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253, H.C. Strache in Graz, Standardrede mit Gegendemo!

Hallo Liebe Leute, willkommen zu Beitrag 253!

Was sah ich am Donnerstag am Hauptplatz?
800 Strache Fans, 150 sonstige Zuschauer, 100 Demonstranten, 200 Polizisten und der Rest wartete auf die Straßenbahn!

  

H.C. Strache in Graz, etwas unterkühlt…

Bild 1: Hunderte von Anhängern und Zuschauern hörten Strache am Abend zu.

Donnerstag Abend 19:00 Uhr, ich spaziere gemütlich die Sporgasse hinunter und höre auf einmal vom Grazer Hauptplatz her, Werner Otti mit seinem Schlager „Immer wieder Österreich“. Da fangt es natürlich zum Läuten an, „Moment ist der Strache in Graz?“, kommt mir in den Kopf.

Na gut, was für ein Glück dass ich für solche Fälle immer eine Kamera und Ersatzakku eingesteckt habe. So ging ich dann zum Hauptplatz und sah mir das Spektakel an.

Die FPÖ stellte ein volles Programm auf, der Grazer Parteichef Mario Eustacchio, sein Pendant auf Landesebene Mario Kunasek, der dritte Nationalratspräsident und Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer gaben sich die Ehre am Hauptplatz die Menge zu berieseln.
Bei soviel blauer Prominenz durfte aber einer nicht fehlen und so war er der Finale Höhepunkt der Veranstaltung, Heinz Christian Strache wendete sich in einer standardistierten Brandrede an die Grazer Bevölkerung und sprach vom kommenden Blauen wunder.

Die Stimmung war zwar wohl innerhalb der Abstimmung wärmer, doch insgesamt fehlte dem Event irgendwie das gewisse Etwas, viele Leute hörten ihm zu, ob sie sich damit auch angesprochen fühlten, kann ich nicht sagen.

Video 1: Straches Rede war ein Standardwerk, die Parolen und Themen sind bekannt.

Straches Rede war ein Standardwerk aus dem Hause Kickl & Co., ich machte mir am Freitag am Abend eine besonderes Abendprogramm und sah mir statt House of Cards seinen Auftritt vom 25.Feb. in Wörgel (Tirol) an, dieser ähnelte zu 80-90% der Rede in Graz.

Strache zog wie üblich über die Regierung und ihr Versagen in der Flüchtlingskrise her, ließ keine Gelegenheit aus, Faymann und Kurz als unfähig zu deklassieren und schöpfte aus seinem gesamten Repertoire, gepaart mit Kritik an der Schulden- und Steuerpolitik die mit 90% des BIP’s langsam auf griechische Verhältnisse zusteuert, der fehlenden Pensionsreform, der nicht Gleichbehandlung von Frauen im Islam und bei den Pensionen,  und dem politischen Gegner. Lob für Viktor Orbán durfte an dieser Stelle nicht fehlen.
Praktisch nichts neues im Osten, trotzdem interessant wieder einmal Rhetorik und Methodik des FPÖ-Chefs „live“ zu erleben.

Gegendemonstration der Gegendemonstration wegen.

Der Parität wegen durften natürlich Antifaschisten und FPÖ-Kritiker nicht fehlen, sie sorgten mit ihren Kampfrufen, Pfiffen und Gegenreden für eine entsprechende Störkulisse, witzigerweise war das aber nur eine von 3 (!) Gegendemonstrationen die in der Innenstadt stattfanden, auch ein Indiz dafür dass es keine geeinte „Linke“ mehr gibt, so wie man es noch vor ein paar Wochen glauben konnte.

Auch interessant, vor meinem Eintreffen am Hauptplatz, lief ich in der Nähe der Kunst-Uni, Florian Ungerböck, einem der Masterminds des Gras (Grüne Alternative Studenten) bei einem Bankomaten über den Weg. Wieder einmal ein Beweis dass auch Linke und Sozialisten in der heutigen Zeit zu solchen Tempel des Kapitalismus müssen, um harte Valuta (DDR Jargon 🙂 ) abzuheben. 

Bild 2: Auch „Die Partei“ ließ sich nicht lumpen, ein kleine Gruppe von Satirikern stand außerhalb der Absperrungen.

Nach dem Motto „Ehre dem Feind„, sprachen Heinz Christian Strache, wie auch Norbert Hofer in ihren Statements, ebenso die Demonstranten an und verteidigten sogar deren demokratisches Recht protestieren zu dürfen, dass Sie aber auch deren „geringe“ Anzahl von knapp 100 Personen mokieren konnten, ist einem anderen Grund geschuldet.
Denn viele der Unterstützer dieser Bewegungen sind oftmals Studierende und haben aktuell Uni-Prüfungen, sie müssen also das letzte Semester (da war ja viel los) nachholen, sonst sind Stipendium und Kindergeld weg.

Bild 3: Es geht auch ohne Worte, diese Botschaft ist deutlich.

Und wenn wir schon bei Fakten sind, bei der Demo hörte ich einmal mehr folgende Parole: „Es gibt kein Recht, auf Nazi-Propaganda!“

An dieser Stelle möchte ich einmal sagen, dass es überhaupt kein Recht auf Propaganda gibt, es nennt sich Meinungsäußerung und die ist in Österreich durch die Verfassung gesichert, sonst dürften die Leute nicht einmal demonstrieren.
Übrigens wurde das Versammlungs- und Demonstrationsrecht in der Monarchie eingeführt, aber das nur so nebenher.
Auffallend waren aber folgende Dinge, denn ich habe kaum vermummte Personen gesehen und außerdem gab sich auch „Die Partei“ bei dieser Gelegenheit die Ehre.
Gut ein halbes Dutzend Anhänger des österreichischen Ablegers von Martin Sonneborns politischen „Satire-Projekts“ zeigte Flagge und positionierte sich mit „Respektabstand“ von den übrigen Demonstranten.    

Bild 4: Polizisten trennten die Gegendemonstranten von der Veranstaltung der FPÖ.

Eine Hundertschaft der Polizei war ebenfalls zugegen, auch hier fiel mir etwas auf, denn die Polizisten der „EE“ (Einsatzeinheit) trugen keine „Helme“, diese waren an ihren Gürteln fixiert, anscheinend war auch hier die Devise ausgegeben worden, deeskalierend zu wirken, einzelne „Rempeleien“ mit Polizisten, waren zu beobachten, gingen aber über das gegenseitige sich anmaulen und wieder zurückweichen nicht hinaus.

Was mir auch auffiel, war die teils fehlende „Euphorie“ unter den Anwesenden, die Absperrungen sorgten irgendwie auch dafür, dass man sich außerhalb des Fanblocks weniger angesprochen fühlte, die FPÖ Anhänger gaben natürlich ihr bestes, patriotische Gefühle erweckten sich aber durch das Fahnenschwenken der Stracheianer, in mir keine. Gut ich stehe es mir auch mehr auf Schwarz-Gelb oder Rot-Weiß-Rot ohne Gummiadler drinnen.
Gut es mag vielleicht auch daran liegen, dass sich meine Aufmerksamkeit auf Beobachtung und Analyse der Lage konzentrierte, da schlägt halt der Vulkanier in mir durch.

Bild 5: Etwa 800-900 Zuschauer und Anhänger standen innerhalb und außerhalb der Absperrungen am Hauptplatz.

Über die Zahl derer, die FPÖ-Chef H.C. Strache am Donnerstag zujubelnden, scheiden sich ja nicht nur in den Medien die Geister.
Die Zahlen einiger Zeitungen liegen bei 600-800 Personen gesamt, gehen mit denen der FPÖ und Polizeidaten „weit“ auseinander. Mein Reaktionskollege Peter beobachtete gegen 18:00 Uhr ca. 200 „Fans„, ich schätzte das Publikum mit den Schaulustigen außerhalb der Absperrungen um 19:00 Uhr auf knapp 1.000 Leute, sagen wir es waren 800, dann kommen wir wohl recht nah an die Realität, die 200 Polizisten natürlich nicht eingerechnet.
Da das Erzherzog Johann Denkmal abgesperrt war, hatte ich keinen „Aussichtspunkt“ um mir einen besseren Überblick zu verschaffen.

Für die FPÖ war das Spektakel trotzdem ein Erfolg, denn viele tausend Zuschauer waren via Live-Übertragung über Facebook zugeschalten.
Allein die 3-minütige Zusammenfassung auf HC Straches FB Seite, hat bereits mehr als 100.000(!) Zugriffe, das ist durchaus beeindruckend.

Werden wir sehen, ob die „Blaue Flut“ noch aufgehalten werden kann, denn zuschauen ist eine Sache, die FPÖ zu wählen eine andere.

Bild: Nicht wenige Zuschaußer aßen ein Würstel,
den Senf bekamen Sie von Strache gratis dazu.

Vor Ort waren aber auch viele „Adabeis“ dabei, die Würstelstände machten mit diesen Kunden ein gutes Geschäft, so konnte man auch außerhalb der Absperrungen locker sein Würstel und Bier genießen, während der FPÖ-Chef seinen Senf zur aktuellen Politik abgab ;).

Eine „seltsame“ Abfahrt!

Video 2: Gegendemonstranten, Werner Otti’s Schlager  und ein Großaufgebot der Polizei durften nicht fehlen.

Das typische Bonmot zum Schluss darf natürlich nicht „fehlen„, Strache verließ die Bühne gegen 20:00 Uhr und begab sich in den Innenhof des Grazer Rathaus, gegen 20:15 fuhr ein Konvoi bestehend aus drei Fahrzeugen bei der Ausfahrt Landhausgasse in Richtung Andreas Hofer Platz.

 
 Bild: „The King left the Building“, die Polizei formierte sich nach Straches Auftritt neu.

Hier viel uns ein schwarzer Kleinwagen auf, in dem ein etwa 30-35 Jahre alter Mann saß, nachdem zuerst eine silberne BMW Limosine, ein schwarzer Audi Kombi und ein blauer VW Bus hinausfuhr, startete der Mann seinen Motor und verringerte den Abstand zum Konvoi, danach bog er in die Schmidgasse ein und nahm zwei Frauen auf.
Ob es sich hierbei um eine Aktion des BVT handelte, bleibt offen, im zweiten Video könnt ihr die mitgefilmten Teile dieser Szene selbst sehen.

Als Fazit bleibt mir nur zu sagen: „Viel Aufwand für wenig Staub um Nichts.“

Euer SIVIC

Written by Sivic

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