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Steirische Volkspartei verabschiedete sich von Hermann Schützenhöfer – 446

An diesem Wochenende endete nach 16 Jahren auch in steirischen Volkspartei die Ära Schützenhöfer.

Am ersten Tag des 24. ordentlichen Landesparteitags der Steirischen Volkspartei legte Landesparteiobmann Hermann Schützenhöfer offiziell sein Amt zurück.  Die Amtsübergabe und Wahl von Landeshauptmann Mag. Christopher Drexler folgte am Samstag.

STEIRISCHE VOLKSPARTEI IM AMTSWECHSEL

Parteitage lassen die Genetik und den Zustand der jeweiligen Partei gut erkennen. In den Räumlichkeiten der Grazer Messe begann am Freitag um 16:00 Uhr die Steirische Volkspartei mit ihrem Werk. Kurz nach Beginn übergab Landesgeschäftsführer Detlev Eisel-Eiselsberg mit den Worten „Lieber Landesparteiobmann, alle Truppen sind vollständig angetreten!“, dem aus dem Amt scheidenden Parteiobmann Hermann Schützenhöfer das Wort.

Denn bei diesem Parteitag vollzieht nun auch innerhalb der Partei der Generationswechsel von Hermann Schützenhöfer zu Christopher Drexler.  Letzterer war ja bereits am 4. Juli dieses Jahres Landeshauptmann geworden. An diesem Wochenende übernahm Drexler hoch offiziell die Agenden des Parteiobmanns der Steirischen Volkspartei.

Ebenfalls anwesend war Bundesparteiobmann und Bundeskanzler Karl Nehammer, der am Eröffnungstag in zwölf Minuten sein inniges Verhältnis zur Steiermark und zur hiesigen Volkspartei hervorhob. Hier betonte er insbesondere seine tiefe Freundschaft mit Detlev Eisel-Eiselsberg den er während seiner Rede mehrmals als „Deti“ angesprochen hatte. Darüber hinaus lobte er aber auch das gute Verhältnis zu Hermann Schützenhöfer und seinen Nachfolger Christopher Drexler und erinnerte daran, dass die Volkspartei besonders in diesen Tagen verpflichtet ist an den eigenen Kernwerten der christlichen Soziallehre und der Solidarität festzuhalten.

Der Bundeskanzler sprach daher auch von realpolitischen Entwicklungen und verwies darauf, dass seine Regierung alles tue um zu verhindern, dass es im kommenden Winter zu einer Energieknappheit kommen werde. Dabei betonte Nehammer, dass die Speicher bereits zu 70% voll sind und verwies auf die beschleunigten und noch folgenden Maßnahmen zur Absicherung der Bevölkerung und zur Bekämpfung der Teuerung.

SCHÜTZENHÖFERS LETZTER AUFTRITT

Gleich nach Nehammers Rede folgte ein Film der das politische Leben des scheidenden Landesparteiobmanns Hermann Schützenhöfers beleuchtete. Während dieses neunminütigen Beitrages wurde mit viel Pathos und Selbstlob die seit 2006 anhaltende Amtszeit Schützenhöfers als steirischer VP-Chef erzählt. Dabei spielte auch die Reformkoalition mit Franz Voves eine große Rolle, wie wohl die Dauer-Koalitionen mit der SPÖ lediglich aus ÖVP-Sicht erzählt wurden. Kritische Kommentare zur Gemeindezusammenlegung bzw. deren Auswirkungen auf das Wahlergebnis 2015 wurden ignoriert oder der Asylkrise und damit der SPÖ-ÖVP-Koalition im Bund zugeschrieben. Der Kurzfilm diente damit mehr der Legendenbildung als der politischen Aufklärung.

Nach erneuerter Anmoderation durch Detlev Detlev Eisel-Eiselsberg begann Hermann Schützenhöfer mit seiner 46 Minuten lange Rede. Dabei resümierte über seine mittlerweile 52 Jahre in der Politik und die Herausforderungen denen er sich insbesondere in seiner Zeit in der JVP und beim ÖAAB stellen musste. Seien es die roten Funktionäre in der Arbeiterkammer gewesen die ihm ständig das Wort verwehrten. Die schwarzen Altvorderen die ihm immer wieder einbremsten oder die vielen Geschäftsordnungsdebatten die sein Haar ergrauen ließen. Schützenhöfer sparte nicht mit Kritik und forderte die jungen Leute zu mehr Mut und Tatendrang auf.

Schützenhöfer riet vielmehr seinen Nachfolgern und den nun wirkenden Funktionären die folgenden Punkte zu beachten:

  1. Vergesst die Leistungsträger nicht, diese sind essentiell für die Gesellschaft.
  2. Kümmert Euch um den Mittelstand, Arbeit muss sich lohnen.
  3. Pflegt Anständigkeit, Verlässlichkeit und den Leistungswillen. Denn das sei christlich.
  4. Redet mit den Jungen und hört wirklich zu, und lasst sie mitmischen.
  5. Seid mutig, den Mutigen gehört die Welt und die Welt braucht mutige Menschen für Perspektiven!

Dass der Landesparteiobmann bei dieser Aufzählung weder der ÖVP-Seniorenbund noch der linke Flügel des ÖAAB, die sich jeweils als Stütze für die Partei sehen, mit keinem Wort bedachte, zeigt auch, dass der Stil Schützenhöfers stets etwas eigenwilliger war als jener seiner Vorgänger und er begonnen hat den Zeitgeist zu verstehen.

STEIRISCHE VOLKSPARTEI BLEIBT GRÜN

Nach seiner Ansprache fragte Inside Politics-Redakteur August Peter Zurk einmal mehr Hermann Schützenhöfer ob die Steirische Volkspartei nun schwarz oder türkis sei,  doch auch dieser ließ sich nicht aus der Fassung bringen und antwortete wiederholt mit einem Schmunzeln: „Die steirische Volkspartei ist GRÜN!“

BERICHT: August Peter Zurk und Claudio Schiesl

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Written by Sivic

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