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10 Jahre Sivicsblog – Ein Blogger sagt Dankeschön – 400

Heute vor 10 Jahren veröffentlichte ich den ersten Blogeintrag auf Sivicsblog. Das Hobbyprojekt mit gelegentlichen Beiträgen avancierte zu einer Multi-Channel-Plattform und ich wurde ein passionierter Blogger. 

Ich schreibe schon länger nicht mehr in der „Ich-Form“, heute mache ich eine Ausnahme, denn ein Blog ist auch etwas persönliches und das musste ich erst in der letzten Zeit wieder begreifen. Vor 10 Jahren ging es um die Einführung der Vorratsdatenspeicherung (Der Beitrag wurde übrigens technisch auf Vordermann gebracht). Heute gehören netz- und medienpolitische Themen nach wie zu unseren Hauptschwerpunkten.


Video: Das Interview mit dem EU-Abgeordneten Martin Sonneborn brachte Inside Politics Rekordzahlen.

Dabei wurde Sivicsblog in den letzten zehn Jahren auch schnell erwachsen.
Das Hobby wurde zur Passion, gelegentliche Gedankenergüsse entwickelten sich zu einer fixen Institution. Was früher nur in Texten niedergeschrieben wurde, erfährt heute regelmäßige Ergänzungen durch Bilder und Videomaterial. Seit 2014 schreibe ich fast durchgehend wöchentlich, ein Jahr später begannen dann schon „wir“ mit mehr oder weniger wöchentlichen Videobeiträgen. Das Ergebnis, 400 Blogeinträge, 62 Folgen Inside Politics und 235 Episoden On The Grid.

Dabei steht der heutigen Marke Inside Politics ein Archiv in der Größenordnung von mehr als 160.000 Fotografien und ca. 3,6 TB an Video- und Tondateien zur Verfügung. Zudem erreichten 2019 zwei Beiträge auf Youtube erstmals fünfstellige Aufrufzahlen und stellten im Alleingang das bisherige Rekordjahr 2018 in den Schatten. 

Ja, da ist etwas weitergangen und im Vergleich zum Beginn ein eigenständiges Medienhaus entstanden.

400 BLOGEINTRÄGE UND ALLES DER LIEBE WEGEN…

In diesem Jahrzehnt, in dem viel passierte, in dem viele Steine neu geschlichtet wurden und am Ende auch vieles gleich blieb – wie wohl es mathematisch genommen noch ein Jahr dauert – ging es bei mir auch darum mit dem eigenen Leben fertig zu werden. Der Blog diente dabei als Instrument mich selbst zu verwirklichen und auch zu verstehen was ich eigentlich will.
So verhinderte auch die Arbeit an vielen meiner Projekte, dass ich der ein oder anderen Verflossenen nachweinte oder gar in einer Depressionsphase dutzende Liebesbriefe geschrieben hätte.

 
Video: „It’s better to have love and lost, as never have loved at all“, Pogo’s Liebeserklärung an Star Trek Next Generation.

Bloggen kann also auch einen therapeutischen Stellenwert einnehmen um gewisse Dinge besser zu verarbeiten. Und so wie der Youtuber Pogo seine Arbeit mit Leidenschaft tut und dabei ein Millionen Publikum mit seiner Musik beglückt, tue ich das auch, nur mit weit weniger Abonnenten.

Wie wohl die Zeiten des völligen Einzelkampfes schon lange vorbei sind, kann bloggen auch frustrieren. Das wiederum bringt Leistungsschwächen und Depressionen zutage die man vielleicht gar nicht erwartet hätte und aus einem solchen Loch wieder herauszukommen ist oft gar nicht so einfach. Das Problem ist dabei, dass wenn man viel unterwegs ist, solche Dinge einem selbst gar nicht mehr auffallen.

Also nur alleine auf Zuschauerquoten zu achten und glauben dass man mit jedem Thema eine Unzahl an Zugriffen erhält ist genauso fatal, wie wenn man sich dem Hobby komplett verschreibt und tagelang im Büro vergräbt. Applaus, Likes, Views und wohlwollende Kommentare sind wirklich nicht alles im Leben, wenn man sich zu sehr reinsteigert kann das also auch sehr ungesunde Folgen haben. 

BLOGGER AUS PASSION UND PRINZIP

Gut, ich habe mir in den letzten Jahren auch häufig selbst ein Bein gestellt, vieles verbaut und es trotzdem geschafft als einer der ersten österreichischen Blogger überhaupt eine regelmäßige Wahlberichterstattung (seit 2013) aufzubauen, bzw. mit meinem Team aus Freiwilligen heuer zum ersten Mal – trotz „selbstgemachter“ technischer Unzulänglichkeiten – einen Livestream bei der steirischen Landtagswahl einzurichten. Das brachte Inside Politics und mir im letzten Dezember auch einen Beitrag im renommierten Branchenmagazin „Der österreichische Journalist“ ein. 

Inside Politics-Livestream-Gerald Grosz-August Peter Zurk-Studio-Blogger
Bild: Kollege August Peter Zurk interviewte Medienberater Gerald Grosz im Inside Politics-Studio bei der steirischen Landtagswahl 2019.

Es zeigt jedoch, dass sich der Graswurzel-Journalismus einen Platz in der Berichterstattung erarbeitet hat. Manche Blogger sind mehr erfolgreich als andere, wieder andere können zwar nicht davon leben, sind aber in der Lage auch mit professionellen Medien mitzuhalten. Aufdecker wie der Tiroler Blogger Markus Wilhelm (dietiwag) haben sogar schon einzelne Politiker zum Rücktritt (Dominik Schrott) gebracht.

Bloggen hat also auch Wirkungskraft. Uns ist es dabei immer wichtig gewesen in die Tiefe zu gehen und die Themen nicht nur oberflächlich zu bearbeiten. Dass wir es geschafft haben so viele Bundespolitiker interviewen zu können und regelmäßig auch von außerhalb der steirischen Landeshauptstadt berichten zu können ist auch keine Selbstverständlichkeit und hat viel mit der Aufgabe von Freizeit zu tun.


Video: Nicht jede Prognosse hat gestimmt, in diesem Fall musste gar eine ganze Wahl wiederholt werden.

Aber Inside Politics ist eben Passion und diese hat uns dazu bewogen ein ganz besonderes politisches Jahrzehnt zu begleiten und über die unterschiedlichsten Ereignisse zu berichten.
Denn vom Einzug der NEOS in den Nationalrat angefangen, über die  Bundespräsidentenwahl und ihre Wahlwiederholung, bis hin zum Misstrauensantrag gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz gab es viel zu berichten. In einigen Fällen war Inside Politics auch sogar live dabei und mittlerweile haben wir mit allen aktiven Parteichefs aller Parlamentsfraktionen Interviews geführt.


Video: Der Misstrauensantrag gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz war wohl eines der bedeutendsten Ereignisse in der innenpolitischen Geschichte der Zweiten Republik.

Wir haben dabei für uns neue Standards geschaffen, sind manchmal gescheitert, aber auch immer wieder neu aufgestanden. Am Ende ist uns die Passion und die Freude geblieben über Politik und Gesellschaft zu berichten.

Dabei ging es uns immer um die Sache und nicht um die Eigenprofilierung, wobei man als Blogger und Journalist auch gerne der Versuchung erliegen kann sich selbst in den Mittelpunkt stellen zu wollen. Das wichtigste Credo ist aber nach wie vor den Fokus auf das Thema und den Gast zu setzen, man selbst kommt immer nur als Zweiter dran, aber glaubt mir, das ist viel leichter gesagt, als getan. 

10 JAHRE UND VIELE, VIELE FREIWILLIGE HELFER…

Uns geht es um das Prinzip über die Ereignisse im kleinen/großen Österreich zu berichten, dort den Finger hinzulegen wo viele andere Kameras nicht hinzeigen. 
Von Protesten in Triest für den triestinischen Freistaat, über die sehr breit gefasste YouTube-Regulierung in Österreich, den Staatsbesuch des russischen Präsidenten in Wien, bis hin zu Pressekonferenzen und klassischen Interviews mit Politikern. Die Bandbreite ist groß und unser Archiv ist noch viel größer ;). Es gibt noch viel zu berichten und aufzuarbeiten, also ja, freut auf die Zukunft, wir werden sehen wie viele Jahre es jetzt wieder werden. 

Triest-Uhr-Börsenplatz-Alte Börse-Zeit-Inside Politics-Blogger- Zehn Jahre
Bild: Die Zeit ist unser ständiger Begleiter, ehe man sich versieht vergehen zehn Jahre, schaun wir was noch alles auf uns zukommt.

Im Namen der gesamten Redaktion darf ich mich bei den Lesern, Freunden und denjenigen die uns immer wieder Informationen und Ideen geben, für die Treue und Unterstützung über die Jahre bedanken.

Ich bedanke mich außerdem bei Barbara Daniel, Eva Wochesländer, Maret Altmann, August Peter Zurk, Philipp Peyer, Mario Haubenwallner, Walter Roschnik, Laurenz Fiedler, Lukas Scheucher, Christopher Zugger, Tristan Hajek, Daniel Frotzler und vielen anderen fleißigen Händen die über die Jahre bei Inside Politics mitgearbeitet oder einmal assistiert haben, damit dieses Projekt in diesem Umfang möglich werden konnte.

HERZLICHEN DANK UND ALLES GUTE FÜR 2020!
EUER SIVIC

INSIDE POLITICS – MEHR ALS TAGESPOLITIK…

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Written by Sivic

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