363, FAQ Sivic – Wie viel Geld kostet ein Blog? (Teil 1)

Meistens zur Jahresmitte widmen wir einen größeren FAQ-Artikel den Zuschauerfragen die Inside Politics bekommt und auch diesmal haben wir wieder etliche Fragen erhalten. Heute geht es um das liebe Geld und welche Ausgaben Blogbetreiber haben können.

Fragen sind der Grund warum ich überhaupt mit Inside Politics angefangen habe, weswegen ich die gute Tradition pflege immer zum Halbjahr eines Jahres ein Fragenkonvolut mit Antworten online zu stellen. Heuer ging es bei den Themen in erste Linie ums gute Geld und die Frage wie mein Blogger-Alltag aussieht, sprich Methodik, Organisation, Selbstzensur und ob die Sache noch Spaß macht. Daher habe ich mich entschlossen den diesjährigen FAQ in zwei Teile zu splitten.

Die älteren FAQ-Beiträge der vergangenen Jahre 2014, 2015, 2016 und 2017 sind ebenfalls wie üblich über die hier eingebetteten Links abrufbar.

WIE VIEL GELD KOSTET (D)EIN BLOG?

Im ersten Teil geht es um Kosten, welche Ausgaben man hat, wenn man so eine Seite wie Inside Politics betreibt und was man jährlich in Ausrüstung, Internetgebühren usw., investiert.

Macht Ihr Inside Politics hauptberuflich?

Nein, jeder von den sechs Aktiven ist beruflich oder ausbildungstechnisch anderweitig tätig. Inside Politics ist mehr eine Art intensives Hobby von dem keiner von uns leben könnte. Die Einnahmen die der Blog durch Spenden generiert (letztes Jahr knapp 130 Euro), fließen rein in die Produktion, Ausrüstung, Webhosting-Kosten usw., diese decken aber nicht einmal annähernd die Ausgaben. Die Spendeneinnahmen werden übrigens mehrmals im Jahr veröffentlicht.

Wie viel kostet es einen Blog oder YouTube-Kanal zu betreiben?

Das kommt völlig darauf an was man letztendlich will. Viele Blogs sind Hobby-Projekte und werden vielleicht ein paar Mal im Monat bespielt. Man kann ungefähr von 30-50 Euro für Webseiten-Kosten im Jahr ausgehen, das ist aber abhängig vom Anbieter und gewählten Paket. Genauso hängt es davon ab wie viele Webadressen man nutzt. Wer eine klassische .blogspot oder .wordpress Domain nutzt, zahlt nichts, viele Blogger kaufen sich aber mittlerweile eine Internetadresse und verwenden WordPress- oder andere -Templates (Vorlagen) für ihre eigene Webseite. Das kann je nach Angebot zwischen 0 und 100 Euro kosten. Nach oben hin, sind auch diese Preise offen.

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Bild: Die erste Frage bei den Kosten eines Blogs ist, was er können muss?

Der durchschnittliche Hobby-Blogger wird wohl mit 100-200 Euro pro Jahr rechnen können, die eigene Arbeitszeit nicht eingerechnet, außerdem kommt es darauf an, ob man den Kostenfaktor Internetleitung miteinbezieht.

Was kann die Kosten für einen Blog oder Videokanal hochtreiben?

Bei manchen Blogs und YouTube-Kanälen kommen Ausgaben für Ausrüstung wie Fotoapparat, Videokamera, Mikrofon, Voicerecorder, Fahrtenkosten, Verpflegung usw., hinzu. Diese Posten  können schnell ins Geld gehen, 1.000-1.500 Euro für die Erstanschaffung von Equipment sind daher einmal leicht erreicht.

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Bild: Kameras kosten Geld, in dieser Konfiguration (Kamera, zwei Objektive, Leuchte, Stativ) kommt der Hobby-Fotograf aber mit gut 1.000 Euro aus.

Manche Leute leisten sich auch kostenpflichtige Lizenzen für Fotobearbeitungs- und Videoschnittsoftware (z.B. Photoshop, Adobe Premiere Pro oder Lightworks), diese können gut und gerne zwischen 50 bis 600 Euro im Jahr kosten.
Gratis-Alternativen wie GIMP oder KRITA bieten im Fotobereich sehr professionelle Nutzerumgebungen an, Videobearbeitungsprogramme wie Open Shot sind einfach zu lernen, letzteres ist jedoch in der Version 1.4 unter Ubuntu (Linux-Distribution) äußerst absturzgefährdet, da wird schnell einmal die Tastenkombination STRG-S(ave) der beste Freund des Nutzers.

Bild: Durch kostenlose Cut-Programme (siehe Open Shot) kann man Geld sparen, häufige Abstürze kosten mich aber immer wieder Nerven.

Eine Option wäre dann etwa das wesentlich umfangreichere 3D-Editor- und Video-Schnitt-Programm Blender erfordert viel Übung, gilt aber als eines der besten Produkte am Markt, ähnliches gilt auch für Da-Vinci Resolve, von dem es eine umfangreiche Trial-Version zum Testen gibt. Linux-Anwender sollten sich hier aber nicht täuschen lassen Da-Vinci Resolve funktioniert nur auf Workstations die der Hersteller Black Magic Design selbst erstellt hat.

Der Kostenfaktor Equipment liegt letzten Endes immer am eigenen Fokus, den Zielen die man damit verfolgt, dem Zeitaufwand und der Ernsthaftigkeit mit der das Projekt umgesetzt wird.

Hinweise zur Gewerblichkeit und Abgaben:

Wichtig ist es auch zu wissen, wenn man Einnahmen durch Spenden/Abonnenten bzw. durch Werbung lukriert, dass sich der Betreiber die Gewerbevorschriften ansehen sollte, denn hier könnte man trotz Steuerfreibetrag bei Gewinnen durch selbstständige Arbeit von ca. 700 Euro/Jahr, eventuell in den Bereich der Ankündigungsunternehmen fallen (Siehe Mediengesetz).
Auch ist hinzuzufügen dass die Einnahmen nur die Steuerpflichtigkeit gegenüber der Finanz, nicht aber die Pflicht zur Gewerbeanmeldung definieren. Blogs die als zeitungsähnlich gelten fallen überhaupt unter keine Gewerbeordnung, es sei denn, eine der Tätigkeiten die nebenbei zum Blog ausgeübt wird und mit diesem in Verbindung steht, fällt in diese (Einstellen von Werbung fällt unter Ankündigungsunternehmen).


Video: Ausfahrten zu Staatsbesuchen kosten Geld und wenn Videokanäle zu fernsehähnlich sind, kann ein Gewerbeschein auch fürs Hobby fällig werden.

Dazu kommt in Österreich für Videodienste-Betreiber, das audiovisuelle Mediendienste Gesetz, über das wir schon ausführlich berichtet haben und die allgemeine Meldepflicht bei der Komm Austria (Behörde), sollte ein Dienst als gewerblich eingestuft werden (das gilt auch für Hobby-Seiten), weil er etwa fernsehähnliche Inhalte anbietet, können dann noch ein Finanzierungsbeitrag an die Medienbehörde (ab einem Umsatz von ca. 47.000 Euro, etwa 260 Euro), eine Wirtschaftskammerumlage (Fachgruppe Rundfunkunternehmen 400-440 Euro) und der Mindestsatz für die Sozialversicherung (120 Euro für Unfallversicherung bei Umsätzen von unter 5.100 Euro/Jahr) fällig werden. Bei der Kammerumlage kann aber bei der Fachgruppe selbst um Erlass oder Reduktion angesucht werden.

Wie viel kostet Dich/Euch Inside Poltics?

Für Inside Politics lagen die Ausgaben im Jahr 2017 bei knapp 4.500 Euro, davon gingen mehr als 2.000 Euro in Equipment auf, Tablet, Zoom-Audio-Recorder und Fuji-Systemkamera machten dabei knapp 1.500 Euro aus. Dazu kamen noch 1.200 Euro an Anwaltskosten wegen des Beschwerdeverfahrens zum audiovisuellen Mediendienstegesetz, monatliche Internetgebühren (LTE Vertrag für 45 Euro/Monat), Facebookwerbung, Bustickets (ca. 100-120 Euro) und viele kleinere Ergänzungen, wie etwa ein neues Stativ, Stativtaschen, Verlängerungskabel, eine Leuchte, Akkus, Speicherkarten, Mikrofonwindschutz, etc., am Ende des Jahres kam dadurch eine ordentliche Summe Geld zusammen.

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Bild: Qualität hat ihren Preis. Die abgebildete Film-Ausrüstung hat einen Neuwert von ca. 1.600 Euro.

In einem normalen Jahr werden ca. 1.000 bis 2.000 Euro fällig, was wohl im Schnitt von dem liegt, was andere Leute in ihre „Hobbys“ und Freizeitaktivitäten investieren. Ich muss jedoch zugeben, dass ich Pech mit so mancher Kamera hatte und wir einiges an Ausrüstung in den letzten Jahren getauscht haben, was am Ende auch ins Geld ging.

Personalkosten gibt es keine, das Team besteht nur aus Freiwilligen die den Erfahrungsgewinn als persönlichen Gewinn für sich verbuchen. Verpflegung und eventuelle Geschenke für unsere Gäste sind hier nicht eingerechnet, das werden so ca. 100-200 Euro im Jahr sein.

Teilt Ihr die Kosten auf?

Die Aufwände werden zum größten Teil von mir selbst getragen, Fahrtkosten werden immer wieder einmal geteilt.

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Das war es für heute, danke fürs Lesen und bis bald:

EUER SIVIC!

INSIDE POLITICS – MEHR ALS TAGESPOLITIK…

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