in

Wahlfahrten und so manche Anomosität

Hat jemand Hanno Settele im Mercedes fahren gesehen?

„Nein“, dann kann man sich die neueste Ausgabe der „EU-Wahlfahrt“ hier reinziehen.

Also bei aller Liebe, fand zwar die Wahlfahrt durchaus als eine Art Show inszeniert, aber jetzt ist die Sendung echt an diesem Punkt angelangt, wo man sich als selbstverantwortlicher Gebührenzahler fragen muss, was soll das?

Neu ist die Stimme aus dem OFF, die in einer seltsam komisch wirkenden Art versucht Europa aus der skeptischen Sicht der österreichischen Seele heraus zu betrachten. Persönlich finde ich es ja nicht so schlecht, dass man einige Spitzenkandidaten der EU-Fraktionen chauffiert, es zeigt dass man das Thema doch auch ernst nimmt und die nationale Komponente außen vor lässt, doch diese an „Willkommen Österreich“ angelehnte Art macht mich persönlich skeptisch, finde diesen EU-Skeptiker aus dem OFF doch sehr störend und ob das bei den Jungen wirklich ankommt, bezweifle ich.
Doch hat es sicher einen Grund warum man Settele immer Dienstags nach Grissemann und Stermann Taxi spielen lässt.
Bin aber auch gespannt wie die nicht-deutschsprachigen Kandidaten rüber kommen und wie sich der ORF in seiner Fremdsprachenkompetenz beweist. Jedenfalls zeigt es dass unsere Medien im EU-Wahlkampf mehr sehen, als nur eine Nationalratswahl light, auch wenn die Inszenierung zur Aufrechterhaltung der Einschaltquoten gerne angenommen wird.

Transparenz? Net bei uns dass ist ja Aufklärung, die wollen wir nicht!

Nach all der Weltoffenheit die wir vom ORF kennen, wird man in Sachen Transparenz in Österreich wieder einmal auf den Boden der Realität zurückgeholt. Laut Standard dürfen laut unserer Strafgesetzordnung österreichische Internet- und Telefonanbieter keine Transparenzberichte veröffentlichen, so wie es etwa Google. Microsoft, Facebook, etc. tuen.

Solche Berichte weisen darauf hin wie viele oder welche behördliche Anfragen bezüglich Daten von Nutzern gemacht wurden, anscheinend lauft dies auch personenspezifisch ab, d.h. ich werde von meinem Anbieter informiert dass es von behördlicher Seite her Anfragen bezüglich meiner Person gab.

Auch Fefe gibt zu bedenken dass in Deutschland trotz zivilen Auskunftsrechtes die Behörden den Anbietern gerne mal auf die Füße treten und drohen. 

Im Bericht von Posteo werden indes schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen der Behörden erhoben. Demnach sei es unter anderem zu „Nötigung, Ermunterung zu rechtswidriger Kooperation und Missachtung geltenden Rechts“ gekommen. Auch habe es eine „Anordnung einer Durchsuchung bei Posteo ohne ausreichende rechtliche Grundlage“ gegeben. Der Anwalt des Unternehmens habe daher in vier Fällen Strafanzeigen bzw. Dienstaufsichtsbeschwerden gegen Kriminalbeamte, Staatsanwälte und Richter eingereicht.
(Quelle: Felix von Leitner, blog.fefe.de, Thu May 8 2014)

Der Sprecher von T-Mobile Schubert, sprach darüber dass man sich überlegt wie man in Österreich entsprechend unseres Rechtes agiert, denn jetzt würden Personen deren Positionsdaten bei „Gefahr im Verzug“ ausgegeben werden, unmittelbar danach per SMS informiert.

Gut für den Täter wenn er dann sein Handy weg wirft und versucht unterzutauchen. Also ja, grundsätzlich eine gute Idee, die letztgenannte Praxis ist aber im Zweifel vielleicht weniger sinnvoll.

Und für die Leute die an Antiviren glauben,…

gibt es diesmal eine herbe Enttäuschung.
Symantec bestens bekannt für das NORTON Antivirus Programm, gibt öffentlich zu dass seine Antiviren-Programme mittlerweile nicht wirklich mehr etwas bringen und taktisch gesehen reine Placebos darstellen.

Nur noch 55% der Viren könnten bekämpft respektive geortet werden und dass wird wirklich als Erfolg verkauft. Firewalls hingegen sind eine andere Sache, trotzdem seien alle User davor gewarnt Flash- zu nutzen da man eben nicht weiß was neben dem Video auf irgendeiner Streamingseite noch runtergeladen wird.

Pikant ist vor allem hier die Tatsache dass der LINUX-Support für Flash von Adobe schon vor längerer Zeit eingestellt wurde. Es wird empfohlen nicht viel anderes außer Youtube zu verwenden und z.B. HTML 5 als Alternative anzuwenden. Theoretisch gebe es bei diversen TV-Theken sich die Sendungen via Mediathek-View runter zu laden oder zu streamen, der Film lauft dann bspw. am VLC-Player.

Achja da war ja noch etwas?

Wieder einmal gibt es eine neue Studie zum Thema „Österreicher sind doch verkappte NAZIS“, zugegeben dass war jetzt sehr spitz formuliert, aber dieses Argument wird von gewissen „Kreisen“ gerne geschürt, dummerweise sind die aktuell im Parlament mit knapp 30 Prozent vertreten und ihr Obergenosse heißt Faymann.

Die SPÖ spielt seit Jahrzehnten mit den Österreichern in dieser Sache Hochschaubahn, einmal mehr einmal weniger wird die NAZI-Keule auf die Untergebenen gehaut und gleichzeitig steigt die Anzahl der Deutschen im öffentlichen Dienst (vor allem auf Universitäten) und in den Polizeiwachstuben heimischer Krimiserien.

Auch die ÖVP hat sich mit Aussagen wie „Österreich ist das bessere Deutschland“, oder ihr Verhalten in Bürgerrechts- und Korruptionsfragen mit wenig Ruhm verdient gemacht. Und dass die Führerfrage gerne auch als eine „Deutsche-Frage“ angesehen wird und uns gerne von der Süd-Deutschen und dem Spiegel auf den Kopf geworfen wir sind der Balsam der deutschen Medien auf die eigene Seele.

Bei uns kennt man(n) sich nicht aus. Darf man sich jetzt als Österreicher der Deutschen Volksgruppe zugehörig fühlen, so wie es faktisch im täglichen Leben passiert und vor allem im wirtschaftlichen und kulturellen Miteinander der beiden Staaten geschieht und ständig betont wird. 
Darf man als österreichischer Soldat an gemeinsamen Übungen teilnehmen, ohne Verrat am Staatsvertrag und der Neutralität zu begehen?
Und – die Frage lasse ich nicht aus – „darf“ man einen H.C. Strache wählen der Faymann vorwirft zur Befehlsausgabe nach Berlin zu fahren und gleichzeitig sich zur deutschen Volkskultur bekennt und medienwirksam inszeniert nur zagsam gegen die selbst erklärten Nationalsozialisten in der eigenen Partei vorgeht?

Der Ruf nach dem starken Mann liegt nicht zuletzt in der Ineffizienz und augenscheinlichen Schwäche des Systems, unweigerlich sorgt auch die Presse mit ihren täglich nach Nachrichten gaffenden Tun dafür dass die Politik viel mehr als Zirkus und unser Parlament als Quasselstube und nicht als ernste und seriöse Institution wahrgenommen wird.

Ob man dies durch noch mehr Protokolle, Strafen und straffere Maßnahmen erreichen kann, bezweifle ich, doch braucht es einen entsprechenden Umgang mit dem Thema, ohne den Österreicher wieder zur Selbstkasteiung in die Kirche zu schicken.

Die Studie einfach links oder rechts liegen zu lassen, ist eine Sache, die Studie als Argument für nochmal mehr Prügel auf die österreichische Seele zu missbrauchen und die Straftat des Österreicher-Seins in eine lebenslange Haftstrafe unter der Parteiknute umzuwandeln, ist eine andere und findet schon seit Jahrzehnten statt.

Das alles ruft natürlich in mir das Prinzip von „Ursache und Wirkung“ hervor, ein wesentlicher Teil meiner buddhistischen Lehre ohne diesen Baustein funktioniert auch das tägliche Leben nicht. Pflanze ich keinen Samen an, werde ich auch kein Korn ernten, wenn ich kein Korn ernte kann ich verhungern, usw. usf.. Das heißt aber nicht dass ich mich durch das säen des Samen vor dem Hungertod rette, denn aus dieser Tat entstehen dann andere Verantwortungen.

Den Leuten ist es egal, weil den Politikern fällt eh nichts mehr ein und umgekehrt. Dass nun neue Bewegungen den Österreichern einen neuen Weg versprechen, ergibt sich unweigerlich aus dieser Situation heraus und beweist auch dass der Politverdruss nicht unweigerlich ein Demokratieverdruss ist, wie ihn gerne so manche in den Parteizentralen sehen.
Die NEOS sind da mehr die Europäer und Pluralisten, die REKOS eher die Mahner der Geschichte die aber Österreich wieder mehr Eigenverantwortung geben wollen und EUROPA Anders nimmt die soziale Tradition unseres Landes, sowie besser gelebte Bürgerrechte und die Neutralität als Auftrag sich in den Ring zu werfen.

Es bleibt mal wieder spannend und ja den Kollegen in der Löwelstrasse und Lichtenfelsgasse, sei einmal empfohlen mit der eigenen Geschichte aufzuräumen und das Opferthese hin oder her, gequälte Volk in Ruhe zu lassen……

So long Sivic!

Written by Sivic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

259, Wirtschaft trifft Forschung – Von der Austromir zum Startup (Teil 1)

Einmal Sarajevo und zurück bitte.