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135, Der Tiefe Blick durchs Glas Teil 1

Hinweis dieser Artikel ist aufgrund meiner Mitgliedschaft beim Movimento Trieste Liberaunter den üblichen journalistischen Kriterien nicht als neutral zu werten!

Auch wenn ein Glas leer ist, dann ist der Blick durch den Boden noch immer verschwommen. 

134 Ausgaben hat es gedauert dass ich über mich selbst berichte nun ist es soweit.
Mein Favorit war ein brasilianisch-stämmiger Studienkollege der mich am Mittwoch um 1:17h anrief und sagte: „Claudio Du bist im Fernsehen!“

Dreimal könnt ihr raten was meine Antwort war:
Richtig; „Danke, das weiß ich schon!


Ohne Größenwahnsinnig zu werden, aber wenn ein Armin Wolf keinen blöden Scherz bei der Anmoderation macht und die Briten danach noch hochzieht, weil beim symbolischen hießen der schottischen Fahne über Nr. 10 (Downing Street, Sitz des Premierministers) die Fahne runter geflogen ist, hast durchaus gewonnen. Vielleicht produziert ja irgendjemand mal den Film „Der Krieg des Claudio Schiesl“ (Nicht Charly Wilson).

 Video 1: Trieste Libera in der ZIB 2. 
So, was ist das für ein Gefühl in eine Pressekonferenz zu gehen über 20 Journalisten und Gäste zu erleben die auf Dich warten und auf der Kamera die aufs Podium gerichtet ist das ORF Symbol zu sehen?
Ich sag’s euch: „Es war geil!“

Meine Kritiker werden im Kreis rotieren und mein Name landet wohl bald auf der „Killing-List“ des italienischen Geheimdienstes, trotzdem hat es mir mehr als nur Spaß gemacht, auch wenn ich mit bitterer Miene dort saß, ich dürfte trotz leichter Schnitzer genug Munition verpulvert haben um in Wien ein paar Köpfe zum Rauchen gebracht zu haben.

Ich habe diesen Artikel bewusst in zwei Teile geteilt, damit er für den Leser nicht zu lang wird. Daher möchte ich auch hier auf zwei Dinge hinweisen welche wir dummerweise vergessen haben.

Nämlich den bilateralen Vertrag von Osimo, als auch die daraus resultierende Schlüsse, die dazu führten warum unsere Bewegung eben die Souveränität von Italien über dieses Gebiet als nicht gegeben ansieht. Ein grober Fehler, der auch dazu führte dass viele der Gäste bei der PK nicht ganz nachvollziehen konnten, wo jetzt das Problem liegt. Osimo ist nämlich ein ganz wesentliches Corpus Delikti, dass von italienischer Seite her als Totschlagargument gegen uns verwendet wird.

Kurz zusammengefasst, was ist da in Triest eigentlich passiert?

1947  Friedensvertrag von Paris,
Triest wird Freistaat und unter militärischer Verwaltung der USA und GB (ZONE A) sowie  von Jugoslawien in der ZONE B, gestellt. Der UN-Sicherheitsrat startet den Statebuilding Prozess, die Gouverneurs-suche beginnt.
1954 Memorandum von London,
Nachdem bedingt durch den Kalten Krieg kann der Sicherheitsrat sich auf keinen Gouverneur einigen.
Die USA, GB, Italien und Jugoslawien einigen sich auf eine provisorische Zivilverwaltung der Gebiete. Die ZONE A wird an die italienische Regierung (nicht dem Staat) in Form einer Treuhandschaft übergeben, ZONE B an die jugoslawische Administration.
1963 Triest wird Teil einer Region,

Sieben Jahre nach dem Vertrag integriert Italien bereits völkerrechtswidrig Triest in seine Verwaltungsorganisation, die Sonderstatuten (Sonderverwaltung) fallen, damit wird Triest als Hauptstadt der neu geschaffenen Region Friaul-Julisch Venetien und seines Status als gesondert verwaltetes Territorium beraubt.

1975 Vertrag von Osimo
Der Kroatische Frühling von 1971, das hohe Alter des jugoslawischen Präsidenten Tito (Jahrgang 1892) und andere Zerfallserscheinungen führen von westlicher Seite zu Verhandlungen die im Vertrag von Osimo handeln, hier ging es einerseits um Minderheitenrechte der Slowenen die in Triest und dem Hinterland leben andererseits um die Grenzziehung.
Ziel war es auch damals bereits, im Falle eines Zerfalls Jugoslawiens (1991), zu verhindern dass die Sowjetunion in dieses Machtvakuum eingreift und die ZONE B besetzt.
Der Vertrag wurde jedoch von Italien auch benutzt um Fakten zu schaffen, denn der „Pächter“ (die italienische Regierung), gab sich als Grundstücksbesitzer aus. Er wurde in französischer Sprache (hatte wohl auch mit dem Friedensvertrag von 1947 zu tun, der nur Französisch, Englisch oder Russisch als gültige Vertragssprachen anerkannte zu tun) ausgehandelt und gilt lediglich als bilaterales Abkommen, erst 1977 wurde dieses Abkommen nach heftiger italienischer Kritik im Parlament in Rom ratifiziert, 1987 bei der UNO hinterlegt, jedoch nicht von Jugoslawien.

Und nun die Smoking Gun, im folgenden Link der eine Sammlung von Verträgen darstellt, sieht man auf Seite 12 (PDF Dokumentensuche) eine Klarstellung des UN-Generalsekretärs in der festgestellt wird, das bilaterale Verträge nur dann internationale Gültigkeit erhalten, wenn Sie auch von den beteiligten Parteien bei der UN hinterlegt und von dieser geprüft werden.

Daher ist ein Vertrag über Grenzen auch meistens ein International anerkanntes Dokument, weil dies ja von jedem Staat der Welt anerkannt wird / werden soll. Ein Freihandelsabkommen (z.B. zwischen der Schweiz und China) oder eine Visa-Regelung ist nicht selten bilateraler Natur, außer man hat es mit der EU als Ganzes zu tun dann gilt dies für 28 Staaten.

Im Falle von Osimo kommt aber erschwerend hinzu dass die beteiligten Regierungen Regierungen nur prov. „Treuhandsverwalter“ waren, nicht aber der UN-Sicherheitsrat in diese Verhandlungen involviert war.

So dass war es fürs erste einmal von mir, Teil 2 wird sich dann mit der PK an sich beschäftigen.

Written by Sivic

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