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Dinge von denen …..

… ach, hört euch doch den alten Gassenhauer selber an.

Aber ganz ehrlich, der Schlag sitzt tief im Magen, Eugen Freund eines der roten Gfriesser (Eigenaussage) im öffentlich rechtlichen Rundfunk zu denen ich aufgeschaut habe, kandidiert als Spitzenkandidat für den EU-Wahlkampf, das ist echt ein Doublefacepalm wert.

Ich wurde zuletzt von einigen Lesern für meine neutrale Berichterstattung gelobt, ganz ehrlich da geh ich heute lieber härter ins Gericht.

Ein ganz besonderes Geschenk zum 125igsten Geburtstag

Am letzten Freitag, hat sich der Hr. Bundeskanzler ja noch bei Lou Lorenz-Dittlbacher sehr bedeckt zu den Gerüchten geäußert, dass ein prominenter Spitzenkandidat sich auf der SPÖ Liste finden wird.
Dann war Wochenende und man hat 125 Jahre SPÖ gefeiert, zur Erinnerung dass ist die Partei der Arbeiter und nicht der Penthouse-Sozialisten und Spindoktoren.
Und am Montag war dann Hannes Swoboda deutlicher als er die Nachricht über die Kandidatur von Eugen Freund mit den Worten „Ich werde die Entscheidung akzeptieren“ quittierte. Eugen Freund selbst meinte darauf hin lapidar, dass er mit ihm noch nicht gesprochen hatte und nicht wüsste wie lange er schon von der Entscheidung im Vorfeld informiert war.  
Die Kommunikation nach Außen war ja in der letzten Zeit immer häufiger ein Problembereich der SPÖ, dass Sie jetzt intern zu ihren „besten“ Mitarbeitern den Kontakt verliert, ist bei diesem Führungspersonal eigentlich wenig verwunderlich, doch für manchen Beobachter ein wenig überraschend. Freundschaft wird ja in der SPÖ ja auch nach innen gelebt, oder irre ich mich da?
Aber das hat die ÖVP mit der Entscheidung 2009 Ernst Strasser zum Spitzenkandidat und Delegationsleiter zu machen und Othmar Karas zu degradieren sehr teuer bezahlen dürfen.

Es ist trotzdem verwunderlich dass sich der glatte Gentleman und Anchorman des ORF trotz seiner Ablehnung der Politik nun dazu hinreißen hat lassen selbst in den Wahlkampf einzusteigen. Noch im November hat Eugen Freund sich über den Umgang des ORF mit ihm und seiner Pensionierung (die anscheinend nie eine war) aufgeregt. Andererseits war sein erster Auftritt in der ZIB 2 diesbezüglich wie mit den EU-Abgeordneten der SPÖ nun umgegangen wird auch nicht wirklich besser (siehe oben).

Ich mein Entschuldigung, aber wo leben wir und „Österreich“ ist definitiv keine gültige Antwort.

Auch wenn Hr. „Prof.“ Freund sich bemüht in das bestehende Team konstruktiv einzubauen, einen Teil seiner Glaubwürdigkeit hat ihm diese Aktion definitiv gekostet und für mich ist seine Kandidatur noch immer kein Grund die SPÖ zu wählen. Diese Kandidatur zeigt leider auch sehr deutlich wie eng die Politik mit den Medien kollaboriert und umgekehrt.

Die ältere Generation die hier angesprochen werden soll, wird ihm wahrscheinlich eher die Stimme geben, die Jungen haben schon lange resigniert und bleiben der Urne wohl fern.

Vielen Dank und bitte geben Sie ihren Dienstausweis am letzten Tag beim Portier ab.

Und wie gesagt, einerseits das sture Ablesen der Nachrichten um 19:30h kritisieren und die Politik dafür verantwortlich machen, dass die Information im ORF keine Kontrollfunktion mehr wahrnehmen darf und zusammen gespart wird und andererseits für eine der dafür verantwortlichen Parteien zu kandidieren, halte ich nicht gerade für sehr Rückgrat stärkend.
Der ORF hat übrigens in einem äußerst interessanten Beitrag selbst über Eugen Freund gerichtet, gleichzeitig ist dieser kurze Artikel leider auch ein Beweis dafür, dass die hohen Damen und Herren am Küniglberg wirklich keine Bodenhaftung mehr kennen.
Der ORF Vorstand hätte sich ja ehrlich gesagt nicht besser selbst hervorheben können,, als wie hier beschrieben, fehlt nur noch Wrabetz dargestellt als weißer Ritter in blanker Rüstung, der mit vollen Elan die eigene Infrastruktur zerstört und die alten und langjährigen Mitarbeiter pensioniert.

Bild 1.: Quasi die Stellungnahme des ORF zum Freund-Rausschmiss

Hr. Freund ist nun einer der Letzten, wenn nicht sogar der Letzte aus der alten Garde gewesen, der zwangspensioniert / entsorgt wurde. Die Seher der Sportnachrichten haben dass ja in den letzten Jahren recht deutlich miterlebt, als Sigi Bergmann, Robert Seeger, Hans Huber und Hainz Prüller wie auch viele Andere ihren Hut nehmen mussten und manche von diesen Leuten bei diversen Privatsendern zwischenzeitlich engagiert wurden.

Aber naja, auch Josef Broukal war dann für diverse Puls 4 und ATV Auftritte als Moderator noch gut genug, obwohl er da schon längst Abgeordneter war, Karin Resetaritz hatte als EU-Abgeordnete sogar auf TW1 eine eigene Sendung.

Mein Fazit:

Sympathisch, adrett, charmant, dass will die ältere Generation die mit dem Angebot welches die SPÖ mit diesem Spitzenkandidaten machen will bedient werden soll. Rückgrat, Glaubwürdigkeit, das sind Nebensache. 
Seine Pensionierung beim ORF muss man nicht verstehen, im Gegenteil die gibt ihm einen Opferbonus, weil er ist ja jetzt ein arbeitsloser Journalist ohne Pensionsanspruch, wird sich so mancher denken.
Ob dies am Ende reicht, die SPÖ aus dem Tief zu holen, ich glaube leider ja. Mein Glaube an Eugen Freund ist aber noch nicht erloschen, ich halte ihn für einen eloquenten und außenpolitisch hoch interessierten und informierten Mann, der konsequent und korrekt seine Themen präsentieren kann. 
Egal ob man die SPÖ nun mag oder auch nicht, die Überraschung ist gelungen, die Präsentation und die Hintergründe wie man dies tat, schlecht bis miserabel. Auch wenn Jörg Leichtfried vielleicht nicht öffentlichkeitstauglich wirkt, wäre er die jüngere und in Brüssel erfahrene Lösung gewesen, aber der Hr. Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfleiter Darabos feiert halt lieber Feste und große Sensationen, als große Konkurrenten aus den eigenen Reihen.

In diesem Sinne Freundschaft euer,

Sivic

Written by Sivic

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