2023 hatte das Bundesheer damit begonnen seine Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A4 und Schützenpanzer vom Typ Ulan zu modernisieren. Die ersten 58 Fahrzeuge sind nun wieder zur Truppe zurückkehrt, am 25. August wurden die erste Tranche offiziell in der Jansa-Kaserne in Felixdorf-Großmittel (Niederösterreich) an das Bundesheer übergeben.
MODERNISIERTE PANZER STÄRKEN ÖSTERREICHS LANDESVERTEIDIGUNG
Bodentruppen ohne Panzer-Unterstützung konnte man sich in den großen Konflikten der Vergangenheit nicht vorstellen. Auch heute noch spielen moderne Panzer eine große Rolle, auch wenn diese in Anbetracht der Bedrohungen aus der Luft (Kampfjets, Drohnen, Raketen usw.) etwas an Bedeutung verlieren. Alleine für sich sind Panzer doch sehr verwundbar, aber in Kooperation mit allen Waffensystemen, vor allem aus der Luft, sind Panzer beinahe unüberwindliche Hürden für den Gegner. Daher war es ein großes Anliegen der Panzer-Truppe als auch von Verteidigungsministerin Mag. Klaudia Thanner (ÖVP), die vorhandenen Panzer, also den Schützenpanzer „Ulan“ und den Kampfpanzer „Leopard“ aufzurüsten und einer Modernisierung zu unterziehen, da die Panzertruppe für die die konventionelle militärische Landesverteidigung von essentieller Bedeutung ist.

Im Zuge der vor drei Jahren begonnenen umfassenden Überarbeitung der Panzertruppe hatte man das Ziel die österreichischen Panzer in Form einer Nutzungsdauerverlängerung zu modernisieren, weshalb die Modelle nun den Namenszusatz NV tragen.
Der Kampfpanzer „Leopard 2 A4 NV“ schaut zwar außen aus wie vor der Modernisierung, doch im Innenleben wurden die Komponenten weitestgehend auf die Rüststände der neuen Versionen A7 und A8 aufgerüstet. Dies galt auch für den Schützenpanzer „ULAN NV“ bei dem insbesondere die optischen Systeme wie Kameras, Infrarotsensoren installiert sowie Komponenten für den Turmantrieb erneuert wurden. Das 2001 beim Bundesheer eingeführte Fahrzeug verfügt nun auch über eine Rückfahrkamera.
2023 STARTETE MODERNISIERUNG VON LEOPARD UND ULAN
Beim „Leopard 2A4 NV“ wurden zudem veraltete Komponenten ersetzt, die Nachtkampffähigkeit wiederhergestellt sowie die Turmhydraulik durch einen elektrischen Antrieb ersetzt. Der überarbeitete Leopard ist das Hauptwaffensystem der österreichischen Panzertruppe und seine Modernisierung wird rund 305 Mio. Euro kosten. Die Arbeiten dazu werden bei der Firma KNDS in Deutschland durchgeführt. KNDS ist ein führender europäischer Rüstungskonzern für militärische Landsysteme. Die Schützenpanzer „Ulan“ werden ebenfalls umfassend modernisiert. Dabei werden, wie bereits erwähnt, Optiken und elektronische Komponenten erneuert, elektrische Anlagen ersetzt und Laufwerkskomponenten ausgetauscht. Als Kosten werden 460 Mio. Euro veranschlagt. Die „Ulan“ werden bei GDLESS (General Dynamics European Land System-Steyr), einer Tochter der GDLES mit Hauptsitz in Madrid (Spanien), in der Österreich-Niederlassung in Wien-Simmering umgerüstet. Insgesamt werden 765 Mio. Euro für die Modernisierung der 112 „Ulan NV“ und 58 „Leopard 2 A4 NV“ Panzer investiert.
EIN UNGEWÖHNLICHES EHEPAAR IM ULAN

Seit vielen Jahren ist das Ehepaar Pfeifer ein wichtiges und nicht unerhebliches Aushängeschild der Ulan-Panzertruppe. Vizeleutnant Erich Pfeifer und seine Gattin Oberwachtmeister Ebba haben aufgrund ihrer langen Erfahrung mit dem „Ulan“ nicht unerheblich zu seiner Weiterentwicklung beigetragen und wurden im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung der beiden Panzer, von Verteidigungsministerin Klaudia Thanner mit Verdienst- und Leistungsabzeichen geehrt. Oberwachtmeister Ebba Pfeifer erhielt das Kraftfahrleistungsabzeichen für Heereskraftfahrer auf gepanzerten Heereskraftfahrzeugen in Gold und Ehegatte Vizeleutnant Erich Pfeier wurde mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich geehrt.
Bericht und Bilder: Franz Zussner
Bearbeitung: Claudio Schiesl
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