297, Dr. Strange – Ein Film wie eine Nahtoderfahrung!

Dr. Strange, ist nun dieser Tage bei uns gestartet, kurioserweise ist Europa in diesem Fall um eine Woche vor den USA dran, ich habe mir den besten Marvel-Film dieses Jahres, nach Deadpool angesehen und muss sagen, der Film ist nicht Strange, er ist ein „fulminantes Werk moderner Bildgestaltung“.


Benedict Cumberbatch ist ein ausgezeichneter Schauspieler, der in seinen Darstellungen insbesondere auf Tiefenschärfe achtet, sein „Shall we begin?“ aus Star Trek – Into Darkness liegt mir heute noch in den Knochen, dass der Film der Klasse von Cumberbatch nicht gerecht werden konnte und das Potential von Kahn Noonien Singh nicht einmal ansatzweise nutzte, steht auf einem anderen Papier.

Ich frage mich wirklich, warum man ihm keine Rolle als nächsten James Bond anbietet?

UND STÄNDIG VERÄNDERT SICH DAS FRAKTAL…

Kommen wir zum Film, Dr. Strange ist ein meisterhafter, aber arroganter Chirurg dessen „Wunderhände“ durch einen Autounfall, so sehr in Mitleidenschaft gezogen werden, dass seine Hände zu einem zittrigen Überbleibsel ihrer Selbst werden. Nach langen Versuchen, „medizinische“ Methoden auszuprobieren, um die Nervenbahnen in den Fingern zu reparieren, landet er bei einem Mann, der durch Meditation wieder gehen gelernt hat.

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Video: „Es gibt viele Wahrheiten“, Dr. Strange zeigt das mit einer außergewöhnlichen Bildsprache.

Dieser schickt ihn nach Kathmandu und dort trifft Dr. Strange auf einen Tempel mit dazugehörigen Orden, wo er sein innerstes kennenlernt und beginnt zu verstehen, wie Zeit, Raum und Universum funktionieren.

Mehr sage ich zur Story nicht, den Rest müsst ihr selbst herausfinden.

Der Film spielt mit der Gravitation, wo oben und unten ist, wird immer wieder in Frage gestellt, dabei orientiert sich das Szenenbild an den Welten aus Inception, in dem oft einmal Straßenzüge und Gebäude gefalten und Häuser zu alles verschlingenden Walzen werden, die Gegner „eliminieren“.

„Folding Time and Space“, heißt die Devise in diesem Film, die mit Elementen wie „Geistererscheinungen“, Raumzeit-Verschiebungen, Telekentik und fernöstlicher Mystik, der Frage nach der Unendlichkeit des Seins, auf den Grund geht und dabei ein Universum voller Wunder öffnet.

Dabei tauchen Fraktale genauso auf, wie zusammenhängende Zellenverbindungen, des Makro- und Mikrouniversums, die ein unglaubliches Bild ergeben, fast schon psychedelisch wirkende Bilder faszinieren den Zuschauern und ergründen die Tiefe der Charaktäre, die in diesem Film weniger flach wirken, als in den meisten anderen Blockbustern die Marvel in den letzten Jahren auf den Markt brachte.

FAZIT: RESET THE CLOCK!

Der vermeintliche Hauptgegner entpuppt sich dabei, lediglich als Handlanger eines noch größeren Wesens, welches von Strange in einem Time-Loop festgehalten wird, bis dieses endlich einer Art „Waffenstillstand“ zustimmt.

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Video: Dieser Film zeigt, welche Qualität alle Marvel Filme haben könnten.

Witze wie „Mr. Dr.“ und die darauf folgende Antwort „It’s Strange“, oder die Gespräche mit Geistererscheinungen in einer stillstehenden Zeit, runden den Film auch humoristisch ab.
Dr. Strange ist dabei deutlich ernster und intellektueller als Guardians of the Galaxy (Fortsetzung 2017), das bunt-düstere Bild des Universums, hat Strange aber vom „Vorgänger“ aus der 2. Phase des Marvel-Cinematic-Universums, übernommen.

Achja, Strange’s Fähigkeiten als Bartender hätte ich auch gerne.

In dieser sich ständig verändernden und auf eine Art trotzdem gleichbleibenden Welt, die uns Dr. Strange zeigt, wird die Uhr neu gestellt (Reset the Clock) und das erinnerte mich in vielen Belangen an einem Traum, den ich letztes Jahr während meiner Narkose nach meinem Fahrrad Unfall erlebte.

Zugegeben, das geht jetzt weit ins Private, aber die Sicht auf sich selbst, aus einer anderen Perspektive, das Gefühl die Uhr neuaufzuziehen, das habe ich erlebt und vielleicht deswegen hat mir dieser Film auch wieder einmal die Augen geöffnet, sich mehr mit den Dingen zu beschäftigen, die um einen herum vorgehen, auf andere einzugehen und sein Ego zurück zuschrauben.

Aber gut, das muss jeder für sich selbst entscheiden, ein Film kann hier nicht mehr als eine „Erinnerung“ sein.

8 von 10 Sternen ********!

EUER SIVIC!

Bild und Trailer von „Marvel Studios“

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