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107, Das Erzhaus wünscht es!

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107 steht diesmal für den 11. November des Jahres 1914, die Nachrichten zu diesem Tag überlasse ich der historisch gut sortierten Seite „Stahlgewitter“ die ich schon beinahe vergessen hatte, diese Plattform bemüht sich schon seit vielen Jahren jeden einzelnen Kriegstag des 1.Weltkrieges chronologisch und auf Basis von offiziellen Pressemitteilungen und auch Hintergrundberichten aufzuarbeiten.

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Michael Vereno ein politischer Weggefährte aus längst vergangenen Tagen kündigte damals an im Falle der Erreichung unserer Ziele ein Buch mit dem Namen „Die Kaisermacher“ zu schreiben.
Würde ich eines verfassen, dann hätte es den weniger reißerischen und schmeichelnderen Namen „Das Erzhaus wünscht es!“.
Daher dreht sich der heutige Artikel einmal mehr um Österreichs Monarchisten dies aber aus zwei Gründen denn Gestern war der 10. Jahrestag des Gründungskonvent der Schwarz-Gelben-Allianz und Morgen ist der 100. Gedenktag des Attentates von Sarajevo.

Nun aber zurück zum Erzhaus, oder besser gesagt seinen „Wünschen“, zurück zu einem 20 Kilo leichteren und am Ende seiner 10er stehenden Sivic, einen blutjungen 19 jährigen Kerl kurz vor Abschluss seiner Berufsreifeprüfung (eine Art Matura), zurück zu einem Alexander Simec (heutiger Obmann) einem seit den 80er Jahren aktiven Monarchisten in seinen späten 30ern, zurück zu den vielen Gesichtern und Namen die im Hintergrund tätig waren um das Werkl zum Laufen zu bringen, glaubt mir es waren ehrlich gesagt viele Leute tätig die an diese Idee glaubten (Hier standen ursprünglich Namen, diese wurde auf Bitten der SGA entfernt. Dies hat auch mit der Angst und dem Schutz vor Repressionen durch politische Gegner zu tun, eine Furcht die ich ehrlich gesagt sehr gut verstehen kann.).

Entschuldigt bitte, wenn ich nicht alle Namen genannt habe, es waren doch einige über die Jahre, ziemlich viele Namen, sehr viele Gesichter und noch mehr Geschichten die ich mit diesen Leuten verbinde.

Jedoch zurück zu meiner Person, ich las an einem 26. Juni 2004 einen Artikel über die bevorstehende Gründung der Schwarz-Gelben-Allianz, auf der Homepage des Schwarz Gelben Forum und dies war die Initialzündung auf die ich schon drei Jahre gewartet hatte.

Logischerweise packte es mich, ich musste sobald wie möglich dabei sein und  zückte recht bald darauf den Telefonhörer und rief Alexander Simec an. Nach einem genüsslichen Mittagessen in einem böhmischen Restaurant Anfang August 2004 war die Sache besiegelt, so wurde ich dann sogar das erste Mitglied der SGA, ich war der Erste der eingezahlt hatte.

Dieses erste Treffen läutete meine aktive politische Tätigkeit ein.
Danach war viel zu tun, denn wo viel Ehr ist auch sehr viel Feind gewesen.
Ich habe damals wie bereits oben erwähnt viele Leute, sehr unterschiedliche Ideologien und Perspektiven kennengelernt und mich mit einer Unsumme von Themen beschäftigt.
Denn ein Parteiprogramm braucht fundierte Inhalte und schreibt sich bekanntlich nicht von alleine, was aber bitte nicht bedeutet dass ich alles alleine geschrieben hätte (Das haben heute einige Leute so verstanden), da waren etliche Personen und fachkundige Spezialisten daran beteiligt.
Man muss sich dies so vorstellen, dass es da etliche Treffen gab auf denen man sich mit speziellen Themen wie etwa Wirtschaft, Bildung, Finanzwesen, Außenpolitik und vielen anderen Dingen, beschäftigte. Dort wurde diskutiert, beraten und schließlich beschlossen was nun Programm werden sollte.

Ich war über die Jahre als Kassier, Schriftführer, Jugendgruppenleiter tätig. Als Idealist bin ich durch viele Türen gegangen und auch hinaus komplementiert worden, ich war damals eine Mischung aus Fanatiker und kompromissbereiten Lokalpolitiker mit einigen Zugängen die Andere gerne gehabt hätten.
Aber jeder hat seinen Beitrag geleistet, weil was wirklich zu erwähnen ist, dass was die Mitglieder der Schwarz Gelben Allianz in all den Jahren taten, war eine Reanimation eines absolut brach liegenden Lagers, welches Jahrzehnte lang sehr stiefmütterlich behandelt wurde.

Pressekonferenzen, Wahlkämpfe, Auslandsbesuche, Generalversammlungen, stundenlanges Sitzen auf einem slowenischen Bauernhof mitten in der Pampa und sich über Fahnenentwürfe herum ärgern, wenn es eigentlich wichtigeres gebe.
Über Bildungs- und Wirtschaftspolitik diskutieren, Erzherzog Otto treffen und am eigenen Leib erfahren was für Schleimer in diesem Land existieren und als erste „Hoch Habsburg“ rufen, während sie dich vorher noch zur Rede stellen, weil Du anscheinend gegen die Republik bist, aber bitte soll halt jeder so tun wie er will.
Im Vorfeld eines Treffens von uns war sogar einmal in tschechischen Zeitungen von der Besetzung von Schloss Brandeiß an der Elbe durch Backenbart tragende Österreicher zu lesen.
So ging es mir übrigens ein paar mal, irgendwie glaubten die Linken in Graz immer dass ich ein Rechter wäre, frag mich echt wie blöd man sein kann, aber bitte, denn ausgerechnet von konservativen Kreisen werde ich der linken Reichshälfte zugerechnet.
Ich sag soviel: „Ich habe bei der letzten NR-Wahl NEOS gewählt und die sind gerüchteweise so liberal dass dort zwei monarchistische Weggefährten von mir welche beim Wahlkampf 2008 der SGA halfen, untergekommen sind.“

 Video 1: Armin Wolf, berichtete über eine meiner Ideen!

Die Welt war reich von solchen Blüten, wir haben sogar einmal eine Einladung zu „Wir sind Kaiser“ abgelehnt, das war kurz nach der ersten großen Pressekonferenz im Nov. 2007.
Dann kamen die heißen Zeiten des Wahlkampfes 2008, wo ich neben einer 40 Stunden Woche in Deutschlandsberg nach dem Dienst nach Graz fuhr um noch Flyer zu verteilen und dass ganze Gelaufe der Mitstreiter vor Ort zu organisieren, interessante Zeiten waren dies damals.
Die tausenden Kilometer die unter anderem Alexander im Privatauto quer durch Österreich fuhr, um alle Unterstützer mit Werbematerial und Informationen zu versorgen, zeigen wohl auch die hohe Bereitschaft sich für seine Ziele einzusetzen.

Während die SGA dieses Wochenende in Sarajevo ihre Generalversammlung abhält bin ich beim Steirischen Panther im Eggenberger Bad in Graz eingespannt und versenke mich auf 5m Tiefe mit anderen Ausdauersportlern beim Unterwasserrugby, so ändern sich die Zeiten.

Die SGA war meine politische Heimat und da geht es mir gleich wie den Kollegen in anderen Parteien im Bezug auf Emotionen und Erinnerungen.
Erst die Arbeit und auch das Scheitern schärft deinen Blick, daher glaube ich dass die ganze Sache noch viele Anläufe braucht bis sie wirklich auch verstanden und angenommen wird.
Denn Transparenz und eine politische Ausrichtung außerhalb von Sissi-Kitsch, der Kaiserfrage und nostalgischer Gefühle müssen langfristig angepeilt werden um Erfolg zu haben. wie man sich da von den Medien die gerne diese Schablonen anwenden um die Gruppe lächerlich zu machen emanzipiert, ist eine andere Frage.
Dass dies aber sehr wohl funktioniert und für Aufmerksamkeit sorgt, beweist der Erfolg des Movimento Trieste Libera und die starke Untermauerung der Positionen dieser Bewegung durch die österreichischen Wurzeln, auf die man in Triest sehr stolz ist, vielleicht braucht es eben in Zeiten wie diesen wieder einen Ansporn von Außen der in Österreich die Flamme der Monarchie entzündet.
Denn es geht den Monarchisten um Identität und darauf besinnt sich selbst der republikanische Kerninhalt, auch wenn er versucht die österreichische Nation nach seinem Gedanken zu formen.
Wir sind aber eben mehr als ein Konvolut von roten und schwarzen Gemeinden die übrig geblieben sind. Wir sind ein Teil eines großen Ganzen das wieder laufen und sprechen lernen muss, denn egal wie die nächsten Jahre verlaufen es gilt immer noch die selbe Grundregel:  
„Wer die Sprache seines Nachbarn spricht, der wird ihn auch besser verstehen können!“

Denkt mal darüber nach, ob es nicht sinnvoller ist sich mit seiner eigenen Geschichte auseinander zu setzen und die Frage zu stellen, was man da erzählt bekommen hat, glaubt mir „Das öffnen der Augen“ ist nicht nur eine buddhistische Weisheit. 
In diesem Sinne, alles Gute für die nächsten 10 Jahre, alte Kriegskameraden.

Written by Sivic

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