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333, Wien in Wahlkampfzeiten – Ein anderer Blick auf die Bundeshauptstadt!

Bild: Anti-Terror-Wand vor dem Bundeskanzleramt.

Es war wieder einmal soweit, ich traf in Wien auf Vertreter von wahlwerbenden Listen, diesmal waren Babara Rosenkranz (FLÖ) und Roland Düringer (GILT) an der Reihe.

Und weil es mir recht gut gefallen hatte, blieb ich gleich übers Wochenende in meiner „Geburtsstadt“. Ein kleiner Reisebericht…


Wien, Wien, nur du allein, kannst mir ehrlich gesagt gestohlen sein.
Diese Worte stammen wahrscheinlich nicht nur von mir, aber ich habe mir das am Wochenende öfters gedacht und dabei war ich wirklich an ein paar schönen Flecken der Kaiserstadt.


Video: Wiener Blond drückt mein ambivalentes Verhältnis zu Wien besonders gut aus. (Quelle: Wiener Blond)

Immerhin ist die Stadt in herbstlicher Wahlkampflaune, viele Plakate, Baustellen und irgendwie interessiert es kaum jemanden was die Politikerinnen und Politiker tun.

Bild: Hingehen entscheiden – Am Parlament hängt eine „Wahlerinnerung“.

Damit aber die Bürger am 15. Oktober ihrer demokratischen Pflicht nachgehen, hat man extra für den Wahlgang ein Wahlerinnerungsplakat auf dem „geschlossenen“ Parlament montiert, dieses erinnert an die Wähler daran für weitere fünf Jahre ihre Stimme „abzugeben“.

Zuerst die Arbeit dann das Vergnügen:

Nachdem ich mit dem Bus nach Wien fuhr, war ich am Freitag Vormittag im Cafe Landtmann und habe 5,70 für einen Cappuccino bezahlt (gschiacht ma recht, wenn ich ka Melange bestoi), den brachte sogar noch ein echter „Piccolo“ (Lehrling) im weißen Dinnerjacket.

Bild: Barbara Rosenkranz im Cafe Landtmann im Gespräch über ihre Karriere sowie die Entscheidung die FPÖ zu verlassen.

Andererseits war es billiger als wenn ich etwas für eine „Raummiete“ hätte zahlen müssen.
Denn im Landtmann drehte ich eine neue Episode für Inside Politics mit Barbara Rosenkranz der Spitzenkandidatin der Freien Liste Österreich.

Dabei ging es um die Themen Familien-, Bildungspolitik und Zuwanderung, sowie die Fragen notwendiger demokratiepolitischer Reformen. Außerdem sprachen wir darüber was die Wiener-Melange mit der österreichischen Kultur gemein hat und warum Barbara Rosenkranz nun gegen die FPÖ antritt.

Bild: Roland Düringer und ich unterhielten uns über Politik, Karriere und wie er sich die Welt und das Leben vorstellt.

Kurze Zeit später (um 13:00 Uhr) war ich im Büro von Mindworker, der Kommunikationsagentur von Rudolf Fußi (Rudi), dort traf ich mich mit GILT Partie-Obmann Roland Düringer, wir drehten im nahegelegenen Benno-Park auf einer Parkbank.

Dort überzogen wir nicht nur die geplante Drehzeit von 30 Minuten um gute 20, sondern sprachen ausführlich über die Frage ob die repräsentative Parteien-Demokratie überhaupt noch zeitgemäß ist und was politische Selbstverantwortung bedeutet.
Dass es beim Gespräch mit Roland Düringer natürlich auch um seine Tätigkeit als Kabarettist und seine Funktion als gesellschaftliches Überdruckventil ging, kann sich jeder denken.

(Kleiner Hinweis wir hatten weder ein Sackerl fürs Gackerl, noch Taubengift dabei.)

Wien mauert sich ein!

Bild: Polizeifahrzeuge als zusätzliche Straßensperre, an diesen Anblick werden uns wohl gewöhnen.

Danach ging es einmal Nachhause in den Fünften Bezirk. Dort habe ich acht Jahre (1997-2005) gelebt. Auf dem Weg dahin fiel mir beim Straßenfest auf der Josefstädterstraße ein Polizei-Bus auf, der als Straßensperre fungierte, die Angst vor der Terrorgefahr ist also auch in Wien angekommen. Nichts desto trotz war die Feierlaune ungebrochen.

Bild: 5 Euro für ein gebrauchtes Huifeisen, in fünf Jahren wird wahrscheinlich ein Foto von dem Aufbau 2 Euro kosten ;).

Nachdem ich mich mit einem Käsekrainer Hotdog und einer Suppe gestärkt hatte, fuhr ich zum „letzten“ Dreh vor den Ballhausplatz. Nach einer kurzen Stippvisite am Josefplatz (Drehort von „Der Dritte Mann“ und Übergangsquartier des Nationalrates) und Michaelator, wo Fiaker Hufeisen für 5 Euro verkaufen, ging ich mit einem langjährigen Freund zu einem Dreh vor das Bundeskanzleramt, nach gefühlten 50 Takes, die wohl nur 30 waren, vielen Versprechern und etlichem Blödeln hatten wir diesen Beitrag dann auch im Kasten.


Video: Life Radio aus Linz hat der Mauer vor dem Bundeskanzleramt ein Ständchen gewidmet. (Quelle: Life Radio)

Hier ging es um die ominöse Mauer die keiner bauen wollte. Der Bau war schon recht weit fortgeschritten, vielleicht hätte das ja keine Mauer sondern eine betonierte Sitzbank mit Rückenteil werden sollen und das alles ist in Wirklichkeit ein großes Missverständnis.

Wenn Falco noch leben würde, er hätte wohl seine Freude mit dieser Farce gehabt, so hat das Linzer Life Radio den Song „Jeanny“ umgeschrieben und eine Show um die Farce gemacht.
Life Radio bekam übrigens heuer 230.000,- Euro an staatlichen Förderungen durch den Privatrundfunkfonds der RTR-Gmbh.
Womit bewiesen ist, dass so mancher Fördereuro auch in regierungskritischer Berichterstattung landet.

BIld: Auf der Lauer nach der Mauer – Ich sitze am Deserteuersdenkmal vor der Präsidentschaftskanzlei.

Ich stand übrigens für den Dreh auf dem begehbaren Deserteursdenkmal (das hatten wir schon einmal), welches von der Seite gesehen wie eine Mauer aussieht (mhm?).

Bild: Anti-Terror-Wand vor dem Bundeskanzleramt.

Was mir aber in Wien besonders auffiel, war die „Is-mir-egal“ Stimmung, die Leute haben zunehmend die Nase voll von der Regierung, der Politik und Neuwahlen. Das Leben geht weiter…
(Den Satz darf man wahrscheinlich bald nicht mehr sagen, weil dass der Titel eines Nazi-Propaganda-Filmes war der nicht mehr fertig wurde)

Jedenfalls ist die „Wiener-Mauer“ Stadtgespräch und die hiesige Bevölkerung sieht den „Schönbau“ als unnötige Vorsichtsmaßnahme einer Politikerkaste, die nichts mehr mit den Menschen auf der Straße zu tun hat.

Haut bitte jemand die Leinwand um?

Bild: Wien-Blick vom Lainzer Tiergarten aus gesehen, schaut Wien aus, als ob jederzeit jemand die Leinwand umwerfen könnte.

Am Samstag habe ich dann den Fehler gemacht mit Anzugsschuhen 14 Kilometer durch den Lainzer Tiergarten zu hatschen/gehen. Ich dachte eigentlich es wird nur ein kleiner Spaziergang, vergas aber völlig darauf, dass es sich bei den erwachsenen Begleitpersonen die mit mir unterwegs waren um „Marathonläufer“ handelte die im Gegensatz zu mir nicht nur die richtige Kleidung anhatten, sondern auch etwas besser im körperlichen Schuss waren als ich.

Übrigens die Wildscheinschnitzel im Rohrhaus hätten auch Obelix geschmeckt und steirische Cervisia war auch vorhanden.

Naja, jammern muss ich jetzt nimma, der Ausflug war schön und ausgiebig, das Wetter diesig und während über Wien die Wolken hingen, schien über dem Marchfeld die Sonne.

Übrigens der „Wien-Blick“ im Lainzer Tiergarten lädt regelrecht dazu ein „Monthy-Python“ zu bitten, die Leinwand umzuwerfen, so unecht wirkt die Natur der Stadt.

Bild: Gedenkstein anlässlich des Besuches des japanischen Kaiserpaares 2002.

Was sich wohl das japanische Kaiser-Paar gedacht hat, als es 2002 dort stand und auf Wien herunter blickte? Ich weiß es nicht, nur so viel, seit jenem Tag steht dort ein Gedenkstein der an dieses denkwürdige Ereignis erinnert.

Das ist halt Wien, schwerst republikanisch, unheimlich pflichtbewusst, ziemlich vergesslich und am Ende doch noch kaiserlich.

BIS BALD,

EUER SIVIC

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Written by Sivic

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