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263, Werner Faymann – Er schrieb Geschichte (Teil 1)

Hallo zum 263. Beitrag


Werner Faymman ist abgetreten, der Überlebenskünstler hat die Konsequenzen 
gezogen und geht. 
Wir schauen uns die Misere in drei Teilen an.
Du schreibst Geschichte

Weil die Welt sich so schnell dreht
Weil die Zeit so schnell vergeht
Kommst Du nicht hinterher
Weil die Hektik sich nicht legt
Und Du in der Masse untergehst
Bist du ein Tropfen im Meer




Video: Du schreibst Geschichte von Madson.


„Du schreibst Geschichte“heißt ein Lied von Madson – der „fesche Werner“ hat Geschichte geschrieben.

Zugegeben, der Bundeskanzler war vorgestern wirklich fesch hergerichtet, gut „a fesche Leich“ muss in Wien sein, das ist ein Teil der Wiener Seele.

DieserDrang nach dem Tod, den man in der „ehemaligen“ Kaiserstadt und ihren Häuserschluchten nach ein paar Tagen als Tourist verspürt, gehört einfach zum Charakter des Wieners, der sich einerseits als Nabel der Welt versteht und andererseits in den Fesseln des Systems tief verwurzelt im eigenen Saft grantelt.

Denn frei nach Aristoteles: „Wien und Fische stinken nach drei Tagen!“

Bild: Die Genossen forderten einen Neustart mit Kraft, Faymann ging lieber. 
(Quelle: ZIB 13, 9. Mai)
Werner Faymanns Kanzlerschaft ist schnell zusammengefasst, er war der erste Bundeskanzler ohne Studium, ein reiner Politgänger der sich durch den Parteiapparat nach oben schraubte, taktierte und nach vielen Jahren harter Parteiarbeit, im frisch geräumten Büro seines Vorgängers Alfred Gusenbauer Platz nahm.

Erstmals wird es keinen roten oder schwarzen Bundespräsidenten geben – auch das ein Verdienst Faymanns, der den internen Konkurrenten Rudolf Hundstorfer so in die Frühpension schickte.
Zuletzt sind auch Form und Art von Faymanns Rücktritt ein Novum in Österreich.
Der sozialdemokratische Traum
Er hat den sozialdemokratischen Traum vomkleinen aufmüpfigenJugendfunktionär, zum Geschäftsführer der Mietervereinigung, über Stadtrats- und Ministerposten,bis ins Kanzleramt gelebt.

Faymann war ein Zögling der Wiener Bürgermeister Gratz und Zilk, seine Karriere nahm Anschub als Michael Häupl ihn 1994 zum Wohnbaustadtrat von Wien machte und immer mit an seiner Seite Josef Ostermayer.


Als passionierter U-Bahn-Zeitungsleser lass ich als ich noch in Wien lebte, immer wieder kleine Anzeigen oder Artikel über den nicht gerade medienscheuen Wohnbaustadtrat, wie er da wie dort neue Wohnungen eröffnete oder auf Fragen zumMieterschutz antwortete.



Bild: Faymann und Weggefährtin Bures bei einer Baustellenbesichtigung 2010 beim Koralmtunnel.  
(Quelle: © Fotos: Fischer)


2006der Wechsel ins Infrastrukturministerium und während dieser Zeit fiel mir die sachliche, neutrale undpositive Berichterstattung über ihn auf.

Der Herr Minister eröffnete einen Tunnel hier, eine neue Schnellstraße da, einen renovierten Bahnhof dort, immer lächelnd, immer sachlich, ein Szene-Politiker mit dem Hang zur Aufmerksamkeit.
Übrigens die Berner Zeitung ist anlässlich der Eröffnung des neuen Goddhardtunnels der Frage nachgegangen, warum Politiker gerne Tunnel taufen.

Im Sommer 2007 servierte er Alfred Gusenbauer ab und marschierte Richtung Ballhausplatz.

Der Überlebenskünstler, wie ihn die Nachrichten schon sehr lange betitelten, zeichnete sich durch Zähigkeit aus, seine Politik der sehr, sehr kleinen Schritte machte ihn unbeliebt, sein Ziel solange wie Kreisky im Amt zu bleiben – ist ein Traum geblieben.
Am Ende hat er den Zeitpunkt seines Abschiedes selbst bestimmt, immerhin traf er sich noch am Sonntag mit dem deutschen Vizekanzler Sigmar Gabriel und Schwedens Premier Stefan Löfven in Stockholm.

Nun ist er Geschichte. Trotzdem reiht sich seine Kanzlerschaft als die viertlängste in der zweiten Republik ein.

Bitte Lächeln!

Faymann der Adabei-Kanzler

Die Kronenzeitungskolumne Adabei, Heute und Österreich, als auch die Seitenblicke, waren dem Kanzler und seinem Kulturminister / Medienminister Josef Ostermayer immer näher als Politsendungen in denen unangenehme und kritische Fragen gestellt wurden.
Bild: So war es Faymann scheinbar am liebsten,gemeinsm mit Josef Ostermayer ehrt er Austropoper Wolfgang Ambross. 
(Quelle: Kurier)
Was bleibt also positives von der Ära-Faymann in Erinnerung?

  • Vier Oscars, 1x Ruzowitzky, 2x Waltz, 1 x Haneke
  • Conchitta Wursts Sieg beim Eurovision Songcontest 2014, mit der Folgeveranstaltung letztes Jahr in Wien.
  • Erstmals selbstständige Qualifikation der Nationalmannschaft zur Fußballeuropameisterschaft. 
  • Sowie eine Vielzahl von Kanzlerfesten, Ehrungen und verliehenen Professorentiteln.

Ob das auch seine Verdienste waren bleibt offen, trotzdem schüttelte er die Hände der Sieger und sonnte sich im Blitzlicht-Gewitter. 
Letztes Jahr verlieh der Bundeskanzler „Bürgeranwalt“ Dr. Peter Resetaritz den Professorentitel und Wolfgang Ambros das große Ehrenzeichen der Republik, zum Dank ließ er sich vom „Austropoper“ ein paar Ständchen im Bundeskanzleramt vorsingen. 
Ich dachte an ein Abschiedskonzert ihm zu Ehren, als ich den Beitrag in den Seitenblicken sah. Es sollten noch 10 Monate vergehen.
Bild: Typisch für Faymann, staatsmännischer Abstand zu kritischer Berichterstattung. 
(Quelle: ORF, ZIB 2)
Werner Faymann ein Adabei-Kanzler dem die Hautevolee und Boulevardmedien stehts näher waren, als Partei, Wählerschaft und Armin Wolfs ZIB 2.

Nun ist er „vorläufig“ Geschichte.

Fortsetzung folgt: 

Euer Sivic! 

Written by Sivic

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