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Coronavirus – Sozialministerium bietet Hotline an, Betriebe stoppen China-Reisen – 403

Falschmeldungen zum in China aufgetretenen Coronavirus sorgen aktuell für Verunsicherung unter der Bevölkerung. Nun versucht das Sozialministerium mit täglichen Statusmeldungen und einer Telefon-Hotline zu beruhigen. 

Das in der chinesischen Stadt Wuhan (Provinz Hubei) ausgebrochene Coronavirus sorgt weltweit für Befürchtungen dass sich eine Pandemie ausbreiten könnte. Während auf dem gesamten Globus Forschungsteams die DNA-Sequenzen des Krankheitserregers analysieren und mit anderen Viren vergleichen um schnell Gegenmittel oder Methoden zu finden die den Erkrankten helfen können, beginnen in etlichen Staaten erste Krisenpläne zu greifen.

SOZIALMINISTERIUM STARTET UMFASSENDE INFO-KAMPAGNE ZU CORONAVIRUS

Seit dieser Woche veröffentlicht das österreichische Sozialministerium auf seiner Website einmal täglich, um 10:00 Uhr, aktuelle Meldungen zu Verdachtsfällen des erstmals in China aufgetretenen Coronavirus. Bundesminister Anschober hatte letzte Woche angeordnet das Virus auf die Liste der meldepflichtigen Krankheiten zu setzen.

Coronavirus-Sozialministerium-Sympthome-Liste-China-Österreich
Bild: Auf der Webseite des Sozialministeriums findet sich eine Handlungsanweisung für China-Heimkehrer die Krankheitssympthome verspüren. (Quelle: Sozialministerium.at)

Mit dieser Vorgehensweise will das Ministerium für Transparenz sorgen und Falschmeldungen vorbeugen. Mit heutigen Stand (29.01.2020) gibt es bundesweit weder einen Verdachts- noch einen Erkrankungsfall. Bislang waren knapp ein Dutzend Personen bei denen es Anzeichen gab bundesweit in Krankenhäusern untersucht worden, die Ergebnisse fielen bislang alle negativ aus. Ein weiterer Fall im LKH Graz-West wird noch geprüft.

Darüber hinaus bietet die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter der Telefonnummer 0800 555 621, von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr eine eigene Hotline zum Coronavirus an.

EVAKUIERUNG EUROPÄISCHER BÜRGER AUS CHINA

Wegen der engen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Europa und China, startet die Europäische Union, wie auch einzelne Mitgliedsstaaten Rückholaktionen.
So planen Groß-Britannien, Deutschland als auch Frankreich jeweils eigene Rückflüge. Für britische Staatsangehörige ist laut Medienberichten eine zweiwöchige Quarantäne vorgesehen, da das Virus eine zweiwöchige Inkubationszeit aufweist. Sie sollen ähnlich wie US-amerikanische Rückkehrer auf einer Militärbasis isoliert werden. Auch Australien plant 600 Personen auf den Weihnachtsinsel unterzubringen, ehe diese wieder auf das Festland dürfen.

Coronavirus-Kontrollzentrum-EU Katastrophenschutz-Civil Protection Center-Brussels
Bild: In der Generaldirektion des Europäischen Katastrophenschutzes in Brüssel laufen die Fäden zur Evakuierung europäischer Bürger aus China, zusammen.

Währenddessen koordiniert die EU-Kommission über die Generaldirektion des Europäischen Katastrophenschutzes in Brüssel die Planung für die Evakuierung von ca. 600 EU-Bürgern aus insgesamt 14 Mitgliedsstaaten die sich in Wuhan, bzw. der Provinz Hubei aufhalten. Katastrophenschutzkommissar Janez Lenarcic versicherte gegenüber den Medien, dass die Kommission alle entsprechenden Vorkehrungen treffe um die Rückkehr der Staatsbürger sicherzustellen.

Unter den 600 EU-Bürgern befinden sich auch sieben Österreicher in der Provinz Hubei, das Außenministerium ist aktuell bemüht diese entsprechend mit Informationen zu versorgen und ihre Ausreise bis zum Wochenende zu organisieren. Insgesamt halten sich momentan 3.000 österreichische Staatsbürger aus beruflichen oder privaten Gründen in China auf.

NOCH KEINE WIRTSCHAFTLICHEN FOLGEN WEGEN CHINESISCHEN NEUJAHRSFEST

Obwohl British Airways, Lufthansa, Swiss Air, die Austrian Airlines und viele andere Fluglinien Direktflüge nach China gestrichen haben, bleiben wirtschaftliche Konsequenzen vorerst aus. Grund dafür ist das Chinesische Neujahrsfest welches am 25. Jänner begann. Teilweise sind nun die meisten Betriebe bis zur zweiten Februar Woche geschlossen.

Coronavirus-Industriellen Vereinigung-Steiermark-Graz-Österreich
Bild: IV-Steiermark-Präsident Georg Knill (rechts) schätzt die Lage noch nicht als dramatisches Problem ein.

Das bestätigte auch der Präsident der Industriellen Vereinigung Steiermark Georg Knill in einer am Mittwoch abgehaltenen Pressekonferenz zum Ausblick auf das Jahr 2020. Ein Problem wird es laut Knill erst dann entstehen, wenn die Epidemie über die planmäßig eingerechnete Urlaubszeit hinaus reichen würde.

Ebenso reagieren auch andere österreichische Unternehmen wie die Voestalpine, der Leiterplattenhersteller AT&S sowie der Antriebssytemhersteller AVL-LIST, die alle über Standorte in China verfügen auf die Coronavirus-Krise. Die meisten Firmen planen derzeit mehr Videokonferenzen ein und versuchen Reisen in oder aus der Volksrepublik soweit wie möglich zu verhindern.

Die Voestalpine bietet österreichischen Mitarbeitern die Ausreise an, AT&S entsendet seine westlichen Angestellten nicht mehr nach China, jede Reise müsse jetzt vom Vorstand genehmigt werden, heißt es von Unternehmensseite. Die AVL-List hat zudem einen eigenen Krisenstab mit Betriebsärzten eingerichtet um die Lage zur Coronavirus-Epidemie entsprechend einschätzen zu können.

BIS BALD,

EUER SIVIC

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Written by Sivic

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