2026 – Trump reitet die Weltpolitik – 497

VonSivic

31. Januar 2026
Weltpolitik-Trump-B-52-Stratofortress

Mit dem Jänner 2026 startete nicht nur ein neues Jahr, es begann auch ein Monat in dem die Weltpolitik nochmals ihre Taktgeschwindigkeit anhob. Von Venezuela bis zum Iran, das Jahr begann mit vielen drastischen Veränderungen. Ein Kommentar von Claudio Schiesl/Sivic.

WILLKOMMEN IM JAHR 2026 – DER WILDE RITT DES DONALD TRUMP

Das turbulente Jahr 2025 ist vorbei, und 2026 begann bereits mit mehreren dramatischen Entwicklungen. Das neue Jahr startete bereits am 3 Jänner mit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-amerikanische Soldaten der Spezialeinheit Delta Force. Dabei handelte es sich nicht nur um ein völkerrechtswidriges Vorgehen der USA, es war ein Tabubruch und eine Machtdemonstration gleichermaßen. Die USA beenden damit ihr teils zögerliches/beschwichtigendes Verhalten der letzten Jahrzehnte gegenüber gewissen Staaten und führen stringent ihre Cow Boy-Politik die etwa in Afghanistan und im Irak zum Einsatz kam, durch. Neben Venezuela stieg seit Ende Dezember auch im Iran der Druck auf die Regierung der Mullahs, die zusehends in eine Situation geraten könnte, die im Iran entweder zu einem Regime-Wechsel oder zu einem kompletten Tausch des Systems führen könnte. Hier steht die Rückkehr zum persischen Kaiserreich genauso im Raum wie eine neue Republik Iran ohne ein totalitäres und oppressiv agierendes religiöses System.

Nachdem nun schrittweise die Verlustzahlen bei den Massakern die iranische Regierungstruppen, Polizei und Revolutionsgarden an der protestierenden aber teilweise auch aufständischen Zivilbevölkerung angerichtet haben, bekannt wurden, zeigen auch hier die USA ihre militärische Macht. US-Präsident Donald Trump forderte erst heute die iranische Regierung defakto zur Kapitulation auf und forderte ein Ende des Atomprogramms, derzeit findet sich die Träger-Gruppe der USS Abraham Lincoln (CVN-72) im persischen Golf, zu mindestens eine weitere könnte folgen, darüber hinaus wurden zahlreiche Flugzeuge der US-Air Force in die Golf-Region verlegt.


Video: Inside Politics sprach mit Oberst Dr. Christian Wolf (Bundesheer) über die Unruhen im Iran und mögliche Wege für einen US-amerikanischen Militärschlag.

Sollte es wirklich zu einem Einsatz kommen und in weiterer Folge wieder zu Protesten oder gar Aufständen, dann könnte der Iran genauso wie Venezuela die Seiten wechseln oder dazu gezwungen werden dies zu tun. Womit sich aber auch die Frage stellt, ob eine mögliche Zwangsdemokratisierung oder einfach nur ein Regimewechsel passieren wird, in dem beide Länder weiterhin alles andere als „lupenreine“ Demokratien werden. Insbesondere beim Iran hätten aber auch Russland und China Möglichkeiten ein Veto einzureichen und operative Schritte zu setzen, Mittel die sie im Falle Venezuelas nicht einsetzen konnten.

USA KÖNNTEN WELTPOLITISCHE WEICHEN STELLEN

Genau das könnte auch zu Eskalationen führen, denn Russland kann über das kaspische Meer den Iran versorgen aber, wenn auch nur im begrenzten Umfang, auch Truppen einschiffen. Die USA müssten hier also mit mehr Widerstand rechnen als in Venezuela, auch Chinas Marine könnte schneller im Iran sein, als in Venezuela, was die Situation noch verschlimmern könnte.  Die US-Amerikaner könnten trotzdem die Karten neu mischen und versuchen mit ihren Mitteln, solange sie es auch noch gegenüber China können, weltpolitische Akzente zu setzen oder politische Weichenstellungen durchzuführen, die darauf abzielen sich mittel- bis langfristig Orte auf der Weltkarte zu sichern, die die eigene Position stärken und ihrer deklarierten Gegner (China und Russland) schwächen. Ähnlich verhält es sich ebenso bei der Grönland-Frage, bei der es eben nicht nur um seltene Rohstoffe und Schifffahrtswege in der Arktis geht, sondern auch um mögliche „Sonderzonen“ (Freedom City) für Techkonzerne die dort wenig Steuern oder möglicherweise gar keine Abgaben zahlen sollen.


Video: Die aktuelle Weltpolitik erinnert an einen Cowboy-Ritt auf einer Atombombe. (Quelle: Dr. Strangelove)

US-Präsident Trump agiert hierbei unberechenbar und im übertragenen Sinne nach dem Refrain von „Deine Schuld“ der deutschen Punkrock-Band  „Die Ärzte“: „Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist wie sie ist, es wäre nur deine Schuld, wenn sie so bleibt“. Es ist also im Sinne seines Strebens nicht nur die USA langfristig abzusichern und ihre weltpolitische Größe zu erhalten, er drückt ihr und der Welt seinen ganz persönlichen Stempel auf. Daher erinnern diese Weichenstellungen fast schon an einen wilden Ritt auf einer B-52 quer durch die Weltgeschichte, womit ich mit Dr. Strangelove or: How I Learned to Stop Worrying and Love the Bomb von Stanley Kubrik enden möchte. Der Pilot eines B-52 Bombers, Major Kong, reitet nämlich in diesem Fall auf einer Atom-Bombe in den Weltuntergang. Ich hoffe natürlich, dass uns diese Dystopie erspart bleibt, aber das Titelbild soll zeigen, wie problematisch aktuell die Weltlage ist und welche Schritte die Akteure setzen, um ihre Ziele durchzusetzen.

Inside Politics wünscht an dieser Stelle trotz der Weltlage und etwas verspätet, allen Leserinnen und Lesern, allen Zuseherinnen und Zusehern ein gutes, erfolgreiches, gesundes und vor allem glückliches Jahr 2026.

BIS BALD,
EUER SIVIC

VonSivic

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