Schweizerische vs. Deutsche und Daniele Ganser gegen Alle!



Video 2: ZAPP berichtet über die enge Vernetzung zwischen Medien und Politik und Medien.



Wenn wir schon beim Thema Hofberichterstattung sind, das ARD Magazin Zapp widmete der österreichischen Medienlandschaft einen 6 Minuten langen und sehr ausführlichen Beitrag. Hier ging es um die in Österreich weit verbreitete Form staatlicher Quersubventionierung, nämlich die Schaltung von Inseraten durch Parteien und Ministerien.
Und weil es meiner Meinung nach nicht reicht, dass das Team Stronach den Beitrag via Facebook bewirbt, bringe ich ihn sicherheitshalber auf Youtube.

 Video 3: Die Anstalt räumt wieder einmal mit gängigen Klischees auf.

By the way, die Anstalt hat ja die Deutsche Medien in ihrer jüngsten Ausgabe für bestimmte Assoziationen kritisiert, in denen Journalisten Kritiker ihrer Berichte mit Terroristen gleichgestellt haben. Anscheinend Grund genug dass die NEUE ZÜRICHER ZEITUNG (NZZ) dieses Thema letzte Woche ebenfalls aufgriff und den Umgang der „Lügenpresse“ mit ihren kritischen Lesern analysierte und kritisierte.

Video 4: Daniele Ganser spricht über medial verbreitete Feindbilder.


Aber auch die NZZ ist kein lupenreiner Vorzeigeschüler, Dr. Daniele Ganser, nicht zuletzt wegen seiner Forschungen im Bereich der NATO Geheimarmeen und der 911 Thematik bekannt. Erklärt eingehend in einem Vortrag auf der Universität Tübingen, was es mit den medial verbreiteten Feindbildern und der gestalterischen Macht Imperiums USA auf die Presse zu tun hat.

So spricht er von selbst gesteckten roten Linien der Presse und der Selbstverantwortung des Bürgers sich medial anderweitig zu informieren, hier erwähnt er eben ARD, ZDF, ORF und NZZ die alle eine gewisse Grenze im Bereich der kritischen Berichterstattung nicht überschreiten um die USA nicht unnötig zu beleidigen.
Gansers Kommentar „Sie sind enttaeuscht von ZDF? Nein, seien Sie nicht enttaeuscht, schalten Sie einfach ab“, mag zwar populistisch klingen, hat aber ohne Zweifel Potenzial in unsere Sprachkultur aufgenommen zu werden.


Video 5: Ein moderner Klassiker, die Anstalt über die Vernetzung. 


Achja, bevor ich zur letzten Überschrift und somit einer Kritik an mir komme, noch eine Retourkutsche an die Deutsche Medien, denn wieder war es die Anstalt, die schonungslos die Verbindungen zwischen Presse und politischen Organisationen präsentierte, dafür kassierte man dann von der ZEIT sogar eine Unterlassungsklage, was man in einem gelungenen Gag einige Monate später verarbeitete.

Moment einmal Sivic, Du gehörst doch auch zu dem Apparat?

He, wer spricht da? Muss mein schlechtes Gewissen sein, also auf die Gefahr hin dass ich meine Glaubwürdigkeit verliere. Gewissermaßen Ja, aber die NEOS finanzieren gerade mal meinen Wahlkampf vor, habe ich in der letzten Ausgabe auch so gesagt.

Natürlich gibt es eine „Selbstzensur“ und ja auch während meiner Arbeit als Blogger und bei Interviews kam es zu Szenen über die ich nicht berichtet habe, ob ich darauf vergessen habe, oder es aus gewissen Gründen nicht schrieb oder auf bitten von Gästen aus der Sendung schnitt sei mal dahin gestellt, aber ein Klassiker den ich herausnahm war z.B. eine Antwort in der der Interviewte eine halbe Minute herum stotterte weil er sich kurz davor am Wasserglas verschluckte usw., aber gut das kommt vor, dann dreht man halt noch einmal. Bei Fragen deren Antworten nach Ansicht der Gäste zu sehr ins Privatleben gingen, kam auch der Cuter zum Einsatz, so etwas wurde aber entweder nach dem Interview gleich gesagt, oder im Vorfeld besprochen.

Dies war z.B. bei Martin Ehrenhauser und Kathrin Nachbaur der Fall, bei Ehrenhauser gings um eine Antwort bezüglich seiner Familie, bei Nachbaur stellte ich z.B. die Baby-Frage nicht, die in einer früheren Version des Fragenblattes zu finden war, was Sie aber auch nicht wusste.

Zugegeben, diese Frage ist insbesondere für Frauen sehr schwer zu beantworten und wie sich ja später herausstellte, dürfte Fr. Nachbaur zum Zeitpunkt des Interviews schon im Frühstadium ihrer Schwangerschaft gewesen sein.

Bei den NEOS kam es zu so einem Fall vor ca. 2 Wochen, ich bekam dies auf dem Weg nach Hartberg während der Michi Pock Tour (Eine Tour des Nationalratsabgeordneten Michael Pock) mit. Die Landeskoordinatorin Stefanie Regitnig wurde während dieser Fahrt über den Wegfall der Westfront, also dem Rückzug der Kandidaturen von Stainz, Köflach und Voitsberg informiert, ich veröffentlichte dies nicht. Die Kleine Zeitung einige Tage später hingegen schon.

Was ich an dieser Stelle auch sagen möchte ist, dass es zwischen den NEOS und mir kein „Stillschweigeabkommen“ gibt, daher ist alles zu dem ich mich nicht öffentlich äußere auf das Vertrauensverhältnis zu den agierenden Einzelpersonen zurückzuführen.

Euer Sivic

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Written by Sivic

2 Comments

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  1. Das ist schon richtig, aber ich glaube dass es auch nicht meine Aufgabe ist, jede Kritik zu wiederholen. Daher ist ja auch auf seinen Wikipedia-Artikel verlinkt, damit kann jeder sich selbst ein Bild machen.

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