323, Die Identitäre-Bewegung – Zwischen Mittelmeermission und Kontosperre

Wie die Identitären Martin Sellner und Patrick Lenart auf Twitter mitteilten, hat der Internet Bezahldienst Paypal der Identitären Bewegung Österreich (IB/IBÖ) das Konto gesperrt. Dies hat mit der Mittelmeermission der sogenannten Patrioten zu tun. Mehr dazu im aktuellen Artikel.

Grund für die Paypal-Sperre dürfte die Spendenaktion rund um die von der „Indentitären Bewegung“ geplanten Operation „Defend Europe“ sein.
Die Identitäre Bewegung die eigentlich Verein zur Erhaltung und Förderung der kulturellen Identität heißt, plant nämlich mit einem Schiff im Mittelmeer gegen Schlepper und NGO’s vorzugehen. Dafür sammelten die Identitären laut einer Presseaussendung vom 4. Juni bislang mehr als 65.000 Euro und versucht mit diesem Geld nun ein Schiff zu mieten und Seeleute zu rekrutieren.

Bild: Patrick Lenart (IBÖ), fragt wer mächtiger ist, Patrioten oder Paypal?

Das Vorgehen von Paypal ist indes nicht gerade beruhigend, immerhin ist der Verein legal, anderseits hat jedes Unternehmen das Recht sich seine Kunde auszusuchen. Ob es also zu einem Rechtsstreit oder einer einvernehmlichen Lösung kommt, bleibt abzuwarten.

Aber zurück zum MIttelmeermanöver „Defend Europe„.
Laut BBC und Euractiv und italienischer Quellen von Inside Politics sind Mafia-Aktivitäten beim Geschäft mit Flüchtlingen keine Einzelfälle, so hätten auch Vertreter der Kirche und katholischer Hilfsorganisationen über Jahre hinweg mit Kriminellen zusammengearbeitet und etliches von der Flüchtlingshilfe für sich eingestreift.

Daher stellen sich berechtigterweise die Fragen, warum die mediale Rezeption dieses Themas in Österreich recht bescheiden ist und in wie weit die kriminellen Handlungen im Bereich Menschenhandel, Prostitution usw., durch die Flüchtlingskrise angefeuert werden?

Das werden wir aber wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt klären können.

Rinks gegen Lechts – Der Kampf um die Straße:

Die Identitären sorgen aber auch anderswo für Aufregung, ihr Aktionismus erinnert in Methode und Ausführung stark an  Straßenaktionen von Green-Peace oder Amnesty International.
Das ist Teil ihrer Strategie um von sich reden zu machen.

Sie propagieren dabei gegen die Folgen der Islamisierung, Überfremdung und „Refugees Welcome“ Rufe politischer Gegner und berufen sich auf Patriotismus und Traditionspflege als Inbegriff des eigenen Tuns.

Sie halten ihren Konkurrenten den Spiegel des eigenen Handelns vor und das empfinden vor allem Linke Gruppen als offene Provokation. Immerhin verlieren diese dadurch ihre Meinungshoheit auf der Straße und werden ihres bisherigen Privilegs beraubt. Ich würde fasst soweit gehen zu behaupten dass die identitären Aktivisten das Verhalten Linker Gruppen mit Genuss persiflieren.


Video: Fake-Enthauptung in Wien, Identitäre und Linke Aktivisten gerieten dabei aneinander.

Vor allem die Jungen Grünen sehen die Identitäre Bewegung zusehends als Gefahr, denn die IB greift nicht nur ihre Methoden  auf, auch die Rhetorik erinnert stellenweise an die kommunistischer Hardliner aus der Zeit des Kalten Krieges (Mauerbau-Revival).

Das führt dazu dass die Grenze zwischen Links und Rechts verschwimmt. Zum Unbehagen des Linken Lagers führt dieses versetzen der Vorzeichen zu einem Lechts und Rinks Wischi-Waschi Denken in der Bevölkerung.
Ob Links oder Rechts, ist doch alles gleich!„, denkt sich der einfache Bürger.
Ein Alptraum für Ideologen und Parteisoldaten, deren Argumentationsbasis vom Klassen- und Lagerdenken zur Mobilisierung der Wählermassen langsam abhanden kommt.

Die Identitären egalisieren somit in der öffentlichen Meinung das Selbstbild der selbsternannten „Guten“ und das ist der Kern des Konflikts, der auch medial ausgetragen wird.

Kleine Info zum Schluss, Inside Politics hat Martin Sellner ein paar Interview-Fragen geschickt, der Empfang wurde zwar bestätigt, eine Antwort bekamen wir bislang noch nicht.

Euer Sivic

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