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161, Eine ganz Große nimmt Abschied

Herzlich Willkommen zur 161. Ausgabe!

Wäre ich manchmal nicht zu faul, dann hätten schon mindestens zwei neue Beiträge durch meine Hände fließen müssen, aber manchmal lohnt sich das Warten mehr und der heutige Beitrag bringt ein paar besonders für mich interessante Aspekte zur Geltung.

Gestern legte Frau Dr. Eva Klotz von der Süd-Tiroler Freiheit ihr Mandat im Süd-Tiroler Landtag nieder und sorgte damit innerhalb der Bewegung, wie auch in den Medien für Aufsehen. Sie tat dies nach 31 Jahren im Landtag und 1365 Sitzungen, mit 2. Dezember verlässt sie nun die erste Reihe der Politik und zieht sich in die parteiinterne und private Arbeit zurück, Sie tat dies weil der Gesundheitszustand ihres zweiten Ehemanns Hans Bachmann sich verschlechtert hat und sie daher nun ihre Zeit seiner Pflege widmen will, „Dies sei Sie ihm schuldig!“, sagte Eva Klotz in der gestrigen Pressekonferenz im Landtag zu Bozen. Die RAI und der ORF würdigten Klotz Lebenswerk mit ausführlichen Beiträgen.

Ihr politischer Weggefährte Sven Knoll sagte am Montag dazu auf Facebook:
„An einem Tag kann sich alles ändern…..“

 Video: Eva Klotz Abschied auf der Videoplattform der Süd-Tiroler-Freiheit.

Eva Klotz ist vor allem den Tirolern ein Begriff, in Rest-Österreich, wohl eher nur  Politikern und hier besonders der FPÖ, andere dürften da aus Identitätsproblemen heraus eher versucht haben, die Süd-Tirol Frage herunter zu spielen und mit Klotz nicht anzuecken.

Trotzdem sprachen auch viele Kollegen aus anderen Lagern und Weggefährten ihren Respekt für diesen Schritt und ihren Dank für ihre Arbeit aus. Die „streitbare Eva“ vertrat nicht zuletzt gegenüber Italien eine starke Position im Kampf um die Durchsetzung der Autonomierechte und der Selbstbestimmung. Dies stellte übrigens ausgerechnet der ehemalige Landeshauptmann Dr. Luis Dürnwalder fest, mit dem Sie doch so manchen Strauß ausfechtete.

Die Arbeit die sie in diesen drei Jahrzehnten geleistet hat, tat Sie nicht zuletzt auch durch ihres Vaters Willen, da dieser in den 60er Jahren als einer der Freiheitskämpfer für die Unabhängigkeit Süd-Tirols von Italien auftrat.
Georg Klotz gehörte zu den Leuten der Unabhängigkeitsbewegung die in der Gewalt die letzte ihnen übrig gebliebene Form der Reaktion auf die damals durchaus harsche und nicht gerade diplomatisch durchgeführte Italianisierung der Alto-Adige genannten Region antworteten.

Nach der Feuernacht 1961 floh dieser ins Exil nach Österreich, von wo er aus den Widerstand gegen Italien einige Zeit lang fortsetzte und in 1976 starb.

Seine Tochter übernahm die Stafette im Kampf um die Selbstbestimmung und führte diesen bis zum gestrigen Tag im Süd-Tiroler Landtag fort.

Selbst bin ich Fr. Dr. Klotz bislang noch nicht begegnet, hatte aber zuletzt mit ihren Mitstreitern intensiven Kontakt.
Die Kolleginnen und Kollegen der Redaktion von Inside Politics und natürlich auch ich, wünschen ihr alles Gute auf ihren weiteren Weg und eine gute und rasche Genesung für ihren Ehemann Hans Bachmann.
Ich beende den heutigen Blogeintrag mit einem groß geschriebenen,

Viribus Unitis!!!

Written by Sivic

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