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ORF Protestnote

Nach längerer Abstinenz, starte ich wieder in eine neue Saison.
Und es werden wohl mehr als nur zwei Beiträge wie letztes Jahr werden.

Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns und ein noch interessanteres Jahr liegt vor uns.

Und hier möchte ich gleich einmal loslegen.

Medienpolitisch hat dieses Jahr mit einem Aufruf der Moderatoren und Redakteure der ZIB Redaktion des ORF angefangen. Hier spielte die Berufung von SPÖ Stifungsrat Nikolaus Pelinka als Bürochef von ORF Generaldirektor Alexander Wrabetz, die definitiv eine politische Einflussnahme auf den „unabhängigen“ (?) österreichischen Rundfunk hätte haben können, eine entscheidende Rolle.
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Video: Protest-Video der ZIB Redaktion des ORF.

Das Protestvideo der Redaktion des ORF ist ja ganz nett, aber sprechen wir mal Klartext, die angebliche Unabhängigkeit des ORF gibt es leider nicht.

Ich sage nur Josef Broukal und Robert Hochner, die mehr als nur ein Näheverhältnis zur SPÖ hatten, sind wohl Marksteine für die Tradition dass der ORF immer von politischen Parteien durchdrungen war.
Und um nicht immer nur gegen Rot zu schimpfen, mit Horst Friedrich Mayer bediente man die konservativen Kreise, er war aber auch und das gilt bitte für alle vorher genannten Moderatoren, ein Vorbild für heutige Journalisten.

Das politische Naheverhältnis zur SPÖ ist vor allem historisch bedient, als die Großparteien die Medienlandschaft unter sich aufteilten, die ÖVP bekam das Radio zugesprochen, die SPÖ das in den Kinderschuhen steckende Fernsehen. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichischer_Rundfunk#Technik_und_Empfang)
Privatradios, oder gar private Fernsehanstalten, waren im Europa und gar in Österreich der 50er Jahre kaum vorstellbar.

Es wurde eine parteipolitische Leitkultur errichtet, die vor allem die großen Lager (Arbeiter und Bürgertum) bedienen sollte.

Aber genug über die Vergangenheit gesprochen, was mich sehr nervt sind Aussagen einer Hanelore Veit, die doch ernsthaft die Meinung vertritt, dass der ORF als öffentlich-rechtlicher Sender nicht manipuliert.
Zwei Tage nach diesem Interview dass Sie der Redaktion von „Hohes Haus“ gab, war in der Nachrichtenübersicht der ZIB 2 ein Beitrag über einen Erfolg der Wiener Polizei gegen einen Menschenhändlerring, interessantes Detail, die gezeigten Bilder stammten aus Graz, zugegeben eine eher „leichte“ Form der Manipulation.

Aber der ORF kann auch anders, vor allem Kleinstparteien über die im ORF langsam etwas mehr zu hören ist, werden meistens mit Klischee behafteten Fragen denunziert und nicht wirklich Ernst genommen.

Und mittlerweile können die tschechischen Journalisten schon wesentlich unabhängiger als es unsere tun können, woran das wohl liegen mag?

Zeigt mir doch bitte mal jemanden in der ORF Redaktion, der einen Politiker so richtig zerlegt hat und nein H.C. Strache in der Vergangenheit zu zerlegen ist keine Schwierigkeit gewesen und politische Leichtgewichter wie sie momentan in den hohen Ämtern vertreten sind verschont werden ist wohl eine Schande für den unabhängigen ORF.

Also, wer hat denn bitte Spindelegger, Faymann, Glawischnig-Piesczek und Bucher das letzte Mal im Studio schwitzen sehen?

Genau, das ist das Problem, also sehr geehrter Hr. Wolf, Fr. Zimmermann, Hr. Leitner, Hr. Freund, Hr. Rafreider, Fr. Veit, Fr. Lorenz-Dittelbacher, Fr Fendl usw. usf., bitte zeigen Sie einmal wieder mehr Biss und zerreißen sie unsere lieben Politiker.

Und wenn Sie eine Lehrstunde brauchen, seien Sie auf die wohl wirklich unabhängigsten Sendungen die im ORF verwiesen, das war nämlich „Dorfers Donnerstalk“ und ist „Willkommen Österreich“, das diese Sendungen aber wiederum als „politische“ Ventile herhalten mussten, respektive müssen ist eine andere Geschichte.

In diesem Sinne auch der ORF Redaktion, ein tolles und hoffentlich auch bissiges neues Jahr.

http://www.youtube.com/watch?v=o6SzZmMNfNg

Zu guter letzt noch Werbung in eigener Sache.

Heuer bekommt ihr, wenn alles gut geht, ein paar Schmankerln serviert.

Mit der Interview-Reihe „Inside Politics“ werde ich als ehemaliges Parteimitglied von zwei Kleinstparteien, nämlich der Schwarz Gelben Allianz (Die Monarchisten) und der Piratenpartei Österreichs (PPÖ), Interviews mit den Vorständen dieser beiden sehr interessanten Randgruppen bringen und eben dort ansetzen wo politisch motivierter Mainstreamjournalismus eben nicht nachfragt.

Written by Sivic

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