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Einmal Sarajevo und zurück bitte.

„Sivic ich warte schon sehnsüchtig auf einen neuen Blogeintrag!“

So das habe ich nun davon dass ich in der letzten Zeit zu viel geschrieben habe.

Als liberaler Monarchist auf gemäßigt linker Liste, sehe ich mich selbst so wie diese moderne Rezeption über Jules Verne lautet. Diese Selbstbeschreibung trifft meiner Meinung nach am ehesten auf mich zu.

Und wenn wir schon beim treffen sind, wer hat nach Ostern „Das Attentat, Sarajevo 1914“ auf ORF 2 gesehen?

Selten dass ich dies sage, aber der Film war sehr gut, man hätte wenn man sich auf ein paar Dinge besser fokussiert hätte, etwas näher an der Realität bleiben können, aber wenn ich ehrlich bin, ich würde gerne so eine Kriminalserie die im späten 19. Jhd. und 20. Jhd. angesiedelt ist sehen, nicht wieder in London, Österreich, Tschechien, Ungarn, Kroatien, Trieste und viele andere Regionen hätten da wohl nicht weniger zu bieten.

Ich bin dahin gehend ganz sicher nicht unparteiisch, sah den Film aber nicht unbedingt als Anti-Österreich und Anti-Monarchie Propaganda, sondern eher vom Grundgedanken (Prämisse) her mit „Last-Samurai“ vergleichbar, der auch alles andere als eine wahre Geschichte darstellt, jedoch historisch korrekte Ereignisse, beziehungsweise Bezüge zu den Gegebenheiten herstellt. 


Die Darstellung der Kriegspartei die von Kriegstreibern und narrischen Rachesüchtigen angeführt wurde ist ganz gut gelungen, wie wirklich die Vernehmungsmethoden und korrekte Behandlung nach juristischen Grundprinzipien stattgefunden hat, ob die bereits in diversen jugoslawischen Verfilmungen und Darstellungen durchgeführten Folterungen und das hier gezeigte Waterboarding der Wahrheit entsprechen, bezweifle ich, man darf aber den Umgang mit Gefangenen und das Rechtsverständnis von heute nicht mit damals gleichsetzen. 

Dass hier ein liberaler offener Geist auf die Nationalisten und traditionellen Betonköpfe trifft, ist wiederum eine der Grundprämissen jener Zeit, was aber sehr deutlich auffällt ist der Wechsel vom Adel zum Bürgertum was die Bestellung der Posten anbelangt, wäre es nicht zum Krieg gekommen, hätte Feldzeugmeister Potiorek wohl Conrad von Hötzendorf als Armeechef ersetzt und wäre so wie Admiral Haus ein Nicht-Adeliger gewesen.

Kein Geschenk an die bürgerliche Klasse, sondern ein Wechsel den die Zeit brachte. Genauso wie der moderne Rechtsstaat, mit allen seinen Vor- und Nachteilen der mit viel Blut und noch mehr harten Lehrstunden erfochten und gelebt werden musste.

Was uns aber alle angeht, ist dass sich jeder selbst einmal mit dem Thema auseinandersetzen sollte um die Hintergründe zu verstehen, Christopher Clarks „Die Schlafwandler“ könnte da vielleicht helfen und ist nach kurzem reinschnuppern mehr als nur „Balsam für die Deutsche Seele“.

Und übrigens für die Leute die Geschichte hautnah erleben wollen, am 28. Juni findet in Artstetten (Schloß des Thronfolgers in Niederösterreich) eine große Gedenkveranstaltung die von der Familie Hohenberg unter Beteiligung vieler Traditionsregimenter abgehalten wird, statt. Und in Sarajevo wird Erzherzog Karl von Habsburg-Lothringen bei den Gedenkfeiern anwesend sein.


Written by Sivic

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