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202, Abgeschnorchelt, Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Willkommen zur Nummer 202!

Ja da hat sich was aufgestaut, auf den Linuxtagen sprach Gunther Bauer und Brigitte Kratzwald von der „Digitalen Selbstverteidigung“ und der Notwendigkeit sich selbst vor ungewollten Zugriffen durch Unternehmen, de Staat, oder andere Personen zu schützen.

Die beiden führten zur besseren Visualisierung das folgende Video vor, welches den treffenden Titel „Wir lieben Überwachung“ trägt.

 Video 1: Alexander Lehmann trifft es mal wieder auf den Punkt.

Wie könnte ein solches Szenario in der präventiven Kriminalitätsbekämpfung in Zukunft aussehen?
Mit der steigenden Anzahl von Gesetzen die uns vor Verletzungen und Übertretungen des Anstandes schützen sollen, könnten absurde Beispiele wie das folgende bald normal sein.

Beispiel: Ein Bürgermeister will einen Bürger klagen weil er ihn nicht bei den Gemeinderatswahlen gewählt und damit seine Gefühle verletzt hat.
Der Bürger fragt, woher er das weiß?

„Naja, aus Sicherheitsgründen haben wir die Wahlkabinen überwacht!“

Ist ja nicht so, als ob es in Deutschland nicht schon einmal Verdachtsmomente diesbezüglich gab. Kleiner Hinweis, der Originalbeitrag des Users ist auf seinem Blog nicht mehr zu finden.

Hier würde die Ehrenkränkung auf das Recht zur anonymen Stimmabgabe treffen, ein irrwitziger Gedanke, der glücklicherweise jetzt noch nicht Strafverfolgungsfähig ist, praktisch gesehen gibt es wohl genug Gemeindekaiser die das gerne so hätten.

Ein ehemaliger Bürgermeister von Raaba hat mir ja auch einen Tag vor den heurigen Gemeinderatswahlen gesagt, dass er sich wegen der Forderung eines „Kassasturzes“ auf meinem Wahlplakatten persönlich beleidigt fühle.
Naja, bislang hatten wir noch kein Gespräch diesbezüglich geführt, dass ein Kassasturz für die fusionierte Gemeinde Raaba-Grambach nicht falsch sein kann, liegt meiner Meinung nach auf der Hand, denn bis heuer gab es nur getrennte Bilanzen.

Im Reich der wehrhaften Pinguine!

Einen Tag nach diesem Vortrag sprach ich dann mit dem studierten Wirtschaftsinformatiker Mag. Andreas Krisch von der AK Vorrat (Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung) nach seinem Vortrag auf den Linuxtagen über die aktuelle Debatte zur Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung und die nach wie vor stattfindenden Maßnahmen zur Überwachung von Bürgern.

Dass er ausgerechnet auf den Linuxtagen diese Themen anspricht liegt auf der Hand, die Pinguine (wegen dem Logo) haben hier eigene Taktiken und Maßnahmen entwickelt um sich vor ungewollten Blicken Dritter zu schützen.
Sogenannte Keysigning Party’s oder Workshops in denen man selbst lernen kann seine Emails zu verschlüsseln, gehören genauso zum Programm wie kritische Beiträge über die Methoden von Google, NSA usw…

Video 2: Andreas Krisch spricht im Interview über die Vorratsdatenspeicherung und die Eigenverantwortung von Anwendern im Umgang mit ihren eigenen Daten.
In dem sieben minütigen INSIDE POLITICS – ON THE GRID Crossover, sprach ich mit Andreas Krisch, eben über den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, das Grundrecht auf Privatsphäre, die rechtliche Verpflichtung zur Verschlüsselung von Daten, als auch über technische Alternativen zu Whats App und anderen Produkten.
Die Kollegen von GamingFieldDE haben Alexander Krisch auch interviewt und einen großen Beitrag zu den Linuxtagen an sich gedreht. Krisch ging in diesem Gespräch mehr auf technische Details in Sachen Kryptographie ein und erklärte Methoden zur Email- und Festplattenverschlüsselung.
Wenn ihr sehen wollt was man so mit einem Smartphone einer Kamera und einem Quadcopter machen kann, sowie welche Anwendungsmöglichkeiten es für Rasbperry Pi’s gibt, dann seit ihr hier richtig.
Btw, Vertrauen ist gut und Kontrolle ist besser….
 Bild: Die Anfrage der FPÖ Abgeordneten zum Thema EU-Armee.
Die Parlamentarische Anfrage von Fr. Dr. Susanne Winter (FPÖ), sorgte ja für viel Gelächter und Kopfschütteln, weil wie blöd kann man denn sein und wer kommt denn auf die Idee dass eine bislang nur angedachte EU Armee Österreich angreifen könnte?
Nunja „Erfahrung lehrt langsam“, sagte schon Batman, und dieser weise Spruch hat einen sehr langen Bart. Ich erinnere an den Deutschen Krieg (Preußen gegen Österreich) und den amerikanischen Sezessionskrieg, der Fall Fort Sumter war ja der Casus Belli der schließlich zu diesem Konflikt führte.
In beiden Fällen wurden die eigenen Bundes- / Unionstruppen (siehe Vorgeschichte Deutscher Krieg) eingesetzt um die Interessen von sich selbstständig machenden Staaten zu stoppen, wenn auch die Rolle Preußens rein rechtlich eine andere war, als die der Konförderierten Staaten von Amerika und jeweils eigene Interessen im Vordergrund ihres Handelns standen.
Zurück in die Gegenwart, es gibt halt trotz EU-Beistandsklauseln, noch immer so etwas wie die militärische Neutralität und das Verteidigungskonzept der Raumverteidigung welches Österreich im Kalten Krieg forcierte war eben auch auf Angriffe durch Italien und Deutschland ausgerichtet.
Der deutsche Geheimdienst (BND) dürfte halt der NSA geholfen haben, einige europäische Länder darunter auch Österreich abgeschnorchelt zu haben, sei es nur um zu überprüfen ob wir die Wahrheit sagen, oder andere Dinge herauszufinden. Mich würde eher interessieren, was der Inhalt der Lauschangriffe / Datenabfragen war und warum?
Aber mein Gott na, wenn Du Frieden willst, dann rüste Dich für den Krieg und sei immer wachsam, dieses Statement für den Überwachungsstaat sollte man aber nicht als Ausrede für die zunehmende Einschränkung von Bürgerrechten nehmen.
Wie viele Soldaten werden in Filmen oder Serien gezeigt die vorher miteinander ganz normal geredet haben, dann passiert auf einmal was und ein Offizier schreit „Feind“ und einer der Soldaten richtet auf den anderen die Waffe, weil persönliche Beziehungen hin oder her, Befehle sind wichtiger.
Das österreichische Bundesheer hat sicherlich auch die ein oder anderen Informationen über Deutschland, die der BND nicht in österreichischen Händen haben will, ob dies nun Analysen, oder anderweitig nachrichtendienstlich erworbene Kenntnisse sind, sei mal dahin gestellt, lustig wäre es nur wenn diese Daten auch an die NSA weitergegeben werden 😀 *IRONIE*.
Man will eben wissen, was die andere, wenn auch befreundete Seite macht, weil immerhin könnte es ja sein dass man angelogen wird, oder simpel nicht alles erfährt, die Gründe dafür können von „vergessen es zu erwähnen“ bis zum „absichtlichen Verschweigen“ von Informationen reichen.
Aber nein, es wird bei weiten nicht so heiß gegessen und gekocht wie man glaubt. das alles gehört zum Tagesgeschäft.
Fazit: Auch wenn Winters Anfrage beim ersten Mal durchlesen skurril klingen mag, ist sie anbetracht des naturgegebenen Misstrauens welches besonders Staaten in der Vergangenheit vorexzerzierten, nachvollziehbar. Würden wir allen Menschen vertrauen, bräuchte es weder Krieg, Vorratsdatenspeicherung noch Tote im Mittelmeer.
Welche Motive hat man für so ein Vorgehen?
Hui, die Frage ist gut, da gibt es viele Antworten, da man ja in letzter Zeit häufiger die Namen EADS, Eurocopter und Airbus gehört hat, wäre es ja vielleicht gut sich die Tätigkeiten der USA im Kalten Krieg anzusehen, insbesondere im Zusammenhang mit der Einstellung von militärischen Waffenprogrammen von Verbündeten um der eigenen Wirtschaft Aufträge zu sichern und ihre Produkte von Konkurrenz zu schützen.
Faktum ist auch wenn man das bis zum heutigen Tag nicht wirklich so sagt, dass die USA schon in den 50er und 60er Jahren maßgeblich daran gearbeitet haben, die britische und kanadische Industrie zugrunde zu richten und deren Fortschritte im hochtechnologischen Bereich durch massiven politischen und wirtschaftlichen Druck torpedierten.
Beispiele dafür sind die. Avro Arrow (kanadischer Abfangjäger) und die BAC TSR 2 (britisches Konzept eines taktischen Bombers), in beiden Fällen wurden Prototypen wie auch Forschungsergebnisse vernichtet, während aber von der Arrow bis auf einer Bugsektion nichts mehr übrig ist, wurden zwei TSR Prototypen als Museumsstücke der Nachwelt hinterlassen.
Insbesondere im Fall der Avro Arrow kam es im Zuge der Schließung von Avro Canada auch zu einer massiven Abwanderung kanadischer Ingenieure in die USA. Diese fanden in den meistens Arbeitsplätze in der dortigen Industrie und wurden mit Handkuss für das Mondflugprojekt der NASA rekrutiert. 
Man muss sich vorstellen was passiert wenn 14.000 Menschen über Nacht von einer Firma gekündigt werden und in der Zuliefererindustrie weitere 16.000 Arbeitsplätze verloren gehen. 
Was will ich damit nun sagen, wir sind in einem Wirtschaftskrieg, Geheimdienste werden und wurden auch zur Ausspähung von in Konkurrenz stehenden Unternehmen genutzt, insbesondere dann wenn es um den Schutz der eigenen Wirtschaft geht.

Warum? Ganz einfach, die Wirtschaft ist für einen Staat der laufende Motor, sie sorgt für stabile Verhältnisse und ist ein wesentliches Element für den Wohlstand der Gesellschaft eines Landes.
Gefährdet nun ein Produkt aus dem Ausland einen ganzen Wirtschaftszweig, wird man wohl entweder zusehen dass man etwas ähnliches auf den Markt bringt, oder man sorgt dafür dass dieses niemals den heimischen Markt erreicht. Wirtschaftsembargos Patentrechtsstreits, Nichtzulassung, feindliche Übernahmen und Einstellung der Produktlinie, Druck auf die andere Regierung  da gibt es viele Möglichkeiten ein solches Ziel zu erreichen.
Beispiele wie die Patentrechtsstreitsserie von Apple vs. Samsung und der Rechtsstreit über die Festplattenabgabe in Österreich Verwertungsindustrie vs. Festplattenhersteller gehören ja zum wirtschaftlichen Alltag.
So in diesem Sinne passt gut auf was ihr ins Internet stellt und mit wem ihr was besprecht (sagt der Richtige 🙂 ).
Euer Sivic!

Written by Sivic

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