Tierleid – Grüne fordern mehr Regionalität statt Tiertransporte, 381

Das Tiertransporte sind seit Jahren ein ungustiöses Thema, der GRÜNE Biobauer Thomas Waitz sprach im steirischen Presseclub mit Fachexperten über das Tierleid auf Europas Fernstraßen.

GRÜNER BIOBAUER WILL EUROPAWEITE TIERTRANSPORTE ABSCHAFFEN

Im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema „Tierleid“, brachte der Biobauer und nunmehrige GRÜNE EU-Abgeordnete außer Dienst Thomas Waitz, begleitet von Veterinär Dr Rabitsch, das Problem des Tierleids durch möglicherweise unrechtmäßig verlängerte Tiertransporte im steirischen Presseclub aufs Tapet.
Dabei ist der Knackpunkt, dass aufgrund der Tierschutzverordnung der Europäischen-Union von 2007, der Transport ab der Verladung des ersten Tieres (Beginn) bis zur Entladung des letzten Tieres (Ende) gerechnet wird.

Thomas Waitz-Alexander Rabitsch-Tierleid-Steirischer Presseclub-Tierleid-Pressekonferenz
Bild: Vlnr.: Dr. Alexander Rabitsch und Thomas Waitz sprachen über die Grundfrage des europaweiten Tiertransportes im Vergleich zur regionalen Fleischerzeugung.

In Österreich greift jedoch mittlerweile die Usance um sich, dass von der Abfahrt bis zum Zeitpunkt der Ankunft „des Fahrzeuges“ gerechnet wird und daher die gesamte Beladung und Entladung sowie allfällige Wartezeiten zu Anfang wie zu Ende unberücksichtigt sind.

Mit dieser mittlerweile in Österreich üblichen Vorgangsweise ist es knapp möglich, vom Sammelpunkt Bergheim bis nach zum zentralen Sammelpunkt Spaniens in Vic, in den zulässigen 19 Stunden in Einem durchzufahren.

TIERLEID DURCH MEHR REGIONALITÄT LINDERN

Bei einer strengen Auslegung der anwendbaren EU-Regeln – wie von Waitz gefordert – ist es realistischerweise (konkret für Österreicher) unmöglich dass ein Betrieb, der nicht innerhalb des Radius von Genua bis nach Paris seinen Sitz hat, wettbewerbsfähig Lebendvieh nach Vic in Spanien liefern könnte. In den Ausführungen präferierten die Anwesenden daher die regionale Lebensmittelnahversorgung als anzuwendendes Modell, Thomas Waitz hatte dieses Konzept auch mehrmals im EU-Wahlkampf angesprochen.

Eine Verbesserung der Transportkonditionen für die Nutztiere zu Gunsten einer längeren Fahrtdauer war kein Thema, sodass mit der (zurecht vorgebrachten) zentral-ethischen Diktion als Kollateralschaden, der Lebendviehexport europaweit gravierend zum Erliegen käme.

Ob damit – außerhalb von Soja/Tofu präferierenden Bobo’s – breitere Bevölkerungsschichten von den GRÜNEN adressiert werden können wird sich zeigen; aber möglicherweise gilt es damit eher nur die eigene Klientel zufrieden zu stellen, als andere Wählerschichten zu erreichen.

WEITZ‘ WEITERE POLITISCHE KARRIERE IST NOCH OFFEN

Abschließend sprach Thomas Waitz auch über seinen weiteren politischen Weg.
Aktuell bleibt nämlich offen ob er als Nachrücker von Werner Kogler doch noch ins EU-Parlament zurückkehren könnte, oder als kommender Nationalrat in Wien einzieht. Dies sei lt. Waitz von der basisdemokratischen Kandidatenreihung abhängig; da die Quereinsteigerin Sarah Wiener überaus erfolgreich war, könnten die GRÜNEN bei der kommenden NR-Wahl dieses Konzept erneut andenken.

Bericht:        August Peter Zurk
Bearbeitung: Claudio Schiesl

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