294, Wenn aus Geocaching ein Bombeneinsatz wird!

Hallo zum 294. Blogeintrag!

Geocachen ist eine moderne Form der Schnitzeljagd, an dessen Ende meistens eine Box zu finden ist. In Graz löste am Wochenende ein Behälter einen Polizei einsatz aus. Ich bin den Hintergründen nachgegangen.

Bild: Sivic nach erfolgreicher Geocache-Suche.

Es ist nicht das erste Mal in der Weltgeschichte, dass ein Geocache (Endpunkt einer GPS-Schnitzeljagd) einen Polizeieinsatz ausgelöst hat.
Geocachen ist eine Art globale GPS-Schnitzeljagd, es gehört zum Trend der Urbanen Abenteuer (Urban Adventures) und erinnert in einer gewissen Form auch an Agentenfilme, denn das was man da tut, soll geheim und unscheinbar vor sich gehen.

 

Vom Geocaching zum Bombeneinsatz!

Ein häufiges Problem, sind sogenannte Muggels (Unwissende),
also Passanten und Personen die vom Geocachen keine Ahnung haben und die herumschleichende Geocacher als verdächtige Personen wahrnehmen.

Bild: Für Kenner ein Cache, für Unwissende eine mögliche Bombe.


So geschehen am letzten Sonntag in Graz, zwei Passanten sahen jemanden „ruhigen Schrittes“ einen Zylinder unter einem Stiegenaufgang fixiert.
Die „Finder“ brachten den verdächtigen Gegenstand auf die Polizeiinspektion Hauptbahnhof, wo man das Röhrchen durch einen Bombenspezialisten prüfen lies.
Im Idealfall hätten Sie den Gegenstand dort gelassen, die Polizei informiert und das Gebiet abgesperrt.

Schließ und endlich ist nichts passiert, der Geocache wurde geöffnet und aller Wahrscheinlichkeit das Logbuch und einen Kugelschreiber entnommen, da liegt dann auch ein Infoblatt des Besitzers des Caches bei, in dem er aufklärt um was es sich handelt, manche legen sogar ihre Kontaktdaten dazu.

 

Bild: Ein typisches Beispiel für ein Logbuch.
Das Logbuch ist für die Geocacher von Interesse, denn hier tragen Sie physisch ihren Besuch ein, auf Geocaching.com tun Sie das noch einmal digital. Ich fragte bei Kontrollinspektor Fritz Grundnig (Pressesprecher LPD-Graz) nach wie seitens der Polizei gehandelt wurde und welche Konsequenzen dieser Einsatz hatte.
  1. Sivicsblog: Wurde der Bereich Hauptbahnhof während der Untersuchung des Gegenstandes gesperrt?
    LPD-Graz:
    Eine Sperre und Evakuierung des Hauptbahnhofes war aufgrund der Größe und möglichen Gefährlichkeit des Gegenstandes und aufgrund der Tatsache, dass sich dieser bereits auf der Polizeidienststelle befand nicht notwendig.
    Der unmittelbare Bereich um die Untersuchung und gesicherte Öffnung des Gegenstandes war selbstverständlich gesperrt.
  2. Sivicsblog: Wurden Ermittlungen gegen den Besitzer des Geocaches aufgenommen? 
    LPD-Graz:
    Es liegt nach derzeitigem Erkenntnisstand keine strafbare Handlung vor.
  3. Sivicsblog: Sieht die Rechtslage in diesem Fall eine Anzeige wegen „möglicher“ Gemeingefährdung gegen die Finder und Besitzer vor?
    LPD-Graz:
    Siehe 2.
  4. Sivicsblog: Wird dem Finder der Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden?
    LPD-Graz: Nein.
  5. Sivicsblog: Liegen in den Polizeiinspektionen in Graz/Steiermark Karten mit „Geocache-Standorten“ im Zuständigkeitsbereich auf, um solche Missverständnisse zu vermeiden?
    LPD-Graz:
    Nein. Bislang wurde dies nicht als notwendig erachtet.
  6. Sivicsblog: Empfiehlt es sich für Geocacher die Behörden/Gemeinde über den Standort eines Geocaches zu informieren?
    LPD-Graz:
    Darüber wäre u.U. nachzudenken. Das ist sicher eine gute Idee.
  7. Sivicsblog: Ist das platzieren von Geocaches an oder in Häusern verboten oder handelt es sich um eine rechtliche „Grauzone„?
    LPD-Graz:
    Es wird unbedingt das Einverständnis des Besitzers einzuholen sein, da ansonsten eine Besitzstörung nach bürgerlichem Recht vorliegt.

Zum letzten Punkt sei ergänzend hingewiesen, dass auch die Spielregeln vorsehen, das Caches auf Privatgründen nur mit Einwilligung der Grundstücksbesitzer versteckt werden dürfen.

Stark frequentierte oder sensible Örtlichkeiten wie Bahnhöfe, Innenstädte, Fußgängerzonen, Schulen, Kindergärten usw., sind für Verstecke nicht geeignet.

Geocaching the Urban Adventure.

 

Bild: In größeren Caches finden sich oft einmal Gegenstände.

Manche Caches (Schatztruhen) findet man recht leicht, weil ihre GPS-Koordinaten auf einen speziellen Punkt fixiert sind und man sie dann in einem Brunnen, Hauseingangsbereich, unter Parkbänken, bei Denkmälern, hinter Fensterbalken, auf Brücken, Verkehrsschildern oder sonst wo findet.

Wieder andere Cache-Typen sind Teil einer Kette (Multis), die man abgehen und vor Ort Rätsel lösen muss, um die Koordinaten des Finalen Standortes zu finden.
Bei Mystery Caches ist es sogar manchmal der Fall dass man von Zuhause aus einmal die Rätsel (Sudoku, Wissensaufgaben, etc.) lösen muss um überhaupt die GPS Koordinanten des Startpunkts zu finden.
Varianten (Traditional Cache, Mystery, Mulis etc.) gibt es viele und ich habe doch oft einmal mit einer Gruppe gemeinsam diese Wanderungen/Spaziergänge oder Radfahrten bestritten um an einem Tag mehrere Caches zu finden.
Vor allem im städtischen Bereich sind mit Magneten montierte Behälter (Filmdosen, Tapper-Ware, Boxen oder kleine Schatullen) keine Seltenheit.
Am Plabutsch (Berg bei Graz) gibt es meines Wissens sogar eine blaue Tonne die mit einem Seilzug auf einem Baum fixiert wurde.
Wer es gerne noch abenteuerlicher haben will kann bei der Copa Cabana einmal die Tauchausrüstung anlegen, da gibt es Unterwasser einen Cache-Pacours (Multi).
Bei einer Wanderung in Thal bei Graz passierte es uns gar, dass der Baum des Caches am selben Tag abgeholzt wurde, somit fanden wir den Behälter in einer Aushebung eines „frischen“ Baumstumpfes.

Bild: Manchmal werden Geocaches Opfer äußerer Umstande.


Wenn man schließlich einen Cache gefunden hat, trägt man sich, sofern vorhanden, in das Logbuch ein und schreibt noch einen Kommentar auf der Internetseite des Owners (Besitzer) des Caches dazu, so kann man den Besitzer auch über Schäden oder Probleme informieren.

In größeren Boxen sind oft einmal Gegenstände drinnen (Matchboxautos, Figuren, Coins etc.), es gilt die Regel für jedes herausgenommene Teil ein Objekt gleichen Wertes hineinzulegen.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich ja auch auf Geocaching.com registrieren und loslegen.


So long,


EUER SIVIC!

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