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119, Eine Partei trägt ihre Ikone zu Grabe.

Weil Katholizismus und Sozialismus so gut zusammen passen, beginne ich diesen Blog mit Psalm 119 des Lukas Evangeliums. Damit gedenke ich auch offiziell dem Tod der Nationalratspräsidentin Barbara Prammer.

Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist,
die leben nach der Weisung des Herrn.
Laß mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen,
dann will ich nachsinnen über deine Wunder.


Ich wählte den Weg der Wahrheit;
nach deinen Urteilen hab‘ ich Verlangen.
Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge

und mich an sie halte aus ganzem Herzen.
Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote!
Ich habe an ihm Gefallen.
Ich will deiner Weisung beständig folgen, auf immer und ewig.

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Wer von uns schon ohne Tadel ist, sei einmal ernsthaft dahin gestellt und hinterfragt, ich für meinen Teil habe 10 Tage im sogenannten „befreundeten Ausland“ verbracht und war aufgrund arbeitstechnischer Umstände nur bedingt in der Lage meinen Blog zu warten.

Dass dann für die Fr. Nationalratspräsidentin eine öffentliche Aufbahrung, eine einem Staatsbegräbnis ähnliche Zeremonie zur Instrumentalisierung der Republik, sowie diverse an sozialistische Traditionen erinnernde Rituale stattfinden sollen halte im höchsten Maße für übertrieben.

Ich persönlich war von ihrem Tod schockiert als ich in Triest davon erfuhr und über den SPÖ-Mailverteiler die Kondolationen aller großen Parteihäuptlinge inklusive Norbert Darabos las.

Das Ausschlachten des Prammer-Mythos kommt der SPÖ natürlich gelegen, die Sympathie-Werte braucht die Partei um sich als die Staatspartei zu profilieren und entsprechende Veranstaltungen haben den positiven Nebeneffekt der internen Bauchpinselei am vielfach gescholtenen Skalp der Sozialisten.

Rote Fahnen neben dem Sarg, in blauen Pullovern und schwarzen Hosen gekleidete Rote Falken mit Roten Fahnen, hinter dem Sarg der bronzene Bundesadler, dass hier andere Personen stehen müssten sei dahin gestellt, die Inszenierung ist gemäß der Parteiordnung rot eingefärbt.

Der Mensch Barbara Prammer verdient eine Ehrung wie jeder andere am Ende eines langen schmerzlichen Weges auch, die Inszenierung zum Wohle der Parteiseele und die damit verbundene Bindung an den Staat halte ich hingegen Demokratie gefährdend.

Die Formel Partei = Republik = Demokratie ist meiner Meinung nach ernsthaft zu hinterfragen, allerdings erst nach den Trauerfeierlichkeiten.
Denn den Toten redet man nicht schlecht nach, selbst dann nicht, wenn sie sich selbst nicht daran hielten.

Written by Sivic

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