in

152, Das wird teuer!

Willkommen zur 152. Ausgabe meines Blogs.

Zugfahrten haben den Vorteil dass man immer wieder einmal interessante Personen kennenlernt. So hatte ich im Dezember 2007 die Gelegenheit Hrn. Prof. Heinrich Wohlmeyer auf einer Fahrt von Graz nach Wien kennenzulernen. 

Und was so eine Zugfahrt mit der aktuellen Diskussion über neue Steuern auf sich hat, erfährt ihr jetzt….

Der Autor des Buches Globales Schafe scheren sprach mich damals auf die BIT-Steuer an, also einer Abgabe auf digitalen Datentransfer. Er rechnete mir vor dass man damit zwischen 20-30% der Steuereinkünfte in Zukunft so einnehmen könnte. Er sagte damals dass diese Einnahmequelle eine Revolution darstellen könnte, die man am besten mit der Einführung der Einkommenssteuern unter Maria-Theresia vergleichen könnte. 

Wenn man bedenkt dass z.B. für Autobahnen in Form von Mautgebühren ebenfalls Abgaben zu entrichten sind, kann man dies natürlich aus steuerlichen Gesichtspunkten ruhig berücksichtigen. Die Piraten wird es freuen, die laufen ja jetzt bereits auf Facebook dagegen Sturm. Am Ende zählt jedoch was die Wirtschaft davon hält. Wie es bei der Besteuerung von normalen Konsumenten aussieht wird man aber erst noch sehen.

Wenn ich mich nicht irre, kam ich damals auf eine Steuerschuld von 1 Euro das GigaByte und ganz so falsch dürfte ich nun dann doch nicht liegen. Denn sieben Jahre später liegt ein Entwurf der ungarischen Regierung am Tisch und voilà da ist nun auf einmal von einer Internetsteuer für Unternehmen in der Höhe von 49Cent/GB die Rede. 

Das dies noch für Diskussionen sorgen dürfte, ist wohl jedem klar und daher wird es wohl nicht mehr lange dauern bis die Internetsteuer auch bei einem der nächsten Treffen der europäischen Finanzminister ein Thema werden könnte.


Zu mindestens ist von einer Steuerobergrenze die Rede, trotzdem kann es durchaus sein, dass der erhoffte Geldregen sich in einer Reduzierung von Arbeitsplätzen niederschlägt.

Ich möchte hier noch auf eine zweite Steuer hinweisen, die immer wieder in der Diskussion ist, daher beginne ich das nächste Themengebiet mit einer Frage:

Was für einen steuerrechtlichen Vorteil hat eine Maschine gegenüber einem Menschen?


Richtig, Sie ist steuerlich abschreibbar. Während die Arbeitsleistung eines Menschen versteuert werden muss, sind bei einer Maschine, lediglich die Anschaffung, die Wartungskosten und der Stromverbrauch in Form von Mehrwehrts-, oder Umsatzsteuern abzuleisten. 

Beim steigenden Grad der Automatisierung und der damit verbundenen Reduktion von Arbeitsplätzen gibt es daher auch etliche Wirtschafts- und Finanzversierte (ich liebe dieses Wort!), die eine Steuer auf Maschinen (Computer, CNC-Roboter, etc.) fordern um aus diesen Mitteln auch die Mindestsicherung zu finanzieren. 

Eine der Vorschläge nennt sich Wertschöpfungsabgabe und wurde bereits in den 1980ern vorgeschlagen. Natürlich könnte man damit auch die Lohn-/ Einkommenssteuer reduzieren, was zu einer Entlastung der Steuerschuld von Arbeitnehmern und Selbstständigen führen würde. 
Doch was ist wenn sich eine Parität zwischen den Steuern einstellt, dann war es das dann auch wieder mit den erwarteten „Milliarden“.

Letztendlich bleibt es offen welche Steuern kommen und welche wiederum gehen, in einem Land, oder sogar nur einer Region werden sie eingeführt oder ausprobiert und andere Staaten wiederum lassen es sein. Faktum, die Steuereinnahmen sind die wichtigste Ressource der meisten Staaten geworden, seitdem die staatlichen Industrien und Vermögen Großteils privatisiert wurden. Und auch für Steuern gilt, dass diese ein Abbild gesellschaftlicher Entwicklungen sind.

Ich lasse es für dieses Mal, auf die Ideen bezüglich Transfersteuern und anderer Gebühren auf arbeitendes Geld gehe ich ein anderes Mal ein, denn auch diese werden in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.



Written by Sivic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

259, Wirtschaft trifft Forschung – Von der Austromir zum Startup (Teil 1)

153, Ein bizarrer Auftritt.