in

163, Flucht in die Babypause?

Willkommen zur Ausgabe 163!

Beim Team Stroanch ist es ja laut den Umfragen, Medien und politischer Konkurrenz schon das gelungen, was gerade mit den NEOS gemacht wird, die Partei ist bei 1-2% angekommen und soll somit unwählbar gemacht werden, dem Volk wird also erklärt was es zu denken und zu wählen hat.
Zur Erinnerung, im letzten Beitrag hatte ich das Thema mit dem „Denken“ ja schon angesprochen.

Streng genommen ist das eigentlich ein Verstoß gegen die Menschen- und Gleichheitsrechte, aber wen interessiert das im Parlament?

Stimmt mich interessiert es, ok ich sitze nicht im Parlament, aber es gibt Beweise dafür dass ich im Reichsrat stand und ja ich vertrete sogar einen Verein in Österreich der mehr Mitglieder als die NEOS hat.

Aber gut zurück zum TS und den NEOS, beide Parteien sollen sturmreif geschossen werden, das erklärte Ziel ist es bei der nächsten Wahl 2018, oder  einer eventuellen Neuwahl die Mandate beider Parteien zu bekommen.
Sollte sich an den Plänen zur Reduktion des Nationalrates auf 165 Plätze nichts ändern, wären dies 17-18 Plätze die frei würden und zwischen den verbleibenden 4 Parteien aufgeteilt würden. Billiger bekommen vor allem die SPÖ und die ÖVP nie wieder Sitze geschenkt.

Die Statistik besagt ja, dass in jeder zweiten Legislaturperiode seit den 1980er Jahren es zu vorgezogenen Neuwahlen kommt und wenn man Mitterlehners Drohung für voll nimmt, könnte bei einem Scheitern der Steuerreform die ÖVP ihren Evolutionsprozess (???) in Wahlergebnissen austesten wollen.

Ob das klappt weiß ich nicht.

Jedoch ist es interessant was bei einem der Opfer dieser Schmutzkübel-kampagne passiert, das Team-Stronach hat nämlich wieder eine Diskussion ausgelöst. Und noch während dieser Artikel in der Post-Produktion war, flatterte eine Meldung vom Profil rein, die es rein praktisch gesehen in sich hat und nun natürlich für Wirbel sorgt, Nachbaur ist ausgetreten.

Nachbaur sagt baba (oder doch nicht?)!

Um meinen Austritt letzte Woche aus der SPÖ (ihr wisst schon das war einmal diese Arbeiter und Blaumann Bewegung) schert sich natürlich niemand, aber wenn Kathrin Nachbaur das Team Stronach verlässt, sind die Zeitungen dieses Landes voll damit, wobei wie sich gerade herausstellt dürfte der Austritt so er wahr ist, nur partiell sein, denn laut einer APA-Meldung von der geschäftsführenden Klubobfrau Ing. Waltraud Dietrich, ist Sie noch immer Mitglied des Team Stronach Steiermark.
Wie Sie dann „wilde“ Klubobfrau bleiben will, ist übrigens eine sehr interessante Frage.
Es ist jedoch schon witzig, das Dietrichs Presseaussendung kaum diskutiert wird, laut den Medienberichten ist sie weg, vielleicht will man Sie ja wegreden, wer erinnert sich noch daran wie Al Gore aufeinmal nicht mehr gewählter Präsident war, weil eine Agenturmeldung George Bush zum Wahlsieger erklärte.
Für Harry Raithofer (Medienbeauftragter) und Fr. Adler (Nachbaurs Sekretärin) bedeutet dies auf jeden Fall Überstunden.

Video: Inside Politics in Nachbaurs Büro, da war noch vom Umbruch die Rede.

Am Dienstag war Frank Stronach vor Gericht und sagte als Zeuge im Westenthaler-Prozess aus, dort erfuhr er auch von der Schwangerschaft von Kathrin Nachbaur. Darauf ging Sie übrigens in einem Standard-Interview auch ein und auch ich habe mich gefragt ob Sie mehr eine Karrierefrau ist, oder auch den Kinderwunsch hat, beim Gespräch vor fast drei Monaten in Wien habe ich diese Frage nicht mehr auf der Liste gehabt, ist es doch ihre Privatangelegenheit ob Sie Kinder will, oder nicht. Wer sich aber die Folge ansieht, wird feststellen, dass Sie sehr wohl auch ein harmonischer Familienmensch ist, den Eindruck hatte ich schon und irgendwann stellt sich klarerweise die Frage wann Sie Kinder haben will.
35 ist eben trotz moderner Medizin ein Alter wo viele Frauen sich denken, jetzt oder nie.

Mir gefiel Nachbaurs Statement hierzu übrigens sehr gut, sagte Sie doch das durch die Idee mit dem Einfrieren von Eizellen, Frauen endgültig in die wirtschaftliche Versklavung ihrer Arbeitgeber getrieben würden.

Aber was ist da jetzt wirklich passiert?

Heute wurde in der Früh eine Pressekonferenz abgesagt, das lief über den OTS Service der APA, der ist nicht gerade billig, kostet so eine Aussendung roh einmal 100 Euro und 50 Euro extra für die Sonderverteiler.

Dann kam gegen 16:00h eine Meldung des Profil heraus, wonach Nachbaur schon vor ein paar Tagen ausgetreten wäre. Um 17:11 dementierte Dietrich die Meldung mit den Worten, „Mir liegt keine Austrittserklärung von KO Dr. Kathrin Nachbaur aus dem Team Stronach Steiermark vor“.

KO ist hier ja fast treffend, aber nur die Abkürzung für Klubobfrau. Was jedoch auch interessant ist, sind Nachbaurs Antworten in dem oben erwähnten Interview gegenüber dem Standard, verwies sie bei drei Fragen doch auf Frank Stronach (Fragen Sie bitte Frank Stronach!), der wiederum einiges umstellen will und einen starken Mann an der Spitze des Teams haben möchte.
Dass Sie sich nicht ganz wohl gefühlt haben dürfte, sieht man am ersten Foto dass zu den Antworten beim Interview hinzugefügt wurde, man könnte fast glauben Sie sitzt zwischen zwei Schraubstöcken.

Ich muss zugeben, wundern tut mich das zum Teil nicht, Stronach will dass die Dinge funktionieren, dass er seiner „rechten Hand“ eine schwere Aufgabe hinterließ, ist unbestritten. Insbesondere Nachbaurs Versuch die Partei neu aufzustellen und um ihre Person wieder aufzubauen, erinnerte an die geschlagene italienische Armee nach der Schlacht von Karfreit 1917, die am Korsett französischer und britischer Einheiten wieder errichtet wurde.

Und auch bei unserem Besuch in den Klubräumen des Team Stronach glich die Stimmung bei den Anwesenden eher der eines Masseverwalters, man war zwar da, was man aber nun wirklich machen will, konnte irgendwie keiner der Beteiligten richtig beantworten.

Off the Record, sprach Nachbaur damals schon von „ihrer Parteiakademie“, die noch in der Entstehungsphase war und diese Wortsetzung verwunderte mich, obwohl Sie in den Fernsehauftritten zuvor, mit dem Satz „Der Frank ist der Frank und die Nachbaur ist die Nachbaur“ ein deutliches Zeichen für den Wechsel an der Spitze setzte und sich auch von der Zeit des Wahlkampfes abzusetzen versuchte.

Wie ein Stigma wirkt da nun natürlich die Schwangerschaft, die interessanterweise einigen aufstößt und auch als „Exitoption“ ihrerseits von manchen Beobachtern wahrgenommen wird (Eine Beobachtung der ich teilweise zustimmen kann).
Eckelhaft finde ich jedoch so blöde Kommentare wie etwa „Kann die das nicht außerhalb ihrer Mandatszeit machen?“, oder wenn Zeitungen der Meinung sind dass eine Partei nur dann funktioniert wenn die Führungsperson 24/7 zur Verfügung steht (Haut beim Strolz auch nicht hin). Die Babypause wird mit dem beruflichen Aus verbunden, intelligente Ansage, hat das mal jemand Fr. Von der Leyen gesagt?
Ich erinnere dass es auch umgekehrt ging, Glawischniggs Schwangerschaften galten ja schon fast als aristokratisches Medienereignis erster Güte, was damals für ein Tamtam gemacht wurde, weil eine Abgeordnete mit Babybauch hinterm Rednerpult stand, glaubt man heute schon gar nicht mehr, sorgte aber bei den Grünen selbst für Kritik.

Normalerweise sagt man, die sitzt jetzt bis zum 8. Monat im Parlament ist eine Monat im „Mutterschutz“ und hat einmal 6-12 Wochen eine Ruhe, danach kann Sie ja dann wieder arbeiten, bei Abgeordneten lässt sich das im Regelfall durchaus vereinbaren. So gütig sind aber anscheinend einige Beobachter nicht mehr, ich glaube wir sind wirklich in einer Gesellschaft von Robotern angekommen, oder einfach nur situationselastisch einmal mehr, einmal weniger tolerant. Dies gilt insbesondere für das Team Stronach, denn da muss man entweder sie verarschen, oder ihnen gegenüber intolerant sein.

Auch Nachbaurs Statement „Es ist halt so“, zu der von Frank Stronach gestrichenen Gage von 140.000,- Euro für ihre Tätigkeit bei der Stronach Group, zeigt dass da schon etwas im Busch ist. Der Chef ist anscheinend mit ihrer Performance alles andere als zufrieden und aus seiner Sicht muss bei einem 20 Millionen Euro Projekt eben jemand die Verantwortung dafür übernehmen, dass da etwas schief ging, meistens ist das im angelsächsischem Raum dann der/ die Manager/in.

In Wirtschaftskreisen, heißt dies normalerweise „Packen Sie ihre Sachen“, in der Politik wird Kathrin Nachbaur zumindestens überlegen müssen, wo die Reise hingeht. Ob Sie wirklich bei dem bleibt was Sie jetzt hat, ist wohl fraglich.

EUER SIVIC!

[paypal_donation_button]

Written by Sivic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

259, Wirtschaft trifft Forschung – Von der Austromir zum Startup (Teil 1)

164, Ein bisserl unscharf das Ganze!