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159, Republikstag!

So was ist heute für ein Tag?

Richtig, der Geburtstag von fünf Freund_Innen von mir, aber die Frage bezog sich auf ein für den österreichischen Staat historisches Datum. Jedoch an dieser Stelle, Happy Birthday an alle die Heute Geburtstag haben.

Denn auch die Republik Absurdistan, äh Österreich, feiert den 96. Geburtstag. Am 12. November 1918 wurde nämlich die Republik proklamiert.

Der Staat den keiner wollte und als Kompromiss des Restes von Österreich bis zum heutigen Tag existiert, wurde an diesem Tag gegründet.
Damals noch als „Deutsch-Österreich“ bezeichnet und als Übergangslösung bis zur Zusammenlegung mit dem Deutschen Reich geplant, wurde recht bald klar, dass dies das Endergebnis werden sollte.

Wobei ich gehöre zu den Menschen die das ja gerne ändern wollen.

Heute z.B. veranstaltet die Schwarz-Gelbe-Allianz (Die Monarchisten) -wie üblich- eine Demonstration zur Wiedereinführung der Monarchie fordern in Wien, diese wird um 18:00h am Stock im Eisenplatz anfangen.

Dass dieser Tag nur in internen Parteikundgebungen (insbesondere der SPÖ), gefeiert wird, zeigt wie unwichtig die angeblich großen Daten der Republik sind, so sagte Barbara Coudenhove-Kalergi beim Prammer-Begräbnis etwas was vor allem im Sinne der österreichischen Partei ist: „Ohne Parteien geht es nunmal nicht, ohne Parteien gebe es keine Demokratie!“

Diesen Satz bitte lasst euch einmal bitte auf der Zunge zergehen, er steht nämlich für das Selbstverständnis der österreichischen Parteien. 

Diese Selbstsicht Partei=Staat=Demokratie führt jedoch auch zu der Selbstbedienungsmentalität die so selbstverständlich für das Hypo-Desaster und die postdemokratischen Methoden steht, mit denen man heute arbeitet.

Wie sagte bereits Farkas; „Öffentliche Meinung ist der Lärm, der entsteht wenn die Bretter führender Funktionäre aufeinander krachen die sie vor ihren Köpfen tragen.“

Politik und Medien wechseln sich in diesem Bereich jedoch gerne ab, beide rittern jeweils darum Recht zu haben und was das ganze noch viel komplizierter macht, ist die Tatsache dass Sie nicht selten zusammenarbeiten um die öffentliche Meinung zu publizieren, doch geht es um veröffentlichte Meinung von gewissen Interessenvertretungen, oder sogar nur einzelnen Interessenvertretern, die sich nicht selten auf „Spindoktoren“ verlassen.
Parteien kaufen sich ja nicht nur gerne Inserate, sondern sogar ganze Artikel in Form von  und zahlt diesen brav aus Steuergeldern um dem Volk versteckt die angeblich unabhängige Meinung dieses Mediums unter zujubeln und umgekehrt glauben viele Medienkonzerne dass Sie der Politik vorschreiben können, was öffentliche Meinung ist, siehe die heute fast schon vergötterte Form der „Umfragenpolitik„, die das politische Handeln rein auf die öffentliche Meinung ausrichtet. Ist übrigens auch ein Thema der aktuellen Folge von Alternativlos in der Frank Rieger und Felix von Leitner (FEFE) gemeinsam mit Sascha Lobo über Hohlphrasen in der Politik diskutieren.

Kein Stein bleibt auf dem Anderen, oder doch nicht?

Die Republik steht jedoch vor einer schweren Stunde, mal von den Schuldenproblemen abgesehen, weil was passiert den wirklich wenn der Nachbar im Süden (Italien) den Sprung über den Jordan macht.

Denn die Befragung in Katalonien sorgt für weiteren Brennstoff für die Unabhängigkeitsbestrebungen in Süd-Tirol, als ich Gestern kurz mit Sven Knoll telefonierte, war dieser bereits unterwegs zur Aufzeichnung von „Pro und Contra“, einer Sendung der Senders RAI Bozen.


Video: Brigitte Foppa und Sven Knoll diskutieren über die Selbstbestimmung in Süd-Tirol



Meiner Meinung nach brauchen wir die Wiedervereinigung, weil Sie für frisches Blut sorgt, dafür stellt sie eben das althergebrachte System in Frage, weil plötzlich sind Österreicher dann wieder mehrsprachig, so etwas hatten wir schon einmal.  

Die Republik wird sich dann wohl verändern müssen, dann wird es keine 99,1 % für Mitterlehner beim nächsten Parteitag geben, wenn man die multikulturelle Substanz nicht vorweisen kann, herumwursteln geht dann eben nicht mehr. Und die Selbstbeweihräucherung dieser politischen Kaste die aus einem eingetrichterten Reflex heraus, schon zu allem automatisch applaudiert und lächelt was gut erscheint, halten die meisten Leute in unserem Land eh schon nicht mehr aus, was zu einem stetigen Wachstum der Nichtwählerschicht führt.

Die Leute nehmen es auch nicht einmal mehr wahr, unsere Regierung hat sich selbst lächerlich und unglaubwürdig gemacht, eine Politik die auf Selbstzerstörung und privaten Kleinkriegen basiert, die sich vom Volk (Steuerzahler) abgekoppelt hat, ihch würde sogar soweit gehen, dass dies sogar gewollt war, wir denken (?), die anderen sollen hakeln und den Schmarren bezahlen.

Dieser Politikstil tut weder Österreich, Italien, Deutschland, Frankreich, oder Großbritannien gut. Großbritannien hat wenigstens durch das Schottland-Referendum nun die Chance in die Hand bekommen, eine Förderalisierung seines Staatswesens auf Schiene zu bringen, die Schottland, Nordirland, Wales und England, weitreichende Selbstbestimmungsrechte und das Vereinigte Königreich aus der nationalen Depression bringen könnte.

Politik ist eben auch ein Ort der Hoffnung und Visionen und nicht ein depressiver Raum für Masochisten und Sadisten die sonst kein Existenzrecht hätten. 

„Jetzt habe ich eine Republik, aber keine Republikaner“

Ein Spruch der von Karl Renner stammt und der Dank der Parteihörigkeit in diesem Land bis zum heutigen Tag Gültigkeit hat.


Österreich braucht eine gesellschaftliche Frischzellenkur, die ja schon eingesetzt hat, letztendlich nur nicht in der Politik angekommen ist, um sich auch selbst zu bestätigen. 
Dies wird jedoch durch die starke Bindung der Parteien an den Staat jedoch verhindert, die österreichische Form des Deutschnationalismus, z.B. Amtssprache Deutsch und das Misstrauen gegenüber Ausländern, zeigen wie unser Land am Ende funktioniert. 
Schikanöses Verhalten von Amtspersonen gegenüber dem „Kunden“ und die Steierung der Unzufriedenheit mit den Funktionären die Politik bis in die Wohnzimmer hinein machen, tut ihr übriges.
Ich sehe vor allem das Verhalten jetzt sehr gut, wo ich nicht mehr in Wien lebe, da werde ich als „unwissender“ Tourist überall hingeführt und wertgeschätzt weil ich mir die Stadt anschaue, allerdings sind nicht weniger dieser netten Leute hinter meinem Euro her, weil das fremde Geld wird zwar geschätzt, jedoch nicht unbedingt der Besitzer.
Das selbe Prinzip gilt im übertragenen Sinne auch für die Arbeitskraft der Ausländer, was man gut an der österreichischen Intergrationspolitik sehen kann.

Denn das gelebte Prinzip ist in Österreich die Parteibuchwirtschaft (Freunderlwirtschaft), die mittlerweile in einigen Bereichen von den Mitbürgern mit Integrationshintergrund übernommen wird, dass aber Österreich kein Identitätsstaat ist, sorgt dafür dass die Integration auch nur bedingt funktioniert, weil wenn die Einheimischen ihren Staat nicht respektieren, warum soll es dann z.B. ein Türke, oder Serbe tun?

Patriotismus ist laut unserer Diktion eben Nationalismus und da wir ja nur den fixen Glauben an unsere Parteien haben, haut sich das ganze halt irgendwann über den Haufen. 
An dem Punkt kommen wir erst und ich finde es eben nicht gut wenn man zuerst das Team-Stronach bombardiert und nun die NEOS versucht abzudrehen, man muss auch nicht mit allen Themen dieser Parteien übereinstimmen, jedoch bieten sie frisches Blut und durchaus gute Ansätze an um unsere Politik zu ändern, wie man jedoch den Staat ändert, das können die Parteien nur bedingt tun, so etwas muss vom Volk kommen.

In dem man den heutigen Tag nicht feiert, bestätigt man eigentlich nur den Unwillen, in dieser Republik leben zu wollen, mir persönlich egal, die Parteien jedoch nutzen das Staatsgebilde als Fahrzeug um sich darauf geruhsam auf Kosten der Steuerzahler aus zu toben, ob das im Sinne von Karl Renner, Viktor Adler (starb einem Tag vor der Ausrufung) und Co., ich bezweifle es.

Happy Republic Day!

Written by Sivic

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