in

165, Alles Wahnsinn, oder doch nur Wahnwitz?

Willkommen beim 165. Blog!

Städte  haben einen wunderbaren Nachteil für Journalisten, sie sind verwinkelt vom Boden her unübersichtlich und ohne das Quäntchen Zufall verschwinden manchmal potentielle Story’s so schnell wie sie gekommen sind. Doch eben jener Zufall brachte mir am letzten Sonntag folgendes näher:

Die Geschichte ist vertraut, irgendjemand sitzt im Zug, denkt sich nichts dabei und plötzlich taucht in einer Bahnstation (Grazer Ostbahnhof), ein auf seine Weiterfahrt nach Westen wartender Konvoi anscheinend „amerikanischer“ Herkunft (?), auf.

Bild 1: Wieder ist einmal vieles verschwommen, wir bemühen uns Klarheit über den Sachverhalt zu erhalten.

Mit dabei Humvees, Stromgeneratoren, LKW’s und Container mit der Aufschrifft USAU (United States Auxilary), das alles ohne nähere Herkunftszeichen. Leider hatte ich nicht die Zeit das Spektakel ausführlich zu fotografieren und daher kann ich auch nur einen Teil meiner Aussagen fotografisch belegen. Die zu sehende Ausrüstung lässt auf eine Logistik, oder Transporteinheit schließen, mehr kann ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.

Bild 2: Stromgenerator in sandbrauner Lackierung, deutlich erkennbar sind die Registriernummer und englischsprachigen Beschriftungen. 


Interesante“ würden die Spanier dazu sagen, Österreich schweigt, wobei dieses Schweigen ist auch nur vorläufig der Fall, meine Freunde im Verteidigungsausschuss wurden zum Teil bereits darüber informiert. Weitere Fotos findet ihr hier…

Ein Chaos mit merkwürdiger Inszenierung:


Lustig ist ja auch die aktuelle Debatte rund ums Team-Stronach, nach dem Medienrummel und Spekulationen der letzten Tage zeigte man gestern Abend wohlige Einigkeit und versammelte sich hinter Kathrin Nachbaur. Mir tut der ehemalige Ö3-Wecker-Mann Hary Raithofer leid, wie er die Maschine aus dem Sturzflug medial in einen Tiefflug noch retten konnte würde ich als Meisterleistung bezeichnen, wobei der schöne Schein des Beinahe-Absturzes zeigt wie problematisch das Ganze ist und auch wirkt. Das Team Stronach scheint vielmehr eine Ansammlung von Fraktalen zu sein, die in enger Formation fliegen.


Die Rettung des TS, war diese mediale Inszenierung nun sicher nicht und wie man sich bei so einer Konkurrenz die einen aufgelegten Elfer nach dem anderen produziert, derart schlecht präsentieren kann, ist mir sowieso rätselhaft.


Raithofer trifft hier auf jeden Fall keine Schuld, er steht im Hintergrund und muss als Medienverantwortlicher die heißen Erdäpfeln aus dem Feuer holen und im Zweifel noch schälen, als ehemaliger Linienpilot ist er jedoch Stress und schlagartige Höhenunterschiede gewohnt.


Ob Rudolfs Fußi Bemerkung das Nachbaur im Kurzschluss gehandelt hat stimmt, wirkt für mich insofern nachvollziehbar wenn man sich die Reaktionen und Handlungen der letzten Tage genauer anschaut, dass dies für Medien wie auch Zuschauer einem Kasperltheater glich und nichts mit großer Politik zu tun hat, brauche ich wohl auch nicht mehr verdeutlichen.

Und ob das „Zeitalter der Frauen“, wie Nachbaur es am Sonntag im Zentrum sagte, damit wirklich die Antwort auf die im Dauerstreit liegenden vorwiegend männlichen Großkoalitionäre auf Regierungsebene ist, sei damit höflich in Frage gestellt. Professionell schaut anders aus und die Entschuldigung beim Steuerzahler muss sich die Klubobfrau erst einmal überlegen, Nachbaurs Schwäche bei außerplanmäßigen Ereignissen den kühlen Kopf zu bewahren und mit geschlossener Ordnung durch zumarschieren, wurde einmal mehr offenbart.

Aber wie schrieb Dr. Fritz Kleiner in unser Steuerrechtsbuch auf der TU:

Steuern sind Geldleistungen, die an eine Gebietskörperschaft (Bund, Länder, Gemeinden) zu entrichten sind, ohne als Steuerzahler dafür eine konkrete Gegenleistung zu erhalten.

Einen Satz den man ohne weiteres bei der Finanzierung von Schulen, Universitäten, Sozialleistungen, dem Katastrophenschutz und dem Sicherheitsbereich nachvollziehen kann. Auf die aktuellen Vorkommnisse in den Parteien und auf Parteienfinanzierung übertragen, wirkt das ganze Konzept jedoch wie blanker Hohn.

Lachende Zweite der gesamten Geschichte beim TS ist jetzt Waltraud Dietrich, die bereits amtierende geschäftsführende Klubobfrau hat anscheinend sehr geschickt Robert Lugar vorgeschickt und sich durch ihr Handeln für Inside Politics qualifiziert, ich werde Sie wohl demnächst in der Sendung haben und um ihre Meinung zu der Angelegenheit, wie auch den sich abzeichnenden Veränderungen im TS befragen.

Zum Schluss möchte ich noch folgendes zu Protokoll geben:

Die Vielzahl von Aussendungen/Gerüchten/Interpretationen der letzten Tage rund um Team-Stronach und NEOS haben mich auch nun zum folgendem Entschluss gebracht:

    • zeitnah jeweils die Exponenten mittels „persönlich adressierter Auskunftsersuchen“ um eine pointierte Stellungnahme zu ersuche und diese ungekürzt und inhaltlich unkommentiert als Anhang/Ergänzung zum jeweiligen Artikel zu veröffentlichen
    • sofern diese innerhalb der nächsten 2 Wochen einlangt und dem maximal Umfang von max. etwa 30 Zeilen entspricht, wobei Links/Quellenhinweise nicht eingerechnet werden, d.h. kommt etwas wird’s gebracht und kommt nix wird’s gleichfalls erwähnt.
    • beim Team-Stronach ergeht diese Einladung an NR/KO Nachbaur, NR Lugar, NR Dietrich (Inside Politics) und NR Vetter und LR Köfer, wobei ich auf die aktuellen Wirren Bezug nehme allfällige TS-Absichten bei den steirischen Landtagswahlen angesprochen werden.
    • bei den NEOS ergeht diese Einladung an NR Vavrik, Trummer, Böhler, Regitnig, Haas und Andrieu, wobei ich auf die aktuellen „Umbauten“ Bezug nehme und Spitzenkandidaten/Kandidaturen bei den steirischen Gemeinderatswahlen und bei den steirischen Landtagswahlen angesprochen werden. 

    Damit bin euch nun nicht einmal die Ankündigung aus Artikel 164 schuldig geblieben, bis demnächst euer Sivic!

        Written by Sivic

        Schreibe einen Kommentar

        Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

        259, Wirtschaft trifft Forschung – Von der Austromir zum Startup (Teil 1)

        166, Demokratie ist stonk „??“