321, Hornady Bullet-Cam – Der letzte Blick des Opfers…

Eine Kamera in einer Patrone um zu lernen wie man seine Zielgenauigkeit verbessert? Zum Glück ist das nur ein Aprilscherz, aber die moralische Bedeutung solcher Entwicklungen sollte man nicht unterschätzen.

Ok, solcher Art Entwicklungen mögen auf dem ersten Blick für Sportschützen interessant sein und durchaus einen Jäger gefallen, dass man sein Ziel noch einmal sieht bis man es tötet.
Zielfernrohre die Videos aufnehmen in denen man die Flugbahn verfolgen kann, gibt es ja bereits.
Aus meiner Sicht gehören aber Jagd-Videos nicht auf YouTube, denn sie können zu mehr als nur der Jagd auf Tiere animieren.
Vortex Optics gibt es übrigens wirklich, die Firma stellt Visiere her.

Jetzt setze ich mich aber hier nicht mit dem Aprilscherz der Patronen-Kamera auseinander, sondern mit ihrer jedenfalls fatalen  Wirkung in einer Welt, in der solche Bilder immer mehr und mehr zur Normalität werden.

Der Film als Propagandawaffe

Lenkwaffen- oder Drohnen-Aufnahmen kennen wir ja schon zu genüge, die meisten von uns haben seit dem diese Bilder erstmals im Zweitem Golfkrieg öffentlich Verbreitung fanden, solche Videos schon gesehen. Kriegsbilder sind zudem seit über 100 Jahren ein gängiges Propagandamittel.

Die Nachricht die solche Beiträge vermitteln sollen ist klar, „Legt euch nicht mit uns an, sonst geht es euch so wie denen die wir weggesprengt haben“.


Video: Sieh Dir an wie gut ich geschossen habe?

Filme wie Lord of War, haben Bullet-Cam Szenen wie man sie im Vortrex Spot sieht, nur deswegen visualisiert, um die Auswirkungen von illegalem Waffenhandel aufzuzeigen, nicht um die Gewalt zu verherrlichen.

Immerhin sorgt solcher Art Videomaterial immer wieder für öffentliche Diskussionen und den Schrei nach Zensur in Sozialen Netzwerken und im Netz.
Ich erinnere an den verbrannten jordanischen Piloten dessen Hinrichtung im Netz vom IS auf erschreckende Art und Weise als Triumph zelebriert wurde.

Oder erinnern wir uns an die Video und Ton- Aufnahmen aus amerikanischen Apache-Helikoptern, während die Piloten auf Zivilisten schießen. Diese wurden von Wikileaks veröffentlicht und waren als Warnung und nicht als Anleitung gedacht. Immerhin war auch dieses Vorgehen der Amerikaner im Irak-Einsatz einer von vielen Gründen, die den IS erzeugten.


Video: Attentatsversuch auf den bulgarischen Politiker Ahmed Dogan.

Für Kriminelle wären solche Systeme jedenfalls ein interessantes Instrument um Einzuschüchtern, Stärke zu zeigen und Angst zu verbreiten. Der Selbstmordattentäter mit Go-Pro und Direktlink auf YouTube ist technisch schon längst keine Utopie mehr.

So war ja auch 2013 die Kamera beim missglückten Attentatsversuch auf den Parteivorsitzenden Ahmed Dogan der türkischen Minderheitenpartei in Bulgarien in Bukarest dabei und zeigte auf schockierende Art und Weise wie der Politiker seinem Tod entging.

Aber ja, ein 40 facher Zoom eines 200-300 Euro teuren Camcorders montiert auf einem Videostativ reicht auch aus um den letzten Blick eines Opfers auf 200m Entfernung zu erhaschen. Geschweige dem gibt es ja auch schon genug Drohnen die dafür eingesetzt werden (siehe, Kabul, Damaskus, Aleppo, Bagdad usw.).

Es wird aber nicht mehr lange dauern, bis Kamera-Patronen technisch möglich sein werden, immerhin gibt es bereits Optiken im medizinischen Bereich, die die erforderlichen Größen hätten.
Die entscheidende Frage ist die der sicheren Datenübertragung und Stabilität der Apparatur, also ob es beim Abschuss der Patrone nicht das ganze Gerät zerreißt.

Jedenfalls gilt es noch abzuwarten ob sich Firmen über dieses moralisch sensible Thema wirklich drüber trauen, wünschen tue ich mir das nicht. Denn ab diesem Zeitpunkt sind Hasspostings unsere geringste Sorge.

Euer Sivic

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