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Rekos – Die katholisch-konservative Gegenreformationspartei

Ein neues Jahr, heißt bekanntlich auch neues Glück,ob dies für Ewald Stadler’s neue Partei die Reformkonservativen auch gilt, werden wir erst am Wahltag sehen.
Ich beschäftige mich gleich am Anfang des neuen Jahres mit dem christlichen Weihnachtsgeschenk, welches am 23. Dez., der Öffentlichkeit präsentiert wurde und um Rainer Hazivar zu zitieren: „Gehen wirs gleich an…..“

Kennt ihr den Begriff der Rekovaleszenz?

Also unter Rekovaleszenz versteht Wikipedia „Wieder zu Kräften kommen“.

So könnte man das für Ewald Stadler und seine Mannen von den Reformkonservativen wohl auch deuten. Nachdem dieser nun angekündigt hat mit einer eigenen Liste anzutreten und ebenfalls die Jungen europäischen Studenten (JES) und die Christen Partei ihn unterstützen, dachte ich mir nur eines: „Albert Du hast wieder zugeschlagen.“

So Sivic, wer ist Albert?

Dr. Albert Pethö vulgo Don Quichotte dessen Couleurname laut Aussage von Alexander Simec in unserem Interview wohl nicht von ungefähr kommt, ist ein katholisch-konservativer Masterplaner der von außen betrachtet im rechtskonservativen Lager agiert und engagiert ist.

Albert Pethö ist aber auch Autor und Schriftsteller (z.B.: Agenten unterm Doppeladler), hauptsächlich von historischen Büchern, die sich mit den Geschehnissen des 1. Weltkrieges beschäftigen. 

Ich habe ihn vor vielen Jahren persönlich kennengelernt (Bundes- und Corpsbruder) und während meiner Aktivenzeit beim Corps Ottonen ist sein Name des öfteren durch die Runde gegangen, aber den Rosenzüchter wie er in den Liberalen Kreisen der monarchistischen Bewegung scherzhaft genannt wird – das hat mit seiner Zeitschrift der „Weißen Rose“ zu tun – , habe ich immer nur auf den konservativen Veranstaltungen und Verbindungen gesehen.

Er ist bekennender Monarchist und steht schon sehr lange hinter Ewald Stadler und seinem konservativen Weltbild, da verwundert die strategische Ausrichtung hinter den REKOS wohl auch nicht.

Seit also darauf gefasst, dass die REKOS die „linken“ Freiheitlichen und die Sozialisten aus dem Parlament treiben wollen.
Übrigens eine Meinung der ich mich teilweise anschließen kann, auch wenn die Freiheitlichen mir doch zu weit rechts stehen, aber wenn man global denkt, sind Links und Rechts nur eine Frage der Perspektive.

Die neue Partei vor der Wahl, ein nicht gerade ungewohntes Bild in Österreich.

Seit Franz Olahs Versuch 1965 mit der Demokratischen fortschrittlichen Partei (DFP) in den Nationalrat zu ziehen, gab es schon viele Anläufe von politisch verfemten Personen sich einen Platz im Parlament zu sichern. 

Vom Grundaufbau machen die Reformkonservativen nicht viel anders als es Stronach, Hans Peter Martin, oder die NEOS mit ihren jeweiligen Methoden und Vorgehen vorzeigten.

Mit Hans Peter Martin verbindet Stadler die Arbeit im EU-Parlament und die Tatsache dass er sich als EU-Mandatar das lästige Unterschriften sammeln ersparen kann was er sonst für eine Kandidatur machen müsste.
Dies hat er übrigens mit Stronach (vor der NR 2012), Hans Peter Martin (EPW 2004) und Karl Habsburg (EPW 1999, mit der Christlich sozialen Allianz, (CSA)) gemeinsam, sprich vor der Wahl die eigene Partei gründen die schon einen Fuss im Parlament hat und kräftig Radau machen.
Und wie das Beispiel Hans Peter Martin erfolgreich vorgezeigt hat, kann eine solche Auskopplung durchaus positiv ausgehen.

Mit seiner Liste die er aus Frust über die SPÖ (er war aber nie Mitglied bei dieser) und die Spesenaffäre gegründet hatte, zog Hans Peter Martin 2004 selbstständig in das EU-Parlament ein und 2009 wiederholte er diesen Erfolg mit einem Ergebnis von 17,7%, wobei ich das bis heute nicht verstehe wie ihm das gelungen ist. Also egal wie die nächste Wahl ausgeht, dass er unter die 4% Marke fällt mag zwar nicht unmöglich sein und so wie die Dinge stehen wird er wohl stark verlieren, aber Martin hat sicherlich einen gewissen Kernbereich an Wählern den man nicht unterschätzen darf, auch wenn seine Hauptklientel die Protestwähler und Wechselwähler sind.

Was Stadler aber von den oben genannten Herren unterscheidet, ist dass er wie die NEOS eine Zweckgemeinschaft mit bestehenden Gruppen gebildet hat.
Somit baut er eine gemeinsame Wahlplattform auf die eine breitere Schicht von Unterstützern besitzt, das strahlt Kompetenz aus und überzeugt den Wähler mehr, als wenn er als „Einmann-Unternehmen“ antreten würde.

Hat er ernsthafte Chancen?

Seit dem Einzug der NEOS und der Tatsache dass in Österreich ein Wandel eintreten muss den immer mehr Leute auch fordern, halte ich nichts mehr von solchen Fragen, insbesondere wenn man bedenkt was mit viel Engagement heute alles möglich ist, mit wenig Geld, aber viel Herzblut und Arbeit kann man heute nicht nur solide Star Trek Folgen (siehe Star Trek Phase II und ähnliche Derivate) produzieren, sondern auch Parteien in den Nationalrat führen.

Man bedenke z.B. dass einer der größten Hacker-Kongresse weltweit, der Chaos Communication Congress völlig ohne Sponsoren auskommt und dort auch Professoren und Doktoren vortragen und nicht nur irgendwelche Nerds, wie gemeinhin vermutet wird. An dieser Stelle möchte ich natürlich auf die hohe Qualität der Beiträge verweisen, die ihr auf Youtube nachsehen könnt.

Wenn Ewald Stadler geschickt und gut vorbereitet in den Wahlkampf geht und seine Leute sich ihre adeligen Hände auch schmutzig machen und selbst anpacken, Aufsteller aufbauen, Plakette kleben usw., vernünftig argumentieren und sich sehr gut präsentieren, dann wird es gehen.
Wenn man glaubt irgendein anderer wird das schon machen und man selbst gibt nur am Wahltag seine Stimme ab, dann tut es mir leid, aber dann hat der- oder diejenige das Prinzip der Aufopferung für eine Idee nicht verstanden.

Wie sieht es mit dem Programm aus?

Programatisch wird es interessant werden, was die REKOS präsentieren, eine familiengerechte Wirtschaft wie es die JES fordert ist ja schon ein schöner Ansatz, ein Abtreibungsverbot wie es die Christen wollen ein kontroverser Linienbrecher, allerdings einer der Brisanz mit sich bringt, wenn man die steigende Lebenserwartung und die geringe Geburtenrate berücksichtigt, Stichwort Pensionssystem.

Die FPÖ’ler argumentieren damit dass die Abtreibung den Kindern die Umstände erspart in denen sie geboren werden und will aber gleichzeitig die Zuwanderung stoppen / einschränken, andere Parteien führen die freie Bestimmung der Frau an.
Ich sage nur soviel Österreich braucht ca. 30.000 Zuwanderer im Jahr und zwischen 20-40.0000 Ungeborene werden jährlich abgetrieben, dem gegenüber stehen 80.000+ Geburten.
Es gibt aber keine offiziellen Zahlen zu den Abtreibungen, das sind nur Schätzungen. 
Das ist derzeit kein Wahlkampfthema was von den Medien, oder anderen Parteien gerne aufgegriffen wird, trotzdem wollte ich dies einmal erwähnen, weil an solchen Themen sind die Christen derzeit gescheitert, da darüber nicht gesprochen werden soll. Der ein oder andere Leser mag sich vor den Kopf gestoßen fühlen, aber hier nehme ich eine konservative Linie ein.

Darüber lässt sich natürlich trefflich streiten, der bittere Nachgeschmack bleibt trotzdem.

Zum Abschluss:

Die Wahrheit ist, dass Martin, die SPÖ und die ÖVP Federn lassen werden.
Die andere Wahrheit ist, dass es keine Regierungsbildung in Brüssel im klassischen Sinne gibt und das Parlament nur wenig mitbestimmen kann, somit ist die Frage was ein Stadler in Brüssel bewegen will, insbesondere dann wenn er vielleicht dem rechten Flügel der nationalen Bewegungen beitreten will, er kann aber auch allein bleiben, oder geht zur Europäischen Volkspartei, ob dies aber die ÖVP dann erlaubt, sei dahin gestellt.

Ich sage neues Jahr, neues Glück, mehr wenn ihr mich wieder seht, ihr müsst unbedingt schauen wie es weitergeht…..

Written by Sivic

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