in

Quo Vadis Republik?

Vorsicht, der nachfolgende Artikel enthält subtile Spitzen und wurde von einem kritischen Geist geschrieben, der sich sehr viel auf seine Meinung einbildet. Monarchisten und Republikaner, Grüne, ÖVP’ler, SPÖ’ler, Kommunisten, sowie Mitglieder und Wähler der FPÖ, als auch Robert Lugar könnten sich beleidigt fühlen.

Ich war jetzt lange abwesend, deswegen werde ich zu mindestens eine kleine Dosis von mir wieder abgeben, es liegen zwar gefühlte fünf Artikel in der Schublade, die sind aber alles andere als fertig.

Und nun gehts los

Was war denn am 12. November?

Richtig es war heuer ein Dienstag, aus republikanischer Sicht ein wichtiger Tag, weil die 1. Republik gegründet wurde, aus österreichischer Sicht ein unwichtiger Tag an dem die kalte Wintersonne in Wien schien, weil außer ein paar ewig gestrige rot angestrichene sozialdemokratische Besenstiele die am Morgen des 12. Novembers aus Gründen der Götzenverehrung vor dem Republiksdenkmal, nahe dem noch nicht geschlossen Parlament Kränze niederlegten, welche sie beim ersten Anzeichen, oder Auftauchen monarchistischer Fundamentalisten aus Angst vor Beschädigung wieder wegtrugen, war dort kaum ein Mensch. (Quelle: sga.monarchisten.org)

Ja auch die Sozis haben ihr Problem mit der Republik, oder besser gesagt mit der Demokratie und den Freiheiten die sich theoretisch aus dieser ergeben, schon blöd wenn man der EU und UNO beigetreten und somit an Internationale Verträge gebunden ist.

Aber damit nehmen es die Genossen ja sowieso nicht so ernst, doch wem erzähle ich das, es gilt ja das medial verurteilte rechts-konservative Volk für sich zu gewinnen, da kann man es ja dem Herrn Strache gleich machen und scheinbar monarchistische Symbole verbieten.

Kurz es geht um Machterhalt, apropos hat jemand die Diskussion wegen der Schwarz-Goldenen Fahne (Altösterreichs Farben) in Baden am Kaiserhaus mitbekommen?

Skandal: „In Baden hängt am Kaiserhaus a Monarchist a Fahnderl raus!

Der sozialistischen Jugend Sprecherin der SJ Gruppe Baden, Nedina Malinovic (Mancher wird sich jetzt denken, warum serbische Agitatoren in österreichischen Gemeinderäten sitzen dürfen, aber völkische Verurteilungen verbiete ich mir.) die wohl hauptberuflich auf einem Versorgungsposten im Badener Gemeinderat sitzt, gälte es gewaltig auf, dass von dem historischen und vor kurzem renovierten Kaiserhaus (ein Museum) eine schwarz-goldene Fahne runter hang.

Frau Malinovic sah anscheinend rot und war so erzürnt dass sie gleich im Gemeinderat die ÖVP mahnte dass ein hießen jener Fahne die republikanische und demokratische Integrität unterminiere, einen Vergleich mit dem aufhängen von Hakenkreuzflaggen hat sie glücklicherweise vermieden.

Ironischer weise sind dies die historisch korrekten Farben Österreichs welche auf das Heilige römische Reich deutscher Nation zurück gehen.

Kurzer Hand beschloss irgendwann ein Hr. Renner sich selbst zu krönen und nahm Rot-Weiß-Rot als neue Farben Österreichs an (Die Farben des Hauses Habsburg).

Die KPÖ’ler welche am 12. November 1918 beim Tumult vor dem Parlament sehr aktiv an der Republiksgründung beteiligt waren, waren vom Weiß in der Mitte so begeistert dass sie den weißen Streifen raus rissen und zwei rote Stofffetzen zusammen knüpften um die Rote Fahne zu hießen.

Das haben die Sozialisten mit Schüssen beantwortet, daher auch die immer wieder zitierte Strophe „Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten!“, welche man gut und gerne bei jeder zweiten Demonstration gegen die Regierung in Österreich hört.

Doch um das Thema Baden abzuschließen, die ÖVP hat scheinbar dem Druck nachgegeben welche SPÖ und Grüne aufgebaut haben und wohl aus Gründen des Koalitionsfriedens auf eine hitzige Debatte und ein unnötiges Nebengefecht verzichtet und das Banner abgehängt.

Der interessante wenn auch aus republikanischer Sicht weltfremde Vorschlag österreichischer Monarchisten alle historischen Gebäude aus der Zeit von vor 1918 die heute noch öffentlich genutzt werden Schwarz-Gelb zu beflaggen, ist natürlich aktuell unrealistisch und sorgt für „Face Palms“ par excellence.

Denn er würde zu einem historischen Bewusstsein in der Bevölkerung führen, welches wohl oder übel Nebenwirkungen für die etablierten Regierungsparteien hätte und leider der medial gut aufgestellten FPÖ in die Hände spielen würde.

Quo Vadis Parlamentsumbau?

Aber wie wichtig  den österreichischen Parteien die Demokratie und unser Land und seine demokratische Infrastruktur ist, sieht man ja an der wieder aufgeschobenen Parlamentsrenovierung die übrigens daran scheitert dass man jetzt plötzlich ein Budgetloch – eigentlich eine Debatte über die offene Finanzierung von wichtigen Zahlungsposten und kein Schuldenloch was im laufenden Budget gerade aufgetaucht wäre wie mancher meint – von 40 Milliarden hat.

Da man sich aber geeinigt hat andere Marktprognosen zu verwenden, liegt man jetzt bei einer offenen Finanzierung von Ausgaben im Bereich 18-25 Milliarden.

Dann heißt es im Jahr 2015 dass dem Parlament Betriebsgenehmigungen entzogen werden und dann ein behördlich beeidigter Bauingeneur am Eingang vom Parlament ein „Betreten Verboten“ Schild aufstellt.

Assoziationen mit den Schwarz-Weißen Pickerln ala“Rauchen gefährdet ihre Gesundheit“ tun sich da natürlich auf.

„Diese Republik gefährdet ihre (geistige und physische) Gesundheit“, hätte echt das Zeug zu einem Running-Gag.

Es wäre doch sehr lustig wenn die österreichische Regierung 2015 in Berlin bei Kanzlerin Merkel auftaucht und dann anfragt; „Tschuligst, wir san unregierbar geworden, könnts ihr uns da aushelfen und übernehmen bis wir uns einig san, oder dürf ma bei euch vorübergehend einziehn?“.

Ich kann nur hoffen dass die probate Antwort von Fr. Merkel „Kein Anschluss unter dieser Nummer ist“, sonst sehe ich „Schwarz-Rot-Gold“ und das lehne ich entschieden ab.

Aber Robert Lugar vom Team Stronach hat ja schon eine österreichische Lösung präsentiert: „Und was das Ablaufen der Betriebsgenehmigungen betrifft mache ich mir keine großen Sorgen, und wir sind ja Gesetzgeber und können sicherlich hier einschreiten“ (Quelle: ORF TV-Thek ZIB 2, 20.11.2013).

Na dann Prost Mahlzeit liebe Republik, ich kann Dir nur aus tiefer Überzeugung nachträglich zu deinem ungeliebten Geburtstag gratulieren, weil solange deine Abgeordneten sich schlimmer verhalten als die angeblich vom Inzest gezeichneten und dahin siechenden Adeligen kann das nicht lange gut gehen.

Doch Gustav Mahler wusste schon zu sagen:

Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien,
denn dort passiert alles fünfzig Jahre später.

In diesem Sinne Happy Birthday und gute Besserung, alte Heimat.

Written by Sivic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

259, Wirtschaft trifft Forschung – Von der Austromir zum Startup (Teil 1)

Triest Demonstration vom 8.Dezember 2013