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147, Eine Pressekonferenz… (oder der Tiefe Blick durchs Glas Teil 2)

Ein Guter Freund postete vor-vorgestern auf Facebook folgendes Zitat, woraus sich folgender Dialog entwickelte:

Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken. 

Ich: Natürlich nicht, hätte jemand 1918 keine Grenze gezogen, könnte ich in Ruhe studieren und müsste mich nicht als Freiheitskämpfer engagieren, so kam es halt anders.

Er: Allein dich in der ZiB zu sehen, war die Grenzziehung wert, Claudio.

Ich: Weißt eh zum 10 jährigen Dienstjubiläum gönnt man sich gern mal was.

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Stopp, Egomodus aus, solche Kommentare ehren mich natürlich, auch wenn man seinen Satz kritisch betrachten kann, wenn man bedenkt was die Grenzziehung für einen Schaden angerichtet hat.

Willkommen zur 147. Ausgabe, diesmal im Schreibmaschinenstil…

Der heutige Blogeintrag dreht sich um die Vorarbeit und meine persönlichen Eindrücke von dieser Zeit, die zu dem Endergebnis (Pressekonferenz der Trieste Libera in Wien) was ihr gleich am Anfang dieses Beitrages sehen könnt, führte.  Ich wollte diese nicht nur skizzieren, sondern etwas systematisch aufzeigen. 
Denn wann kriegt man schon einmal die Möglichkeit das jemand die Abläufe von Pressekonferenzen / Events etwas ausführlicher erklärt. Gute Unterhaltung mit dem Thema das mein Leben bewegt, willkommen im Reich des Movimento Trieste Libera.

HINWEIS: Für nähere Infos über die triestinische Freiheitsbewegung verweise ich folgende Artikel mit dem Suchwort „Triest„:

Und im Vorfeld will ich noch etwas dazu sagen:
Denn es ist kaum zu glauben, dass wir das ganze Ding fast zur Gänze ohne ausgefeilten Projektplan geschafft haben, da merkt man dass das manche Profis auch ohne können, ich nicht, deswegen habe ich mir immer ToDo-Listen zurecht gelegt, damit ich nicht vergesse was zu tun ist. Erfahrung bringts eben…



Video 1: Die komplette Konferenz der Trieste Libera.

Dieses Video zeigt die Pressekonferenz der Trieste Libera in voller Länge, irgendwo hat auch unsere Technik leider ihre Grenzen, daher ist die Tonqualität nicht ganz optimal. Aber auch dies gehört zum öffentlichen Bildungsauftrag, was der ORF nicht zeigt, zeigen wir im Ganzen. 

Der Anfang, Graz irgendwann im Frühjahr…

Schon am Beginn meiner Arbeit für die Trieste Libera schlug mein Kollege Gianni Kriscak eine Pressekonferenz vor, geplante Umsetzung Anfang Sommer 2014. Ich muss sagen, uns war es noch nicht wirklich ganz klar wie das alles umgesetzt werden sollte, denn es sind doch ein paar hundert Schritte durchzuführen, ehe man sich an ein Projekt dieser Größenordnung heranwagen kann.

Bild 1: Trieste Libera auf dem Grazer Barcamp 2014.

Bevor es aber an die große Show ging, brauchte es natürlich vieler Übungsstunden, insbesondere die Erstellung von Informationsmaterialien war hier ein wichtiges Thema. Denn bei einem so komplexen Themengebiet ist es alles andere als einfach die wesentlichsten Punkte zusammen zufassen und auf wenige Seiten Papier (2-3) zu bringen.

Hier bot sich das Politcamp des Grazer Barcamps an, da man bei einer überschaubaren Menge von Menschen, eine sehr gute Durchmischung von unterschiedlichen Leuten erfassen kann. 
Da findet man Unversitätsprofessoren genauso, wie Lehrlinge, Schüler, Studenten, Selbstständige, Designer, Politiker, Informatiker, Journalisten, Angestellte, usw., usf. 
Die Form eines Unvortrages, bietet auch die Möglichkeit zur direkten Reflexion seiner Performance durch die Teilnehmer und Zuhörer. 
Dies hilft bei der Verbesserung seiner eigenen Argumentationsebene ungemein.

So waren wir ein Teil dieser dreitägigen Konferenz und konnten uns vorerst einmal ein Bild machen, ob das was wir machen in Österreich auf Gegenliebe stößt, denn nicht jeder Teilnehmer, war auch ein Sympathisant unserer Ideen, somit konnten wir gleich das Streitgespräch üben. 

Tags darauf in Wien…

Bild 2: Probesitzen am Podium.

Und während am 13. April, Martin Ehrenhauser seinen Abgang bei der Pressestunde machte, gingen wir in der Wiener Innenstadt auf die Suche nach einem passenden Lokal, welches wir nach dem Besuch etlicher Cafés dann in Form des Café Griensteidl fanden. Gianni saß schon einmal Probe und ich machte ein paar Fotos für unsere Dropbox in der wir Aufnahmen aller Lokale mit den Kollegen in Triest ausgetauscht haben, nach einem Preisleistungsvergleich war unser Favorit auch endgültig beschlossen. 

Bild 3: Martin Ehrenhauser vor dem Bundeskanzleramt.


Und weil das Bundeskanzleramt vom Cafe Griensteidl nur einen Katzensprung (100m) entfernt liegt, war es klar dass ich mal bei Martin Ehrenhauser den ich in der selben Woche interviewte, kurz einmal vorbei schaue und frage was er denn so treibt.

Aber dass wenn Gianni und ich in Wien sind, ein Politiker am selben Tag einen Skandal auslöst, ist eine seltsame Parallele die interessanterweise heuer nicht nur ein einmaliges Ereignis war. Dazu komme ich aber noch.

Tatort Triest, Ende Juli/Anfang August 2014…

Jeder Fall hat einen Anfang, als sich schon im Mai abzeichnete dass wir die PK nicht vor September durchführen werden, begangen die erste Vorbereitungen für eine weitere und wichtige Aktion, die aber eher ein rein internes Programm darstellte. Gemeinsam mit der Schwarz-Gelben Allianz führten wir das Austauschprogramm unter dem Arbeitstitel Mission Trieste 2014 durch, in dieser Zeit wurden ja nicht nur Blogbeiträge von mir über kulturelle Ereignisse, oder getrennte Bademöglichkeiten erstellt, sondern auch die Vorbereitungen für die PK in Wien durchgeführt.

 Bild 4: Die Zentrale der Trieste Libera am Piazza della Borsa.

So war ich nun von 27. Juli bis zum 6. August in der Stadt in die ich mich schon im letzten Jahrhundert (so alt bin ich mittlerweile), verliebt hatte, auch wenn damals nichts vom angeblichen Unabhängigkeitsbestreben der streitbaren Stadtbewohner öffentlich zu sehen war.
Ich kann mich nur daran erinnern, das damals weniger italienische Flaggen von den Häuserwänden hinunter hingen als nun der Fall ist. Heute versucht man damit ein Statement abzugeben, Triest ist Italien, dass dem nicht so ist, zeigt sich im Widerstand der Bevölkerung.



 Bild 5: Ein Blick ins Büro, vier Generationen arbeiten an einem Ziel, der Unabhängigkeit Triests (ganz rechts an der Wand, die Presse-Kontaktliste).

Gemeinsam mit Gianni Kriscak, der Pressesprecherin Silvia Verdoglia, Paolo Parovel und Sebastian Lang und vielen anderen Mitgliedern arbeiteten wir in dieser zehntägigen Phase an verschiedenen Dingen. Darunter fiel unter anderemdie Arbeit am deutschsprachigen Dienst der Homepage was mit Übersetzungen vieler unterschiedlicher Artikel einher ging, sowie auch das Finden eines passenden Hotels in Wien, ein Abklären der Hinfahrt, als auch das wesentlichste Element einer Pressekonferenz, nämlich die Pressearbeit und Vorbereitung der vorzutragenden Themengebiete, sowie die Erstellung entsprechenden Materials.
Dafür stand uns in Triest die zweistöckige Zentrale mit allen ihren Möglichkeiten wie WLAN und somit Internetzugriff, etlichen Computern, Bibliothek und genug Platz zum arbeiten zur Verfügung.

Erste Aufgabe zur Vorbereitung einer PK: „Recherche“

Und so begaben wir uns auf die Spurensuche nach dem Ursprung der Probleme und Schwierigkeiten mit denen wir im Heute konfrontiert sind.

Bild 6: Gehen wir mal der Sache auf den Grund was geschah in Triest? 

Wenn man das Heute verstehen will, muss man sich auch mit der
Geschichte auseinander setzen. Die Geschichte einfach ruhen zu lassen und im Heute anzufangen hat leider hier wenig Sinn, denn man kann natürlich die emotionalen, kulturellen und gesellschaftlichen Umbrüche außen vor lassen.
Jedoch sind die wirtschaftlichen und rechtlichen Aspekte, oft mit diesen Bereichen eng verbunden und Ausdruck einer gesellschaftlichen Entwicklung.
D
aher ist es auch unabdingbar sich damit auseinander zu setzen und nicht nur das reine Vertragswerk, von Paris (1947), London (1954) und Osimo (1975) auswendig zu lernen.

Beispielsweise könnte man natürlich die Erfindung des Webstuhls nur rein technisch betrachten ist auch vollkommen legitim, insbesondere dann wenn man das System/ Gerät weiterentwickeln will.
Seine Auswirkung auf Wirtschaft und Gesellschaft dürfen jedoch nicht unter den Teppich gekehrt werden, denn diese waren gravierend, dies gilt genauso für internationale Verträge und das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Und gleichsam sollte man auch etwas von Mechanik/Physik verstehen, denn nur dran werken ohne zu wissen was man da eigentlich macht, ist nicht Ziel führend. Ursache und Wirkung, sagen wir dazu im Buddhismus immer…





Zweitens: „Was will ich sagen?“


Bild 7: Dieses Whiteboard war nicht nur Dekoration.
Themen und Ziel Festlegung.


Vor der Erstellung einer Rede sollte man wissen, was man sagen will, fast fünf Stunden dauerte es bis Paolo und ich an einem sonnigen Samstag die einzelnen Themengebiete festgelegt hatten, hier kam auch Peter Druckers (Interessant dass der Mann in Österreich-Ungarn geboren wurde …) Leitlinie der Fünf Punkte zum Einsatz, nach dessen Schema Paolo’s Rede und unsere Taktik für die Pressekonferenz aufgebaut wurde.

Im Klartext hieß das, dass wir wie folgt vorgingen:

What is our Mission?

Who is your customer?

What’s the customer value?

What are the results?

What’s our plan?

Nach diesem Schema wurde dann gearbeitet und versucht einen möglichst großen Impact zu erzielen, damit das Theme Triest mehr und mehr in den öffentlichen wie auch medialen Fokus gebracht werden kann.

Inside Politics die Elfte! Triest 5. Aug. 2014…

Drittens: Üben hat noch niemanden geschadet.

Video 2: Inside Politics Episode 11. Ein unerwartetes und gutes Training für uns alle.

Eine gar nicht einmal als solche geplante Generalprobe drehten wir am letzten Tag unseres Aufenthaltes in Triest, Paolo Parovel und ich nahmen die 11. Episode von INSIDE POLITICS auf, dass dies gleichsam für mich eine Übung war mir auch half bei der Pressekonferenz helfend und koordinierend einzugreifen, begriff ich erst nach der Veranstaltung. So konnte ich durch die in IP gestellten Fragen abschätzen, wann wir den Dolmetscher brauchen, damit es nicht zu Missverständnissen kommt, eine unschätzbar wertvolle Erfahrung. 

Dies galt auch für den ganzen Aufenthalt in Triest, mein Kommilitone Sebastian verliebte sich nicht nur in die Stadt und ich festigte meine Freundschaftsbande zu den Leuten denen ich hier begegnete, denn ich wurde noch mehr in die Bewegung integriert, als ich es schon selbst war. Es war gut dass wir bei einer Familie die die Bewegung unterstützt einquartiert waren, denn dadurch waren wir nicht abgekoppelt und gingen tagtäglich ins Büro, wir waren fixer Bestandteil einer Umgebung in die wir uns integrierten.

Der letzte Monat vor der PK, Graz und Wien Aug. 2014…

Viertens: „Türklinken putzen!“

Nun ging es ans eingemachte die Vorbereitungen die in Triest getroffen wurden mussten nun weitergeführt werden, Presseaussendungen für die APA und Einladungen an mehrere Hundert Journalisten und Redaktionen wurden ausgeschickt, im Vorfeld sprachen wir mit Sven Knoll von der Süd Tiroler Freiheit, kurioserweise waren Gianni und ich wieder dann Wien als es ein ÖVP-internes Erdbeben gab, wir trafen nämlich Sven Knoll am selben Tag an dem auch Michael Spindelegger zurückgetreten war, welch ein Zufall.

Nach einigem hin und her beim Presseaviso (Einladung), der genau eine Woche vor der PK hinausging, Silvia sendete die Mail an die Journalisten und ich gab den PA bei der APA ab, dann gingen noch einzelne Kontaktmails und Einladungen an Firmen raus, weil wenn es um Wirtschaftsfragen geht sollte man auch diese informieren.

Dass wir in dieser Sache teilweise zeitlich im Verzug waren, lag einerseits an mir weil ich länger brauchte um Mailadressen von Unternehmen zu bekommen und andererseits an Fragen der Textgestaltung (Formulierung) des Einladungstextes, was zu vielen Änderungen führte. 

46 Stunden vor der Pressekonferenz (Südbahn Strecke…

Fünftens: „Mach’s lieber gleich, Aufschub rächt sich!“

„Man fährt wieder Bahn“ heißt es ja immer, „oder steht eben“ müsste man hinzufügen. Meine Bahnreise nach Wien verzögerte sich wegen eines schweren Unfalls bei Neunkirchenm Mir bot dies Zeit um meine Arbeiten in Ruhe abzuschließen, die noch nicht fertig waren (Bearbeitung von Paolos Rede). Wobei ich weiß bis Heute nicht wie es den Insassen in dem Wagen ergangen ist (war in einem anderen Zug), für Dich ist es nur eine Verspätung von zwei Stunden, für den Anderen geht es um Tod oder Leben.

Doch danach ging es in die letzte Phase über, ab nun ging es Schlag auf Schlag. Telefonate mit Journalisten waren im Vorfeld genauso zu machen, wie es noch einen Tag vor der PK plötzlich notwendig wurde die Pressemappen und Flyer in Wien zu drucken, da der Drucker im MTL Büro seinen Geist aufgab
„So, auf zum Atom“ oder nur eh zur Druckerstelle der TU Wien und auf a Stunderl drucken gehen.
Danach ging ich noch zum Friseur, meine Mutter übernahm eine wesentliche Arbeit und lochte (ich liebe sie) mehr als 1.000 Seiten Papier und legte diese in 30 Pressemappen ab.

Sechstens: „Sind wir schon da?“

Zum Schluss stellte sich am Abend noch heraus dass ich den falschen Entwurf von den Flyern hatte, weil ich eine E-Mail übersah und das führte dazu, dass ich am Dienstag in der Früh noch einmal auf die TU-Wien drucken gehen musste (dort ist es am billigsten). 
Schnellen Schrittes gingen wir zu zweit dann durch die halbe Wiener Innenstadt die zwischen Karlsplatz und Michaelerplatz lag und zwei Minuten nach 10 Uhr (da hätte die PK schon 2 min. laufen sollen) kam ich dann im Karl Kraus Saal an. 

Claudio ganz wichtig, Du bist im Fernsehen!

Schritt Sieben: „Ganz ruhig, nur nicht die Nerven verlieren!“

 Bild 8: The Show beginns. Die Welt hörte zu, was wir zu sagen hatten. 
(Quelle: Martin Hörmandinger, APA, 9.9.14)

Als ich dann das Logo des ORF auf einer Kamera sah, wusste ich „jetzt geht es ab in die ZIB 2 und wenn wir nur der Witz des Tages werden“, aber die Anzahl der Journalisten (ca. 20-25) überraschte mich selbst und so war es uns gelungen mit einem geringen Budget von knapp 2.000 Euro, hunderten freiwillig geleisteten Arbeitsstunden von einem guten Dutzend Personen die in das Projekt in Wien involviert waren, einen Coup zu schaffen. 
Der einen Bericht provozierte den 757.000 Menschen sehen konnten, bislang einer unserer größten Medienerfolge im Ausland. 
Bild 9: Das Podium ist versammelt v.l.n.r. Silvia Verdoglia (MTL), Paolo Parovel (MTL), Giancarlo Pollice (Dolmetscher)   und Claudio Schiesl (MTL)
(Quelle: Martin Hörmandinger, APA, 9.9.14)
 
Kurz nach meinem Eintreffen ging die Sache dann los, ca. 1 1/2 Stunden sprachen wir über die rechtliche und wirtschaftliche Situation des Freistaates Triest und die Möglichkeiten die er Österreich und Mitteleuropa bieten würde. Jeder von uns machte nun seinen Job, Paolo unser Leiter hielt seine Rede die ca. 20 Minuten dauert und danach kam die Fragestunde die wirklich eine Stunde in Anspruch nahm. Geschichtliche und wirtschaftspolitische Fragen, spielten hier genauso eine Rolle, wie Wissenslücken die wir uns bemühten zu schließen, denn die Existenz des Freistaat Triest ist leider ein Orchideenthema über das nur selten in den Geschichtsbüchern zu lesen ist. Daher waren Verwunderung, Missverständnisse und auch Neugier zur Befriedigung des Nichtwissens Motivation für die Fragestellungen denen wir uns stellten.
Bild 10: Am Michaelerplatz verteilten MTL Aktivisten Flugblätter.
(Quelle: Martin Hörmandinger, APA, 9.9.14)

Wir fuhren an diesem Tag eine Doppelstrategie, ca. die Hälfte der 14 Aktivisten die in Wien dabei waren, verteilten vor dem Looshaus am Michaelerplatz Flugblätter und hielten symbolisch eine Mahnwache für Triest ab. Übrigens eines dieser Flugblätter brachte mir dann eine Einladung ins Parlament ein, aber das ist eine andere Geschichte.

Was bleibt ist dass die unzähligen Stunden die wir alle für unseren Traum investiert haben und investieren, nicht umsonst sind. Paolo und Silvia sitzen jeden Tag im Büro und arbeiten zum Nulltarif für die Umsetzung dieser Vision. Silvia meint dass die Revolution keinen Urlaub kennt und arbeitet selbst an ihrem Geburtstag für die Bewegung, auch wenn dieser heuer auf einen Sonntag fiel, aber Tags darauf war eine Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der MTL, da wollte Silvia nichts anbrennen lassen, siehe Punkt Fünf weiter oben. 


Bild 11: Alles für den Augenblick. Paolo Parovel erklärt den Fall Triest.
 Der Weg zur Freiheit Triests ist auch sein Lebenswerk, hinter ihm eine Foto von einer Großdemonstration.
(Quelle: Martin Hörmandinger, APA, 9.9.14)

Und Paolo Parovel ist nicht nur Aktivist aus Leidenschaft und sieht sein Vaterland gleich wie die stolzen Süd-Tiroler in Österreich, er ist seit 40 Jahren in seiner Lebensaufgabe fest verwurzelt und hat auch schon einige politische Gruppierungen kommen und gehen sehen wie z.B. die Liste per Trieste der 70er und 80er Jahren die von 1986-88 sogar den Bürgermeister stellte, jedoch in den italienischen Parteien aufging und lediglich mehr Autonomierechte verlangte, jedoch für viel Furore nach dem bilateralen Vertrag von Osimo sorgte und die Diskussion über den Freistaat und seine Rechte am Leben hielt.

Last, but not least, ist da auch Gianni Kriscak zu erwähnen. Schon sein Großvater wurde mehrmals von den Faschisten verhaftet weil er österreichischer Monarchist war. Immer wenn Mussolini in Triest war, verbrachte er seine Zeit in „Schutzhaft“ und wurde erst wieder entlassen wenn der Duce die Stadt verlassen hatte. Auch Gianni will den Verfall seiner Heimat nicht tatenlos zusehen und daher verwundert es nicht dass er und viele aus seiner Familie sich dem Movimento Trieste Libera angeschlossen haben.


Bild 12: Ein Abschiedsfoto nach getaner Arbeit.
(Quelle: Martin Hörmandinger, APA, 9.9.14)

Für mich war es der Höhepunkt eines abwechslungsreichen Sommers, der auch mein politisches Engagement auf eine neue Ebene gebracht hat, nach 10 Jahren im Geschäft bin ich dort angekommen, wo ich immer sein wollte und bitte bekommt keinen Schrecken bei der Durchsicht des Fotoberichts, ich bin eigentlich ein ganz lieber und freundlicher Typ, dass ich so böse drein schaue, war nicht beabsichtigt, aber irgendwie könnte man meinen dass aus meiner Mimik der Frust tausender Seelen sprach, die gehört werden wollten. 


Bild 13: Auch im Café Griensteidl standen wir nochmals Modell.
(Quelle: Martin Hörmandinger, APA, 9.9.14)

Was kostet eigentlich so etwas?

Im Kostenvoranschlag sprachen wir von ca. 1.200,- bis 1.500,- Euro, was doch schon fast zu niedrig gestappelt war, wir unterschätzten hierbei die Kosten für die APA.

Presseaviso und Fotobericht schlugen mit fast 900 Euro zu buche. Zugeben der Fotobericht war ursprünglich nicht geplant und kam als kurzfristige Entscheidung dazu, dafür ersparten wir uns die zweite Presseaussendung, anstelle dieser kam eben dieser Fotoartikel. 

Dann die Kosten fürs Lokal die sich auf ca. 550 Euro beliefen und wenn ich mich nicht irre 300-400 Euro für den Dolmetscher, der hat aber im Vorfeld auch noch einen Text übersetzt, somit kamen da extra Kosten hinzu. Und ca. 140 Euro für Büromaterial und Druckkosten, somit kam man auf die von mir vorher angesprochenen 2.000 Euro. Exklusive Fahrt- und Hotelkosten.

Wie geht es weiter?

Mein Weg führt mich dieses Wochenende nach Süd-Tirol an die Brennergrenze, dort werde ich auf die Süd-Tiroler Freiheit treffen die an der sogenannten Unrechtsgrenze eine Demo am Sonntag um 11 Uhr veranstaltet. 

Hier geht es übrigens zum ORF Bericht zur Selbstbestimmungsdebatte, die am Mittwoch nun auch den Süd-Tiroler Landtag erreicht hatte. 

 Bild 14: Der Kampf um die Unabhängigkeit hat gerade erst begonnen.
Abschließend bleibt folgendes zu sagen: „Es werden noch viele Unwetter über den europäischen Unabhängigkeitsbewegungen hereinbrechen, aber die Debatte/ der Kampf darum, hat auch gerade erst begonnen.


Euer Sivic

Written by Sivic

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